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Das stark unterkühlte Baby wurde vom Rettungshubschrauber „Christoph München“ in einer Spezialklinik geflogen (Aufnahme vom Juli). Das Mädchen überlebte.

Prozess beginnt am Dienstag

Das Drama um das Flughafen-Baby vor Gericht

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München – Der Fall erschütterte die Region: Am 30. Juli 2015 wurde in der Schüssel einer Parkhaus-Toilette am Flughafen München ein Neugeborenes gefunden. Das Mädchen überlebte. Ihre Mutter (24) muss sich ab Dienstag vor dem Landgericht Landshut verantworten.

Es war ein drückend heißer Juli-Nachmittag, als eine Reisende die Toilette im Parkhaus P20 neben dem Terminal 2 aufsuchte. Doch machte sie eine schockierende Entdeckung In einer Schüssel steckte im kalten Wasser ein Baby, das erst kurz zuvor entbunden worden sein musste. Zum Glück waren Bundespolizisten, ein Notarzt und die Besatzung eines Rettungswagens zufällig in der Nähe. Sie retteten das mit 28 Grad Körpertemperatur stark unterkühlte Kind, ehe es ins Haunersche Kinderspital nach München geflogen wurde. Wochenlang lag Franziska, wie die Kleine von den Medien getauft wurde, auf der Intensivstation. Mittlerweile lebt sie bei Pflegeeltern.

Die Mordkommission der Kripo Erding nahm die Ermittlungen auf. Nur eine Woche nach dem Fund klickten die Handschellen im baden-württembergischen Heidenheim. Auf die Spur war die Polizei der 24-Jährigen durch einen aufmerksamen Zeugen gekommen. Er hatte am Tattag eine wertvolle Edelkatze am Flughafen abgeholt, die mit einem Flugzeug aus Dubai transportiert worden war. Begleitet wurde das Tier von der jungen Frau, die zuvor in den Arabischen Emiraten als Au-Pair-Mädchen tätig war. Dem Zeugen fiel ihre weit fortgeschrittene Schwangerschaft und psychische Angeschlagenheit auf. Als er aus den Medien von dem Flughafenbaby erfuhr, meldete er sich bei der Kripo.

Mutter wurde mit DNA-Test überführt

Die Deutschtürkin stritt die Geburt ab. Mittels eines DNA-Tests konnte sie jedoch zweifelsfrei überführt werden. Seither sitzt sie in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen förderten grauenhafte Details zu Tage: Während ihre Mutter vor der Toilette wartete, gebar die 24-Jährige das Mädchen. Ärzte fanden heraus, dass die Kleine völlig gesund war. Die junge Frau wickelte die Nabelschnur um den Kopf des Baby, um es zu strangulieren, steckte es in die Schüssel und versuchte es durch Betätigen der Spülung zu beseitigen. Schließlich verließ sie die Kabine.

Ab Dienstag muss sich die gelernte Erzieherin vor der fünfköpfigen Schwurgerichtskammer des Landgerichts Landshut unter dem Vorsitz von Markus Kring wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Die 24-Jährige wird von zwei Anwälten vertreten. Vorerst sind fünf Verhandlungstage angesetzt. Der Mutter drohen bis zu 15 Jahre Haft.

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