Für Straße und Schiene

FMG will bis zu 80 Millionen für Anbindung zahlen

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Flughafen - Der Flughafen München ist zu einem hohen finanziellen Engagement bereit, um die Straßen- und Schienenanbindung östlich des Moos-Airports zu verbessern. Von bis zu 80 Millionen Euro ist die Rede.

Im Regionalbüro der Flughafen München Gesellschaft (FMG) scharrt man zurzeit mit den Hufen. Zwei für den Moos-Airport entscheidende Infrastrukturprojekte stehen in den Startlöchern: Für die Nordumfahrung von Erding wird das Straßenbauamt München voraussichtlich am 29. August die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren einreichen. Ebenfalls noch binnen dieses Monats möchte die Deutsche Bahn beim Eisenbahnbundesamt das Genehmigungsverfahren für den S-Bahn-Ringschluss zwischen der nördlichen Stadtgrenze von Erding bis zum Flughafen beantragen. Für die FMG heißt das: Die Chancen, Südostbayern und vor allem den Landkreis Erding auf absehbare Zeit endlich besser zu erschließen, sind groß.

Regionalbeauftragter Rudolf Strehle weiß aber auch, dass beide Maßnahmen insgesamt einen dreistelligen Millionenbetrag verschlingen werden. „Deswegen wird sich der Flughafen an diesen Vorhaben sehr intensiv beteiligen“, sagte Strehle am Freitag im Gespräch mit dem Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Was die Nordumfahrung betrifft, stehen dem Landkreis Erding als Träger der Planung fünf Millionen Euro aus dem Umlandfonds zur Verfügung, „und zwar unabhängig vom Bau der dritten Startbahn“, so Strehle. Die Summe – der gleiche Betrag ist für die Westtangente in Freising reserviert – war an sich zur Deckung von Planungskosten gedacht. „Bislang wurden von Erding etwa 800 00 Euro abgerufen. Es stehen also noch 4,2 Millionen Euro zur Verfügung.“ Strehle sichert zu, dass die Gelder auch für den Grunderwerb genutzt werden können. „Wir sind froh zu hören, dass es ohne Enteignung gehen könnte“, so Strehle unter Verweis auf einen Bericht in der Dienstagsausgabe unserer Zeitung. „Mit dem Geld der FMG könnte die Nordumgehung, die für uns sehr wichtig ist, rascher vorangetrieben werden“, ist der Umlandbeauftragte überzeugt.

Zu noch mehr finanziellem Engagement ist die FMG beim Ringschluss bereit. „Alles, was den S-Bahn-Ausbau betrifft und auf unserem Grund stattfindet, wird das Unternehmen aus eigener Kraft bezahlen“, verspricht Strehle. Konkret nennt er eine Summe „zwischen 60 und 80 Millionen Euro“.

Nach aktueller Planung verschwindet die S-Bahn nach dem Halt Schwaigerloh (Gemeinde Oberding) am Rand des Vorfeldes-Ost unter der Erde. Der Tunnel wird bergmännisch unter dem Vorfeld und dem im Bau befindlichen Satelliten bis zum Terminal 2 vorgetrieben. Dort besteht bekanntlich der Tunnelanschluss zum bestehenden S-Bahnhof. Der wird dann von einer Endhaltestelle zum zweigleisigen Durchgangsbahnhof. Strehle kündigt zudem den Bau einer Wendestelle bei Schwaigerloh an, damit Züge, die aus Westen via Neufahrner Kurve in den Flughafen eingefahren sind, wenden, zuvor aber noch den Ortsteil Schwaig bedienen können.

Einmal mehr betont Strehle die „hohe Bedeutung der S-Bahn-Verlängerung“. Denn es gehe nicht nur um eine rasche Anfahrt für Mitarbeiter, „sondern noch stärker um eine Erschließung des gesamten südostbayerischen Raums bis Salzburg“. Daher setze man auch auf die noch planerisch weit entfernt liegende Walpertskirchener Spange. Was den Ausbau der Regionalbahn betrifft, hofft die FMG auf die EU beziehungsweise Mittel aus dem Förderprogramm für die Transeuropäischen Netze (TEN).

Hans Moritz

Rubriklistenbild: © Marcus Schlaf

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