Symbolbild Bundespolizei
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Ein Verkehrssünder ist den Beamten am Flughafen München ins Netz gegangen.

Schließlich zeigte er Einsicht

Flughafen München: Wegen 20 Euro ins Gefängnis - Mann nach deutschlandweiter Fahndung festgenommen

  • Katharina Haase
    vonKatharina Haase
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Weil er einen Strafzettel über 20 Euro nicht zahlen wollte, riskierte ein 59-jähriger Mann eine Gefängnisstrafe. Am Flughafen München wurde er schließlich verhaftet.

Flughafen München – Dass ein Strafzettel auch in eine Gefängnisstrafe münden kann, ist wohl den wenigsten Verkehrssündern bewusst. Ein Reisender am Flughafen München musste diese Erfahrung nun allerdings machen - und entging dank seiner späten Einsicht nur knapp dem Vollzug der für ihn angedachten Strafe.

Wie die Flughafenpolizei mitteilt, war der 59-jährige Wahl-Münchner türkischer Herkunft am Samstag, 29. Mai, am Flughafen München unterwegs. Bei der Ausreisekontrolle für seinen Flug nach Istanbul klickten jedoch plötzlich die Handschellen. Bei der Überprüfung der Personalien des Mannes war den Beamten der Bundespolizei ein Erzwingungshaftbefehl der Staatsanwaltschaft Deggendorf aufgefallen.

Flughafen München: Mann zahlt Bußgeld nicht - und muss beinahe ins Gefängnis

Offenbar hatte der 59-Jährige bereits Anfang 2019 in Niederbayern gegen die Verkehrsregeln verstoßen. Daraufhin erhielt er einen Bußgeldbescheid über 20 Euro, bezahlte diese jedoch nicht. Nach und nach summierten sich zu der Strafe noch die Verwaltungskosten hinzu, sodass letztlich ein offener Betrag von 57 Euro vorlag. Als der Mann auch im April 2020 die Strafe noch nicht bezahlt hatte, erließ das Amtsgericht in Viechtach den Erzwingungshaftbefehl gegen den 59-Jährigen. Dieser wurde deutschlandweit an alle Polizeibehörden ausgegeben. So konnte der Mann am Flughafen München sofort als der säumige Verkehrssünder identifiziert werden.

Nach Festnahme am Flughafen München: Verkehrssünder zeigt späte Einsicht

Nach kurzer Abwägung seiner Möglichkeiten entschied sich der Mann dann allerdings gegen die Erfahrung eines Gefängnisaufenthalts und zahlte - mit rund zweieinhalbjähriger Verspätung - den von ihm geforderten Geldbetrag. Danach durfte er die Wache wieder verlassen. Ob er danach noch rechtzeitig zu seinem Flug nach Istanbul kam, ist unbekannt.

Fest steht allerdings, dass der 59-Jährige nicht der Erste ist, der wegen eines sollen Bagatelldelikts beinahe im Strafvollzug gelandet wäre. Im Dezember vergangenen Jahres nahmen die Polizisten am Flughafen München fest, der wegen eines nicht bezahlten Strafzettels von nur 15 Euro per Haftbefehl gesucht wurde. Nur rund vier Wochen später ging den Beamten gleich der nächste säumige Verkehrssünder ins Netz - Kostenpunkt hier zu Beginn: 10 Euro. Wie auch am vergangenen Wochenende zogen aber auch in diesen beiden Fällen die Übeltäter das Bezahlen der Geldstrafe einem Gefängnisaufenthalt vor. kah

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