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Volles Haus beim Hirschbachwirt: Dort stellte Bürgermeisterkandidat Rainer Streu (l.) vor, was sich die AWG von heuer bis 2026 alles für Forstern vorgenommen hat. Seit 1948 stellt die AWG den Rathauschef. Streu will diese Tradition fortsetzen.

Kommunalwahl 2020

AWG Forstern: Senioren, Jugend und Ortskern im Fokus

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Forstern - Rainer Streu will Forsterner Bürgermeister werden. Jetzt stellte er die Ziele der Alten Wählergemeinschaft (AWG) vor. Senioren, Jugend und Ortskern stehen im Fokus.

Trotz Sturmtief Sabine und Stromausfall in Preisendorf war die Gaststube im Hirschbachwirt am Montagabend voll besetzt. Eingeladen hatte die Alte Wählergemeinschaft (AWG) Forstern. Für sie geht es bei der Kommunalwahl am 15. März um viel, schließlich stellt die AWG seit 1948 den Bürgermeister. Das will sie auch weiterhin tun.

Seit 1996 ist Georg Els in Forstern am Ruder, er tritt aber bekanntlich nicht mehr an. Sein Nachfolger aus den eigenen Reihen möchte Rainer Streu werden, außerdem kämpfen Maria Feckl (Grüne) und Sebastian Klinger (CSU) um den Rathaussessel.

„Ich war erst mal überrascht, als Georg Els mich gefragt hat, ob ich kandidieren möchte“, bekannte Streu in der Wahlveranstaltung. Er habe Respekt vor den Themen, die in der Gemeinde anstehen, wolle sich aber den Aufgaben gern stellen. Dass er Verantwortung übernehmen kann, zeigt die Biografie des 39-jährigen Schreinermeisters. Streu ist unter anderem seit 2009 im Vorstand der Forsterner Feuerwehr mit 100 Aktiven und seit 2011 deren Kommandant.

Streu brachte den Bürgern das Wahlprogramm der AWG näher. Er sprach dabei weniger von Zielen, sondern von dem, „was wir uns vornehmen“ – und zwar unter dem Motto: „Menschlich denken – nachhaltig handeln“. Seinen Vortrag ergänzten die Listenkandidaten thematisch.

Bei den Kindertagesstätten sei Forstern gut aufgestellt, derzeit entsteht in Karlsdorf ein neues Kinderhaus mit Krippe. Wenn es fertig ist, soll der Gemeindekindergarten Villa Wirbelwind umgebaut werden, sodass der Hort dort mit einziehen kann. Damit die Belange der Jugend nicht zu kurz kommen, will Streu künftig jährlich ein Jugendforum abhalten, um deren Wünsche abzufragen. Die Eröffnung eines Jugendraums für ein wöchentliches Treffen sei bereits ein erster Schritt gewesen, so Streu. Auch der Erhalt der Schule in Forstern sei ein wesentlicher Punkt, die technische Aufrüstung vor allem für das Heranführen an digitale Medien werde dabei deutlich an Gewicht gewinnen.

Eine hohe Priorität hat die Seniorenarbeit, für die es vor allem mit dem Seniorenbeirat und der Nachbarschaftshilfe wichtige Säulen gebe, die man aufrecht erhalten wolle. Seniorengerechte Wohnungen stehen bei der AWG ebenso auf der Agenda wie die geplante Pflegeeinrichtung für Kurzzeit,- Tages,- und stationäre Pflege.

Eine Herausforderung sehen Streu und sein Kandidatenteam in der Neugestaltung des Ortskerns. Hier gibt es Visionen von einem echten Dorfplatz, der von Rathaus und Bücherei eingerahmt wird. „Für das Zentrum sind die Planungen bereits fortgeschritten. Die Frage wird sein, was wir uns leisten können“, sagte der Bürgermeisterkandidat. Auch die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt und eine Geschwindigkeitsbremse sollen hier Beachtung finden.

Eine klare Position bezieht die AWG zum größeren Edeka-Markt, der neben dem neuen Feuerwehrhaus entstehen soll. „Wir sind dafür“, stellte Streu klar. Die Kaufkraft könnte dann im Ort bleiben, und es werde weniger weit Auto gefahren. Jedoch favorisiert die AWG eine Tiefgarage, um Flächen zu sparen, und hält eine Aufstockung des Gebäudes für sinnvoll, um im Obergeschoss Büros oder Praxen unterbringen zu können.

Geschosswohnungsbau und Nachverdichtung sind für die AWG bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum durchaus Alternativen zu neuen Baugebieten. Und ein Einheimischenmodell soll es jungen Familien ermöglichen, im Ort zu bleiben. Neben der Unterstützung der Vereine spricht sich die AWG für den Verzicht von Glyphosat auf gemeindeeigenen Flächen ebenso aus wie für Energieeffizienzmaßnahmen an gemeindlichen Gebäuden.

Eine interessante Option könnte es für Landwirte geben. Die AGW denkt nämlich nicht nur über einen Wochenmarkt nach, sondern auch über die Präsentation regionaler Produkte auf der Gemeinde-Homepage.

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