+
Das Airsite-Geschäftsviertel wird westlich des Flughafens gebaut.

Airsite-Planung umfasst ein neues Hotel

Neues Geschäftsviertel am Münchner Flughafen

  • schließen

München - Der Flughafen München verändert sein Gesicht. Die Flughafengesellschaft FMG beginnt damit, ihre Pläne für ein großzügiges Büro- und Geschäftsviertel umzusetzen.

Es ist ziemlich genau zwei Jahre her, da machte unsere Zeitung die großen Pläne des Flughafens öffentlich: die so genannte Airsite-Planung und Realisierung von Büro-, Handel- und Konferenzflächen an strategisch wichtigen Plätzen direkt an Deutschlands zweitgrößtem Flughafen. Carsten Wilmsen, Immobilienchef am Flughafen, will die FMG damit strategisch breiter aufstellen – durch weitere Geschäftsfelder neben dem reinen Geschäft mit Passagieren, Fluggesellschaften und Besuchern. Vor allem Geschäftsreisenden sollen weite Wege zu Meetings, Kongressen oder Präsentationen erspart werden. Internationale Konzerne können hier ihre Niederlassungen eröffnen.

Wilmsen ist bemüht, die Sorgen des Umlandes zu zerstreuen, vor allem in den Landkreisen Erding und Freising. „Schon rein planungsrechtlich ist auf dem Campus nur Flughafen-affines Gewerbe erlaubt“, sagt FMG-Sprecher Ingo Anspach. Damit seien Speditionen, Bau- oder Getränkemärkte, Discounter oder Läden mit innenstadtrelevanten Sortimenten von Haus aus ausgeschlossen. „Dafür sind die Flächen auch viel zu exklusiv und teuer“, ergänzt Wilmsen. „Wir haben eine ganz andere Kundschaft im Auge, nämlich die, die auf die unmittelbare Flughafennähe angewiesen ist, etwa Kanzleien, Fluggesellschaften oder Kongressanbieter“, erklärt Wilmsen. „Die kommen entweder direkt an den Flughafen, oder gar nicht.“

50.000 Quadratmeter Grundfläche

Die Umsetzung des ersten Airsite-Bausteins steht bevor – an der bekanntesten Adresse im Erdinger Moos: entlang der Zentralallee, die die Autobahn mit den Terminals verbindet. Airsite West heißt dieser Bereich, der noch einmal in vier Abschnitte gegliedert ist. Insgesamt geht es um 50.000 Quadratmeter Grundfläche und eine fremd- und eigenfinanzierte Gesamtinvestition von 250 Millionen Euro, rechnet Wilmsen vor.

So soll es einmal aussehen: das Geschäftsviertel in einer Simulation.

Der Startschuss fällt nach den Worten Wilmsens im Bereich zwischen der Agip-Tankstelle und dem Hotel Novotel. Sechs Bürogebäude sind vorgesehen, berichtet Wilmsen. Insgesamt sollen im neuen Quartier mit den drei jeweils fünfstöckigen Bürogebäuden gut 600 Mitarbeiter Platz finden. Das erste könnte 2018, zwei weitere 2019 und 2020 stehen. „Der Baubeginn für drei weitere Dienstleistungsgebäude ist noch offen. Das richtet sich nach der Marktlage“, kalkuliert Wilmsen. Schon bei der Premiere will die FMG unter Beweis stellen, dass die Airsite den Flughafen stützt, ohne die Region ins Wanken zu bringen. „Vor allem die FMG selbst hat Flächenbedarf“, sagt Wilmsen.

So soll die konzerneigene Akademie, die derzeit in einem Gewerbegebiet im nahen Schwaig zur Miete untergebracht ist, auf den Campus zurückgeholt werden. Hinzu kommt: „Durch den wachsenden Flughafen brauchen wir mehr Räume für die Verwaltung. Der Standort zwischen Zentral- und Nordallee ist dafür ideal“, bekräftigt Wilmsen. Weiter denkt er an Autovermieter und andere Dienstleister, die sich im Westen des Moos-Flughafens ansiedeln oder erweitern wollen. Die Neubauten sollen auch die ungeordnete Bebauung in diesem Bereich ersetzen. „So schaffen wir die dringend erforderlichen Freiflächen“, sagt Wilmsen.

Neues Hotel ist geplant

In der Airsite West ist auch ein neues Hotel geplant – nach dem Hilton, das soeben um 160 Zimmer erweitert wird, und dem Novotel das dritte direkt am Flughafen. „Preislich soll es deutlich unter den anderen beiden Häusern liegen“, erklärt der Immobilienchef, der etwa Familien mit frühen Flügen im Auge hat. Er sieht kaum Konkurrenz zur Region. „Zuletzt sind in den Kreisen Erding und Freising viele Hotels entstanden. Die haben sich nichts weggenommen. Vielmehr sind sie der Grund für die laufend steigenden Übernachtungszahlen in der Region.

Das Hotel soll nach Auffassung der FMG die Herzkammer für die städtebauliche Entwicklung in dem Bereich sein. „Wir wollen auch einen urbanen Platz der Begegnung mit Aufenthaltsqualität schaffen – mit Gastronomie und Versorgungsmöglichkeiten. Auch neue mobile Konzepte könnten hier erprobt werden, beispielsweise die Elektromobilität.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Proteste gegen Sammelabschiebung nach Afghanistan
München - Erneut soll ein Flieger abgelehnte Asylbewerber nach Afghanistan bringen - diesmal von München aus. Der Protest gegen die Abschiebungen ist groß.
Proteste gegen Sammelabschiebung nach Afghanistan
Schleuser muss ins Gefängnis
Als letztes Mitglied einer Schleuserbande war ein 42-Jähriger noch auf freiem Fuß, der Rest der Bande sitzt bereits hinter Gittern.
Schleuser muss ins Gefängnis
Kindesentführung vereitelt
Schon wieder hat die Bundespolizei am Münchner Flughafen eine Kindesentführung verhindert.
Kindesentführung vereitelt

Kommentare