Im Steigflug: Thomas Winkelmann, Lufthansa-Chef im Erdinger Moos. Foto: ham

Lufthansa am Flughafen München

Der Kranich hat noch viel Platz im Nest

Lufthansa wird im Erdinger Moos kräftig wachsen: 700 neue Jobs entstehen am zweitgrößten Drehkreuz Deutschlands. Beim Satelliten ist alles im Plan. Am 26. April soll er in Betrieb gehen.

Flughafen – Mit 11 000 Beschäftigten ist Lufthansa größter Arbeitgeber im Erdinger Moos. Seit 1. November haben die einen neuen Chef: Thomas Winkelmann, zuvor Verantwortlicher bei der Kranich-Tochter Germanwings.

Dass er die Erfolgsgeschichte der Lufthansa an deren zweitgrößten Standort nach seinen Vorgängern Karl-Ulrich Garnadt und Thomas Klühr fortschreiben will, hat er gestern vor der Presse untermauert. Noch in diesem Jahre würden zusätzliche 700 Stellen geschaffen: rund 600 Flugbegleiter und etwa 100 in der Station.

Dieses Personal braucht Winkelmann unter anderem für einen spektakulären Flottenumbau: Im Januar 2017 wird sich erstmals ein neuer A 350-900 mit 293 Plätzen in die Luft erheben. „Die ersten zehn Maschinen kommen an den Standort München“.

Hoch erfreut zeigte sich der München-Statthalter, „dass die Flughafen-Gesellschaft und wir beim Satellit vor dem Terminal 2 nicht nur im Zeit-, sondern auch im Kostenplan sind“. Am 26. April gehe es los, der Testbetrieb sei bislang erfolgreich und nahezu fehlerfrei verlaufen. „Es ist unglaublich, aber die Bayern sind da ganz entspannt. Die können das.“ Die führerlose U-Bahn zwischen Terminal und Satellit wird nächsten Montag erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

27 Millionen Passagiere wurden voriges Jahr im Terminal 2 abgefertigt. Mit dem Satellit wird die Kapazität um elf Millionen Fluggäste erweitert. Mehr als jeder zweite Passagier war nach den Worten Winkelmanns ein Umsteiger. „Wenn wir weiter ein internationales Drehkreuz bleiben wollen, muss der Flughafen wachsen“, sagte er in Anspielung auf die dritte Startbahn, „die ich für unabdingbar halte“. Nur der Münchner Flughafen habe ein so großes Wachstumspotenzial. „Ich verstehe die Betroffenheit in der Region. Aber im Vergleich zu anderen Flughäfen ist unserer der mit der dünnsten Besiedelung.“ Komme die Bahn nicht, „wird München immer mehr zum Zubringer und vermutlich auch zum Charter-Airport. Das wäre nicht gut“.

Winkelmann bekräftigte, dass München im Lufthansa-Konzern weiter eine tragende Rolle spielen werde. „Allein in diesem Winter bieten wir 115 Ziele in 46 Ländern an, darunter 91 in Deutschland und Europa. Die Zahl der Hin- und Rückflüge summierten sich auf 2200 pro Woche. Im Erdinger Moos sind 113 Flugzeuge stationiert, darunter 26 für Langstrecken. Komme der Ausbau, „haben wir viele Ideen, wie wir weiter wachsen können“, so der Lufthansa-Vorständler. Dass es trotz Kapazitätsengpässen noch neue Verbindungen gebe, „liegt daran, dass wir größere Maschinen haben und die Ziele nicht mehr ganz so oft ansteuern müssen. Das schafft Platz für neue Verbindungen.“ " Bayern & Region

Von Hans Moritz

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