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Ukraine: Helfer bringen geflüchtete Familie nach München - Vater bleibt schwer verwundet zurück

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Von: Hans Moritz

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Lebwohl: Am Münchner Hauptbahnhof setzte Thomas Bihler (r.) vom Flughafenverein die Familie in den Zug nach Mannheim. Dort leben Freunde der Ukrainer. © Verein

Thomas Bihler, Chef des Flughafenvereins am Flughafen München, hat einer Mutter mit ihren drei Kindern die Flucht vor dem Krieg aus der Ukraine ermöglicht.

Erding - Für Thomas Bihler, Vorsitzender des Flughafenvereins war es eine Selbstverständlichkeit, nicht nur Hilfstransporte in die Ukraine zu organisieren, sondern sich auch ein Bild vor Ort zu machen. Schon vor der Abfahrt stand für ihn fest, dass er einer Familie bei der Flucht helfen würde.

„Am Samstagfrüh war ich an der ungarisch-ukrainischen Grenze und habe mich dort im Camp gemeldet“, berichtet Bihler. Zunächst sollte er eine fünfköpfige Familie mitnehmen, doch dafür war das Auto zu klein. „Am Nachmittag wurde mir dann eine Mutter mit drei Kindern vorgestellt“, so der Vorsitzende.

Flughafen München: Thomas Biehler rettet Familie vor Krieg in der Ukraine

Ihm gegenüber standen die 40 Jahre alte Oksana mit ihren Kindern Bogdan (13), Kirill (9) und Artem (6) aus Charkiw. Ihr Ziel: Mannheim, wo Freunde der Familie leben. Nach einer Nacht im Hotel ging es Sonntagfrüh los – Richtung München.

Bihler berichtet, dass die Familie schwer traumatisiert sei, vor allem die junge Mutter. „Der Ehemann und Vater liegt schwer verwundet im Militärkrankenhaus von Charkiw“, berichtet der Helfer. Oksana sei auf der langen Fahrt gen Westen immer in Tränen ausgebrochen, wenn ein Militärfahrzeug des Weges kam. „Die brauchen dringend psychologische Unterstützung“, meint Bihler.

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Flucht vor Ukraine Krieg: Mutter und Söhne auf der Flucht - Vater schwer verwundet

In München stoppte er am Hauptbahnhof und besorgte der Mutter und ihren drei Kindern noch kostenlose Tickets nach Mannheim. Die neue Woche begann für sie in Sicherheit bei den Freunden im Badischen.

Bihler richtet den Blick schon wieder nach vorne. „Wir planen den zweiten Hilfstransport noch diese Woche“, kündigt er an. Auch er selbst will noch einmal dorthin. Sein Auto dürfte dann wieder nicht leer sein.

Eine Bitte hat der erfahrende Helfer in internationalen Krisen: „Es sollte niemand als Privatperson aufs Geratewohl dorthin fahren, weil er die Helfer nur behindern würde.“ Besser sei, die etablierten Organisationen zu unterstützen. Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Erding finden Sie hier.

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