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Terminal 2 am Flughafen München wurde gesperrt.

Eine einzige Frau legte den Terminal lahm

Pressesprecher von Münchner Flughafen nach Chaos-Samstag: „Kritik ist nicht nachvollziehbar“

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Nach dem Polizeieinsatz hat der Flughafen München den Normalbetrieb wieder aufgenommen - jedoch mit riesigen Verzögerungen. Das sagt der Pressesprecher der Flughafen GmbH.

Am frühen Samstagmorgen wurde das Terminal 2 am Flughafen München komplett von der Polizei gesperrt und geräumt. Die Polizei reagierte so drastisch, weil eine Frau, die unkontrolliert in den Sicherheitsbereich geschlüpft und verschwunden ist. Die Räumung löste Chaos im Flugbetrieb aus. Stundenlang warten Fluggäste ohne Informationen in der Hitze. Inzwischen wurde der Flugverkehr wieder aufgenommen. Doch auch am Sonntag kam es zu Flugausfällen.

Über die Notsituation am Samstag sprachen wir mit Pressesprecher der Flughafen München GmbH, Edgar Engert.

Wie fällt die Bilanz des Chaostages aus?

Bis jetzt gibt es insgesamt etwa 330 annullierte Flüge, davon allein 300 am Samstag. Insgesamt waren rund 30 000 Fluggäste betroffen. Geschätzt etwa 2000 Passagiere mussten von Samstag auf Sonntag am Flughafen übernachten, zum Teil in den umliegenden Hotels, zum Teil aber auch auf Feldbetten. Wir haben 700 Feldbetten im Terminal 2 aufgestellt, die auch alle belegt wurden.

Angeblich wurde das Nachtflugverbot extra aufgehoben. Stimmt das?

Aufgrund der Sondersituation wurden fünf Nachtflüge von der Landesluftfahrtbehörde genehmigt, die letzte Maschine startete um 0.28 Uhr. Die Langstrecken der Lufthansa nach Singapur, Hongkong, Shanghai und Mexiko sind alle gegen 23 Uhr rausgegangen.

Es gibt massive Kritik an den Zuständen im Terminal. Stickige Luft, mangelnde Versorgung. Was sagen Sie dazu?

Diese Kritik können wir nicht nachvollziehen. Tropische Temperaturen machten eine zügige Versorgung der Passagiere mit Getränken und Frischluft nötig: Dafür sorgte das Team der Flughafenfeuerwehr und der Unternehmenssicherheit des Airports. Die Mitarbeiter stellten vor dem Terminal 2 ein Zelt auf und richteten eine Wasserausgabestelle ein. Mit den Großlüftern wurde Frischluft ins Innere des Terminals geblasen. Getränke und Snacks wurden auch von Mitarbeitern der LSG Sky Chefs, Allresto und eurotrade an die wartenden Passagiere verteilt. Sowohl im Terminal 2 als auch im Satelliten war die Gastronomie die ganze Nacht durch geöffnet.

Passagiere klagten zudem über fehlende Informationen: Statt vernünftiger Ansagen kamen nur Sprechblasen, heißt es.

Es gab regelmäßig Ansagen im 5- bis 15-Minuten-Takt in den Terminals, die situationsbedingt immer wieder aktualisiert wurden.

Ist auch am Montag mit Ausfällen rechnen?

Annulierungen gibt es, Stand 16 Uhr, für Montag nicht. Wir raten Passagieren aber, sich bei ihrer Airline zu informieren.

Lesen Sie auch: „Wir haben null Infos“: Riesen-Ärger bei Flughafen-Chaos - Internet überlastet

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