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Kommissar Alexander Ziegltrum wusste beim ZDF offenbar nicht nur mit fachlicher Kompetenz zu gefallen.

Erdinger Polizist sucht Bankräuber

Heiratsanträge nach „Aktenzeichen XY“: Berliner Polizei kennt die Schwärmereien schon lange

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Eigentlich suchte er bei bei Aktenzeichen XY im ZDF nach einem Serien-Bankräuber. Für Kommissar Alexander Ziegltrum war es auch aus einem ganz anderen Grund ein spannender Abend.

Update 25. September 2018: Dass Polizisten spontane Gefühlswallungen auslösen, scheint häufiger der Fall zu sein. Die Berliner Polizei sah sich im November 2016 über Facebook dazu gezwungen, Flirtwillige darüber aufzuklären, wie sie mit Polizisten in Kontakt treten können. Manche wählten dafür nämlich die Notrufnummer 110 und belegten so die Leitung. „Ein pochendes, sehnsüchtiges Herz mag sich auch wie ein Notfall anfühlen, ist aber aus polizeilicher Sicht natürlich keiner“, ermahnte das Social-Media-Team. 

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Stattdessen machte die Abteilung das Angebot, Kontaktanfragen über Facebook und Twitter zu senden. Ein Name oder die Dienststelle sollten jedoch schon bekannt sein, damit die Kollegen Amor spielen können. „Wenn das Herz ruft, sind wir zur Stelle“, versprach die Berliner Polizei damals.

Die Geschichte über den Erdinger Polizisten Alexander Ziegltrum, der nach seinem Auftritt bei Aktenzeichen XY Heiratsanträge bekam, ist mittlerweile von vielen Redaktionen deutschlandweit vermeldet worden. Bild, Focus Online oder auch der Kölner Express griffen die kuriose Nachricht auf. Bereits vor drei Jahren machte eine ähnliche Geschichte aus Garmisch-Partenkirchen bundesweit Schlagzeilen. Bei den G7-Protesten am Schloss Elmau verliebte sich eine Einheimische in einen Polizisten. Die Gewerkschaft der Polizei schaltete sich als Vermittlerin ein - aber ohne Erfolg. Der Beamte aus Wuppertal war schon glücklich vergeben, berichtete Merkur.de. Es sollte jedoch nicht der einzige Flirt bei den Protesten bleiben. Ein anderer Polizist, auch aus NRW, verknallte sich bei dem Einsatz (Merkur.de)

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Erstmeldung aus dem Erdinger Anzeiger: Polizist bekommt mehrere Heiratsanträge

Forstern – Keine Sendung ist am Mittwoch im deutschen Fernsehen von so vielen Zuschauern verfolgt worden wie Aktenzeichen XY ungelöst . . . im ZDF. 4,55 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 16,1 Prozent entspricht, sahen die Fahndung nach dem Serienbankräuber, der in den vergangenen zwei Jahren neun Mal im Münchner Norden zugeschlagen haben. Einen Überfall beging der 25 bis 45 Jahre alte, hochdeutsch sprechende Mann am 8. Dezember 2017 auf die Raiffeisen-Volksbank an der Hauptstraße in Forstern. Dort erbeutete er mehre tausend Euro.

Hans-Peter Kammerer, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, berichtet von 80 Anrufen, aus denen sich 34 Hinweise ergeben hätten. Vier konkretere Hinweise betrafen die Fahrzeuge des Täters, erst ein schwarzer VW Passat und zuletzt ein BMW E 91, fünf den Täter selbst. „Das Raub-Kommissariat der Kripo Erding geht ihnen seit Donnerstagmorgen nach“, so Kammerer, der aber einschränkend sagt: „Eine ganz heiße Spur ist bislang nicht dabei.“ Nicht nur im Aufnahmestudio riefen die Zuschauer an, sondern auch bei der Polizei in Erding. „Fünf Kollegen haben die Anrufe entgegengenommen. Da haben wir natürlich in den Abend- und Nachtstunden aufgestockt“, erzählt der Sachbearbeiter der Überfallserie, Alexander Ziegltrum.

Live-Sendung akribisch vorbereitet

Der Kriminaloberkommissar war von Anfang an in die Sendung eingebunden, die Vorbereitungen begannen schon Wochen vorher. „Beim Drehen des Filmbeitrags haben wir mit unseren Erkenntnissen mitgewirkt“, erzählt der 41-Jährige. „Die Produktionsfirma Securitel hat ein Drehbuch geschrieben, das wir dann gelesen haben.“ Auch die Live-Sendung mit Moderator Rudi Cerne selbst sei akribisch vorbereitet worden. 

Auftritt vor 4,55 Millionen Zuschauern: Der Erdinger Kriminalkommissar Alexander Ziegltrum (l.) stellte mit Moderator Rudi Cerne die Überfallserie vor, jeder Punkt ist ein Tatort. 

„Am Mittwochnachmittag bin ich mit meinem Kollegen ins Studio auf dem Gelände der Bavaria-Filmwelt gefahren. Dort sei der ganze Ablauf mehrfach durchgesprochen worden. Zur Generalprobe kam dann auch Cerne. „Das Gespräch wurde vorher festgelegt. Mir wurde gesagt, wann ich wo stehen, wann ich in die Kamera schauen soll, und wann ich Informationen ablesen kann“, erinnert sich Ziegltrum. Auch wenn er es immer wieder mit Verbrechern zu tun hat, „je näher die Sendung kam, desto größer wurde das Lampenfieber“. Für Ziegltrum war es die TV-Premiere. „Ich bin sehr angetan von Rudi Cerne. Er strahlt eine große Ruhe und Souveränität aus und nimmt einen als Studiogast sehr gut mit.

Polizist bekommt mehrere Heiratsanträge

Im Studio tummelten sich mindestens 30 Mitwirkende. Ziegltrum nahm nach dem Beitrag die ersten Anrufe entgegen, unterstützt von erfahrenen Beamten des Landeskriminalamts. „Wenn ein Hinweis zu unserem Täter einging, habe ich die Gespräche übernommen.“

Mit einem Schmunzeln berichtet er, dass nicht nur Tippgeber an der Strippe waren. „Ich habe zwei, drei Heiratsanträge bekommen. Andere haben gefragt, ob ich ihnen mit Geld helfen kann.“ Damit, gesteht der 41-Jährige, „habe ich nicht gerechnet“.

Erst gegen 23 Uhr traten er und sein Kollege die Heimreise an. Am Donnerstagmorgen war er schon wieder früh im Büro. „Die Kripo Erding sucht weiter den Täter, aber keine Frau für den Kollegen“, hieß es zu Ziegltrums Zukunft.

Fahndung: Der Serien-Bankräuber ist zwischen 25 und 45 Jahre alt und 1,75 bis 1,85 Meter groß. Er trägt Stirn- oder Halbglatze und hat eine schlanke, sportliche Figur. Auch seine Kleidung war meist sportlich. Auffällig ist, dass er nie Handschuhe trug. Im Umgang mit der Pistole – es dürfte sich um eine Walther P99 oder PPQ handeln – soll er versiert sein. Bei den meisten Taten trugen seine Fahrzeuge die – gestohlenen – Kennzeichen PAF-E 777. Hinweise werden weiter unter Tel. (0 81 22) 96 80 entgegengenommen. Die Belohnung beträgt 13 000 Euro.

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