Die Amarillo’s-Spaßtruppe: Auch das Team um Jacky Cleever (3. v. r.) und Marisa Neglia (r.) kam freilich verkleidet zur Party.
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Die Amarillo’s-Spaßtruppe: Auch das Team um Jacky Cleever (3. v. r.) und Marisa Neglia (r.) kam freilich verkleidet zur Party.
Hoher Besuch zum Abschied: Stefan Dettl (l.) und seine Band LaBrassBanda schauten vorige Woche im Amarillo’s vorbei – Marisa Neglia (M.) freute sich sehr.
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Hoher Besuch zum Abschied: Stefan Dettl (l.) und seine Band LaBrassBanda schauten vorige Woche im Amarillo’s vorbei – Marisa Neglia (M.) freute sich sehr.
Proppenvoll war das Amarillo’s beim Weiberfasching.
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Proppenvoll war das Amarillo’s beim Weiberfasching.

Amarillo’s: Die letzte Veranstaltung

Abschied vom „zweiten Wohnzimmer“

Ein ausgelassener Weiberfasching war die letzte große Veranstaltung im Amarillo’s in Forstern. An diesem Samstagabend findet die Abschiedsfeier statt – dann ist endgültig Schluss.

ForsternNach elf Jahren schließt die kultige Musikbar Amarillo’s in Forstern ihre Türen. Doch vorher werden das „Amas“ sowie seine Besitzer Marisa Neglia und Jacky Cleever in einem letzten Feiermarathon gebührend verabschiedet.

Die letzte große Veranstaltung war am Unsinnigen Donnerstag der Weiberfasching. Von Nah und Fern kamen die Gäste so zahlreich, dass die Kneipe schon vor dem offiziellen Beginn proppenvoll war. „Wir wohnen seit zwei Jahren in Fischbachau, aber wir kommen immer wieder hierher“, sagte Günter Brauner (50) begeistert. So eine tolle Kneipe finde sich nirgends, und er habe oft seinen Geburtstag hier gefeiert.

Mit von der Partie war an diesem Abend auch die von Cleever mitgegründete Band Gams N’ Roses, die der Menge mit Faschingsklassikern einheizte. „Das Amas war immer eine lustige Anlaufstelle für Feiernde und es hat fast nie Ärger mit der Polizei oder mit Nachbarn gegeben“, blickte Sepp Kellner (52) zurück. Die Anziehungskraft des Amarillo’s sei unbestreitbar. Die authentische Einrichtung, eine Mischung aus Mexiko und Route 66, internationale wie lokale Bands und spannende Unterhaltungen machten das Flair aus.

„Wir haben das Ende immer verdrängt und gehofft, dass irgendwann jemand vor der Tür steht und sagt: ,Macht weiter‘“, erzählt Neglia aufgewühlt. Der letzte Abend sei noch so weit weg gewesen. Jetzt komme der Abschied doch so schnell.

Die Musikbar sei Anlaufstelle für Jung und Alt gewesen, ein „sozialer Treffpunkt“, meint Cleever: „Ich könnte tausend G’schichterl erzählen. Für mich war jeder Tag ein besonderer.“ In diese Kategorie dürfte auch der Tag fallen, an dem die Kultband LaBrassBanda mit Frontmann Stefan Dettl vorbeischaute. Die Musiker seien gerade nach ihrer Welttournee am Münchner Flughafen gelandet und hätten das Amarillo’s besuchen wollen. „Das hatten wir dem Kellner Sepp zu verdanken. Er ist Sicherheitschef der Band und hat immer von unserer Kneipe als seinem ,zweiten Wohnzimmer‘ geschwärmt“, erzählte Cleever. Kurzerhand entschloss sich LaBrassBanda zu dem kleinen Abstecher.

Das Amarillo’s sei sein Lebensinhalt gewesen, sagt Cleever und bedauert, dass mit Gemeinde und Kirche keine Rettungsmöglichkeit dafür gefunden wurde. Cleever, Neglia und ihr Team sind traurig, dass die Kneipe schließen muss. „Hier hat es einen Schmelztiegel an Generationen gegeben. Es wurde zusammen gelacht, gesungen und geweint.“ Es seien neue Beziehungen und Freundschaften entstanden, aber auch Abschiede von lieb gewonnen Menschen durchlebt worden.

Ob es eine gastronomische Zukunft für Neglia und Cleever gibt? „Wir haben Angebote bekommen, aber wir wollten immer eine Bar im Ort sein“, erklärte Cleever.

An diesem Samstagabend findet die Abschiedsfeier statt. Es wird ein letztes Mal bis in die Morgenstunden gefeiert. Die Gäste wollen Cleever und Neglia überraschen, „um ihnen zu zeigen, wie wichtig sie uns sind und wie toll unsere Zeit mit ihnen war“, sagt Brauner. Nun wird gefeiert, bis der Letzte geht – am Montag wird zugesperrt.

Alexander Lotz

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