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Randale im Edeka: Unbelehrbarer Dachauer muss ins Gefängnis

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Von: Hans Moritz

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Im Edeka am Flughafen wurde der Dachauer verhaftet. Nun stand er vor Gericht. © Alexandra Stolze

Ein Dachauer, der sich am Flughafen daneben benommen hatte, ging vor Gericht irgendwann auch seinem Anwalt auf die Nerven.

Flughafen/Landshut - Flughafen/Landshut – „Erst mal die Freiheit genießen“, hat ein Dachauer auf die Frage von Richterin Cornelia Görgner geantwortet, was er denn nach seiner Entlassung aus der U-Haft machen würde. Mit „ein bisschen chillen und die Verwandtschaft besuchen“ wird es vorerst aber nichts: Nachdem der Gelegenheitsarbeiter, auf dessen Konto 22 Vorstrafen gehen, vor dem Amtsgericht Landshut auch noch erklärt hatte, dass für ihn zu „einem guten Essen auch ein guter Joint“ gehöre, verurteilte Görgner ihn wegen Beleidigung, Bedrohung und versuchter Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten.

„Da verteidigt man gern, wenn der Mandant alle positiven Ansatzpunkte selbst widerlegt“, so der ironische Kommentar von Verteidiger Jürgen Neumaier, der den gut gelaunten Aussagen des Dachauers mit einer Mischung aus Entsetzen und Belustigung gefolgt war.

Nach Aktenlage soll sich der zuletzt obdachlose 25-Jährige häufig am Flughafen aufgehalten und dort sogar geschlafen haben. Darauf angesprochen, lachte der Angeklagte nur. Dass er am Morgen des 30. August im Edeka im München Airport Center war und zwei Polizisten mit derben Worten beleidigt und bedroht hatte, räumte er aber unumwunden ein. „Ich glaube, das war Schicksal.“

Was genau er damit meinte, ließ er offen. Was er mit Drohungen wie „ich hacke Euch die Köpfe ab“ habe erreichen wollen, fragte Görgner. „Ich wollte, dass wir normal miteinander reden.“ Es sei ihm peinlich gewesen, in dem Supermarkt kontrolliert zu werden. Daher habe er den Beamten vorgeschlagen, mit auf die Wache zu kommen. Das Ganze habe sich dann hochgeschaukelt.

Nachdem sich der Angeklagte den Beamten zufolge zwischenzeitlich beruhigt hatte, flippte er bei der erkennungsdienstlichen Behandlung erneut aus.

Ob das Fluchen und Zetern nicht einfach eine Art vor sich hin Schimpfen gewesen sein könnte, wollte Neumaier wissen. Der Zeuge verneinte dies: „Das war schon zielgerichtet gegen uns.“

Die Staatsanwaltschaft hatte die Aussagen der Polizisten als glaubwürdig erachtet und eine Freiheitsstrafe von elf Monaten beantragt. Neumaier legte die Höhe der Strafe ins Ermessen des Gerichts. Der Dachauer hatte auf der Anklagebank einen höflichen und zuvorkommenden Eindruck gemacht. Es war ihm sichtlich ein Bedürfnis, sich bei den Polizisten zu entschuldigen.

Zugleich hatte Görgner unmittelbar vor Sitzungsbeginn eine Mitteilung aus der JVA Berggrub erhalten, wonach der Angeklagte mehrmals Beamte beleidigt habe. Zwölf Tage Arrest hatte man ihm dafür aufgebrummt. „Da habe ich nie angefangen“, beteuerte der 25-Jährige. Auch an den vielen abgebrochenen Lehrstellen will er nie schuld gewesen sein, ebenso wenig an den gescheiterten Drogentherapien. Es gebe „immer wieder Phasen des exzessiven Kiffens“ in seinem Leben, räumte er ein. Dann geriet er regelrecht ins Schwärmen und verglich einen Joint mit einem „feinen Glas Wein“. Auf beides wird er nun eine Weile verzichten müssen. nig

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