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Die Puppenkiste vom Erdinger Moos

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Einer der besonderen Flughafengäste: Sara Düsedau hat diese Schaufensterpuppe (Titel: „Zerrissenheit“) im Rahmen eines P-Seminars gestaltet. Projektleiter waren Christoph Kreitenweis und Julian Lorenz (v. l.).  Foto: meimbresse
Einer der besonderen Flughafengäste: Sara Düsedau hat diese Schaufensterpuppe (Titel: „Zerrissenheit“) im Rahmen eines P-Seminars gestaltet. Projektleiter waren Christoph Kreitenweis und Julian Lorenz (v. l.). Foto: meimbresse

Flughafen - Abiturienten des Freisinger Josef-Hofmiller-Gymnasiums sorgen mit einer Kunstaktion am Flughafen für Aufsehen.

Der Geschäftsmann hat es eilig. Im Laufschritt durchquert er das Modul C im Terminal 1. Plötzlich bleibt er stehen, schaut verwundert und geht weiter. Was ihn in seiner Bewegung innehalten ließ, war eine Dame, die auf einer Bank sitzt. Statt eines Mantels trägt sie einen Umhang aus Boarding-Tickets. Ein neuer Mode-Gag? Nein, denn die Frau ist eine Schaufensterpuppe und das Werk von Lukas Hlawna, ein Schüler des Freisinger Josef-Hofmiller-Gymnasiums (JoHo).

Die Frau mit dem extravaganten Outfit ist in Begleitung von anderen Puppen. Diese sind über das gesamte Modul C im Terminal 1 verteilt. Das unkonventionelle Kunstprojekt haben Schüler des JoHos im Rahmen eines Projektseminars der Abiturienten mit ihrer Kunstlehrerin Karin Brenner-Lauerbach realisiert. Projektleiter waren die Schüler Christoph Kreitenweis und Julian Lorenz. Am Donnerstag wurde die Ausstellung mit dem Titel „Ein Flughafen wird verpuppt“ eröffnet.

Die Kunstobjekte fallen auf. Reisende bleiben stehen, ein Mann zückt sein Mobiltelefon und macht damit ein Foto. Die Puppen sind ein Moment der Entschleunigung an einem Ort, der immer voller Bewegung ist.

Die Schüler haben sich von der Airport-Atmosphäre inspirieren lasasen. Eine Puppe, die den Titel „Ikarus“ trägt, hat dort, wo normalerweiser die Arme sind, Flugzeugträger. Eine andere Figur wurde in der Mitte zerteilt. „Schnellzement“ hat Hannah Doleski das Objekt genannt. Und von der Ferne glaubt man wirklich, dass der Mann im weißem Hemd und schwarzer Anzugshose in den Boden eingegossen ist. Nur die Beine und der Oberkörper schauen heraus. Eine andere Puppe rennt mit ihrem Kopf durch die Wand - und das im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist das Spiel zwischen Schein und Sein, Realität und Abstraktion, das die Ausstellung reizvoll macht. Manche Puppen fügen sich geschmeidig in die „Verkehrswege“ der Passagiere ein, andere fallen schon durch ihre Farbgebung auf, zum Beispiel das Werk von Sara Düsedau. „Zerrissenheit“ heißt ihre Arbeit, die das Spannungsverhältnis zwischen Natur und Urbanität aufzeigt. Die eine Hälfte der Puppe besteht aus einer grünen Wiese mit bunten Blümchen, die andere ziert die Ansicht einer Stadt. Die besonderen Flughafengäste kann man noch bis Januar sehen. Sie sind die neuesten Ergebnisse der Kooperation der Flughafen München GmbH mit Partnerschulen aus dem Umland. (Mieke Meimbresse)

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