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Corona-Notlage am Münchner Flughafen: Mitarbeiter in Angst - Unterschriftenliste initiiert

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Von: Dirk Walter

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Ein Lufthansa-Flug kommt aus München, Deutschland, an, während ein Flugzeug der American Airlines zur Landung auf dem Miami International Airport in Miami ansetzt.
Beschäftigte des Münchner Flughafen fürchten Lohneinbußen. © Lynne Sladky / AP / dpa

Am Münchner Flughafen herrscht Unruhe, denn es drohen Lohnkürzungen und eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Daher wurde eine Unterschriftenliste initiiert.

München – Am Flughafen fürchten Beschäftigte Lohnkürzungen und eine Verschlechterung von Arbeitsbedingungen. Grund ist ein sogenannter Notlagentarifvertrag, dessen Bestimmungen zum Teil mit Jahresbeginn 2022 in Kraft treten sollen.

Unter anderem wurde darin vereinbart, die Wochenarbeitszeit für rund 5000 Beschäftigte der Flughafen München* GmbH (FMG) ab 1. Januar um sechs Prozent zu senken – mit entsprechenden Gehaltseinbußen. Obwohl der Tarifvertrag von Arbeitgebern und den Gewerkschaften – federführend Verdi – abgeschlossen wurde, tragen ihn nicht alle Gewerkschafter mit.

Notlagentarifvertrag am Münchner Flughafen: Unterschriftenliste gegen den Vertrag

Betriebsrat Orhan Kurtulan ist strikt gegen das Vertragswerk. Er hat eine Unterschriftenliste initiiert. „Wir fordern mit unseren Unterschriften die Geschäftsführung und alle drei Gesellschafter hiermit auf, den Notlagentarifvertrag nicht anzuwenden“, heißt es darin. Kurtulan rechnet vor, dass der Flughafen durch die Arbeitszeitverringerung Millionen sparen würde. Bei der FMG wären es 29,6 Millionen Euro, bei der Schwester Aeroground noch einmal 2,2 Millionen Euro.

Ohnehin gibt es für die Beschäftigten eigentlich vereinbarte Tariferhöhungen nur verzögert, auch zahlen sie einen Eigenbeitrag in eine Zusatz-Versorgungskasse. Viele Beschäftigte waren lange in Kurzarbeit und hätten dadurch Lohneinbußen, argumentiert Kurtulan. Zudem seien sie auch von der allgemeinen Teuerung betroffen. Er sagt, dass der Flughafen aufgrund der Einsparungen rund 1000 Beschäftigte verloren habe – Personal, das jetzt, da am Flughafen ein Aufwind bemerkbar sei, fehle. Unabhängig davon baut Flughafen-Chef Jost Lammers die Konzern-Führungsebene intern derzeit kräftig um. Mehrere Manager haben die FMG verlassen, was für Gesprächsstoff sorgt.

Corona-Notlage am Flughafen München

Nicht alle sehen die Lage so wie Kurtulan. Ralf Krüger von Verdi verteidigt den Tarifvertrag, der schließlich in einer Phase der absoluten Corona*-Notlage abgeschlossen worden sei. „Mit Blick auf die Verkehrszahlen, die immer noch dramatisch niedrig sind, ist der Tarifvertrag eine vergleichsweise gute Antwort“, sagt er. Er biete Kündigungsschutz und gelte auch nur befristet bis 2023. Freilich enthalte er Härten für die Beschäftigten, sagt Krüger. Als Alternative wäre es ihm lieber, die Kurzarbeit zu verlängern – sofern das, was sich andeutet, gesetzlich möglich ist.

Kurtulan wiederum hielte es für einen guten Kompromiss, wenn der Flughafen die Arbeitszeit statt um sechs nur um drei Prozent reduzieren würde.

Beim Flughafen sind noch alle Optionen auf dem Tisch, es gibt aber eine klare Wunschkonstellation. „Wir hoffen, dass die Bundesregierung ihre Überlegungen zur Verlängerung der Kurzarbeit zu erleichterten Bedingungen um weitere drei Monate in die Tat umsetzt“, erklärt Flughafen-Sprecher Ingo Anspach. „Zu der Frage, inwieweit die im Notlagentarifvertrag enthaltene Arbeitszeitreduzierung kommt, falls die Kurzarbeit nicht verlängert wird, ist noch keine Entscheidung gefallen.“ (dw) Noch mehr Nachrichten aus der Region Erding lesen Sie hier. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s auch in unserem regelmäßigen Erding-Newsletter.*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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