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500 Startbahngegner mischen Flughafen auf

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Am Ende schallte aus fast 500 Kehlen der Ruf „Startbahn drei - Sauerei“ durch das München Airport Center (MAC). Aufgemuckt hatte am Samstag zur Demo aufgerufen. Motto: „Bequem in den Urlaub - 2 Startbahnen reichen“. © Gleixner

Flughafen - Am Ende schallte aus fast 500 Kehlen der Ruf „Startbahn drei - Sauerei“ durch das München Airport Center (MAC). Aufgemuckt hatte am Samstag zur Demo aufgerufen. Motto: „Bequem in den Urlaub - 2 Startbahnen reichen“.

Aufgemuckt-Sprecherin Helga Stieglmeier heizte gleich zur Beginn der Demo ein: Wenn Finanzminister Georg Fahrenschon den Flughafen als „Bayerns erfüllten Traum“ bezeichne, (wir berichteten), dann wäre die dritte Bahn der „leider wahr gewordene Albtraum“ - und zwar vor allem für Attaching, Berglern und Eitting.

Es waren Vertreter dieser drei Gemeinden, die die bestehenden Belastungen und das, was mit einer dritten Bahn auf sie zukommen würde, beschrieben. Berglerns Rathauschef Herbert Knur (CSU/im gelben „Berglern sagt Nein“-T-Shirt) bezeichnete den Airport als „Dampfwalze“, die mit dieser Planung seine Gemeinde „plattmachen“ wolle. 437 Mal würde das Zentrum von Berglern pro Tag bei Landungen von Osten her in 250 Meter Höhe überflogen. Das „wäre mit der Zeit der Tod eines 6000 Jahre alten Gemeinwesens.

Georg Wiester, Rathauschef in Eitting, sah das genauso: Schon jetzt sei es in Eittingermoos „unerträglich“. Seine Enkelin habe, als sie wegen Fluglärms nicht schlafen konnte, verkündet: „Ich will nicht mehr bei euch sein.“ Eittingermoos, nur 500 Meter von der dritten Bahn entfernt, wäre „zum Sterben verurteilt“, zeichnete Wiester ein düsteres Bild.

Mehr als 500 Überflüge pro Tag in 50 bis 80 Meter Höhe bei Landungen von Westen - das ist das Szenario, das Attaching droht, wie Michael Buchberger von der BI darlegte. Er könne sich nicht vorstellen, wie da 1000 Menschen leben sollen. Die Konsequenz sei klar: „Attaching wird durch die dritte Startbahn sterben.“

Umgehen - das war auch das Stichwort für Teil zwei der Demo: In einem langen Zug setzte man sich Fahnen schwenkend und pfeifend in Gang, um auf der Empore das MAC einmal zu umrunden. Teil drei der Demo gehörte dem Vorsitzenden des Umweltausschusses im Landtag, dem Grünen-Abgeordenten Christian Magerl. Er bezeichnete es als „Skandal“, dass das Schicksal von beispielsweise 1000 Attachingern in den Planfeststellungsunterlagen nur eine „Randnotiz“ sei. Magerl betonte, die Flugbewegungen hätten trotz Zunahme in 2011 „beileibe noch nicht das Niveau von 2008 erreicht“, und kritisierte den Bau des Satelliten: Während die am Terminal 1 abgewickelten Flüge von 101 000 im Jahr 2005 auf 91 000 im Jahr 2010 zurückgegangen seien, baue man einen Satelliten, nur weil die Lufthansa übers T1 sage: „Dort ist es bäh!“

(zz)

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