Zwei Afrikaner rennen aus Flugzeug

Spektakuläre Flucht aufs Vorfeld

Flughafen - Spektakulärer Fluchtversuch zweier Asylbewerber am Flughafen München: Sie rannten aus dem Flugzeug übers Vorfeld.

Ein Mann von der Elfenbeinküste und ein Guineer sprangen am Freitag aus ihrem Flieger und rannten aufs Vorfeld. Die Bundespolizei fing sie in Minutenschnelle wieder ein. Der Flugbetrieb wurde nicht gefährdet. Was sich am Freitag an Deutschlands zweitgrößtem Flughafen abgespielt hat, kommt zuletzt immer häufiger vor und ist ein Mosaikstein in der Flüchtlingsthematik.

Zu dem Zwischenfall kam es am Freitagvormittag bei einer Maschine der Royal Maroc Air. Sie fliegt zwischen Moskau und Casablanca (Marokko) hin und her. Im Erdinger Moos findet nach dem Start in Moskau ein Zwischenstopp statt. Christian Köglmeier, Sprecher der Bundespolizei, berichtet, dass die 23 und 31 Jahre alten Männer sowie alle anderen Passagiere hätten sitzen bleiben müssen. „Es sollten lediglich weitere Passagiere in Richtung Casablanca zusteigen.“, so Köglmeier. Plötzlich seien der Ivorer und der Guineer von ihren Sitzen gesprungen und aus dem Flugzeug gerannt. Über einen Seitenausgang der Passagierbrücke gelangten sie aufs Vorfeld. Die Crew und ein Arbeiter des Flughafens schlugen sofort Alarm. Mit Erfolg: „Eine Bundespolizei-Streife war in der Nähe und nahm sofort die Verfolgung auf“, berichtet Köglmeier. Die Flucht konnte nach wenigen Metern gestoppt werden. Gegen ihre vorläufige Festnahme leisteten die beiden Afrikaner Widerstand.

Auf der Wache erklärte der Mann von der Elfenbeinküste, in Moskau sei ihm die Einreise trotz Visums verwehrt worden. Er sei wieder in den Flieger gesetzt worden. Der Eritreer gab freimütig zu: „Ich liebe Deutschland.“ Beide stellten Antrag auf Asyl, der eine wegen Folter und Mord in seinem Heimatland, der andere wegen seiner Angst vor Ebola und Verfolgung aufgrund Aberglaubens. Sie wurden dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge übergeben.

Erst vorige Woche war ein Flüchtling aus einer Maschine gerannt. Er hatte sogar die Passkontrolle überwunden. war dann aber überwältigt worden. Auffällig ist: Gerade Flüge mit Zwischenlandung in München werden für solche Manöver genutzt. Nicht äußern wollte sich Köglmeier zu dem Verdacht, dass die Fluchtversuche von Anfang an geplant seien.

ham

Rubriklistenbild: © Bundespolizei

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