So viel Öko steckt im Flughafen

Flughafen - Auf 60 Seiten erklärt der Münchner Flughafen, wie umweltfreundlich er ist. „Netter Kleinkram“, urteilt Christian Magerl.

Steigendes Mobilitätsbedürfnis auf der einen, der Klimawandel auf der anderen Seite – die Flughafen München GmbH (FMG) will diesen Spagat schaffen, indem sie eigenen Angaben zufolge „der Ökologie eine zentrale Rolle“ gibt. In der jetzt erschienenen Broschüre „Perspektiven – Umwelterklärung 2008“ dokumentiert die FMG ihre Anstrengungen in Sachen Umwelt- und Klimaschutz. Fachlich vom unabhängigen Umweltgutachter Dr.-Ing. Reiner Beer geprüft, informiert die Broschüre über sämtliche Maßnahmen zu Umweltschutz und ressourcenschonendem Wirtschaften. „Dazu gehören die am Flughafen München zu Jahresbeginn 2008 eingeführten emissionsabhängigen Landeentgelte für die Fluggesellschaften“, heißt es in einer Pressemitteilung der FMG. Den Airlines werde damit der Anreiz geboten, umweltfreundliche Flugzeuge einzusetzen. Weitere Ökopunkte gibt sich die FMG für das Biofuel-Projekt für Fahrzeuge des Bodenverkehrsdienstes sowie für den effektiven Energieeinsatz im Blockheizkraftwerk zur Stromgewinnung sowie Beheizung und Kühlung von Gebäuden.

„Die Gnade des späten Baus“, nennt Anspach viele Maßnahmen am Flughafen. Im Vergleich zu älteren Flughäfen habe der Moos-Airport andere Startvoraussetzungen gehabt, weil sie schon entsprechende Anforderungen erfüllen mussten. Das Recycling-Konzept der Flugzeugenteisungsmittel würde weltweit beachtet werden. „In den letzten beiden Jahren hatten wir Delegationen von Flughäfen in China, Italien und Norwegen hier.“

Erfolge gebe es auch auf den Ausgleichsflächen des Airports, auf denen mittlerweile gefährdete Tierarten und seltene Pflanzen heimisch geworden seien. Außerdem sei der Airportbetreiber bestrebt, Fluglärm zu reduzieren, Abwasser zu reinigen und Abfallwirtschaft und Recycling zu verbessern. Das Umweltmanagement habe den Anspruch, mehr zu leisten als gesetzlich gefordert wird. Es wird laufend weiterentwickelt. Als Beispiel nannte Anspach die Wasserstofftankstelle.“

Christian Magerl will in diesen Jubel nicht einstimmen. Biofuel und schadstoffabhängige Landeentgelte seien ja nicht schlecht, letztlich aber doch nur reine kosmetische Behandlungen. Der Landtagsabgeordnete der Grünen: „Das ist doch alles nur Kleinkram im Vergleich zum dem, was hier im Erdinger Moos passieren soll.“ In seiner Großausrichtung setze der Flughafen auf Wachstum. Sollten die Prognosen der FMG zu den Flugbewegungen tatsächlich eintreffen, dann wären die Belastungen durch die Stickoxide und andere Schadstoffe ungleich höher als jede Ökoinnovation.

Die Broschüre „Perspektiven – Umwelterklärung 2008“ gibt es als Download unter www.munich-airport.de (pir)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare