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Stadt ist entsetzt: Regionalbahn könnte mitten durch Erding rollen

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Unterschiedliche Betroffenheit: Bei der Nord-Variante der Walpertskirchener Spange (obere rote Linie) würde die Regionalbahn Erding rasch wieder verlassen. Die Süd-Lösung (untere rote Linie) würde Altenerding extrem belasten. Plan: Wirtschaftsministerium

Erding - Aus dem Wirtschaftsministerium ist eine neue Planung für die Walpertskirchener Spange aufgetaucht. Geprüft wird eine Variante, bei der auch die Regionalzüge mitten durch Erding rollen würden.

Über die zweite Planung informierte Bürgermeister Max Gotz am Donnerstag in der Bürgerversammlung in Klettham. Bis dato sieht die Streckenführung der Walpertskirchener Spange zur Schienenanbindung Südostbayerns eine Zufahrt vom Flughafen kommend zum geplanten Kreuzungsbahnhof im Fliegerhorst vor. In Richtung Süden würden die Züge unter der Taufkirchener Kreuzung das Stadtgebiet verlassen.

Die so genannte Süd-Variante würde nach Angaben des Ministeriums die S-Bahn-Gleise bis Aufhausen nutzen. Dort würde die Ausschleifung im rechten Winkel in Richtung Walpertskirchen erfolgen. In diesem Fall würde der Fliegerhorst-Bahnhof nicht gebraucht. Dafür, so eine Ministeriumssprecherin, müsste der jetzige Haltepunkt Erding ausgebaut und tiefergelegt werden. Für Gotz völlig inakzeptabel ist, dass nicht nur die S-Bahnen oberirdisch bis Aufhausen fahren würden, sondern auch mindestens zwei Regionalbahnen pro Stunde. Eine Tieferlegung ist südlich vom Erdinger Bahnhof nämlich nicht vorgesehen. Der Bereich soll noch dazu zweigleisig ausgebaut werden. Das würde bedeuten: Die Schranken blieben noch länger geschlossen als bisher.

Aus München verlautete, eine doppelte Planung sei aus rechtlichen Gründen notwendig. „Die Alternativplanung ist erforderlich, um die Planrechtfertigung und Förderfähigkeit nachvollziehbar zu begründen.“ Auch wolle man sich so gegen Klagen nach dem Planfeststellungsbeschluss – das Genehmigungsverfahren soll Anfang 2010 beginnen – schützen. Ob es eine Variante gibt, der das Wirtschaftsministerium Vorrang einräumt, dazu wollte sich niemand äußern.

In Erding sind Stadtrat, Verwaltung und nicht zuletzt die Bürgerinitiative Bahntunnel alarmiert. In der Bürgerversammlung wies Gotz darauf hin, dass die Stadt auf ihre Planungshoheit poche. Für das Areal im Fliegerhorst gebe es einen eigenen Bebauungsplan. „Der gilt auch für das Ministerium und die Bahn.“ Scharf kritisierte Gotz, dass seit Jahren über die Köpfe der Stadt hinweg projektiert werde. Die Hoheit werde mit Füßen getreten. „Wenn das Schule macht, brauchen wir gar nicht mehr in den Stadtrat zu gehen“, so Gotz. Ein Schienenstrang, der wie eine Mauer durch die Stadt wirkt, „ist absolut inakzeptabel“. Er erinnerte an die Zusage eines hochrangigen, mittlerweile aber pensionierten Beamten aus dem Ministerium, der der Stadt versprochen habe, dass Ringschluss und Spange die Stadt nicht zerschneiden dürften. Hoffnungen setzt Gotz in den neuen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). „Er fährt ja immer wieder durch Erding. Ich hoffe, er steht ein paar Mal lange im Stau, damit er die Notwendigkeit einer Entlastung erkennt.“

(Hans Moritz)

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