Gemeinderat Forstern

Ein Bauwagen für die Jugend

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Forstern – Startschuss für die offene Jugendarbeit in Forstern: Bis ein fester Raum gefunden ist, bekommen die Teenager einen Bauwagen – und in jedem Fall sozialpädagogische Betreuung.

Seit sie vor gut zweieinhalb Jahren in den Gemeinderat gewählt wurde, setzt sich Simona Loupal (SPD/Die Grünen) besonders für die Belange der jungen Bürger Forsterns ein. Als Jugendreferentin nutzt sie jede Gelegenheit, um auf deren Bedürfnisse hinzuweisen – und um einen eigenen Raum für den Nachwuchs einzufordern. Nun trägt ihre Hartnäckigkeit Früchte: In der Gemeinderatssitzung am Dienstag verkündete Loupal, dass sie einen Bauwagen gefunden habe, der nur noch einen Stellplatz brauche. Darauf zielte ein entsprechender Antrag ihrer Fraktion ab.

Loupal berichtete, dass sie mit Jugendlichen, die sich in ihrer Freizeit am Forsterner Hartplatz treffen, gesprochen habe. „Sie hätten gerne einen trockenen Platz, wo sie zusammensitzen und Musik hören können“, sagte sie. Die jungen Leute hätten im Gespräch angekündigt, sich selbst Regeln für einen Jugendraum auferlegen zu wollen – etwa kein Alkohol, keine Drogen, keine Zigaretten.

Da andere Gemeinden für ihre Teenager einen Bauwagen hätten, habe sie sich auf die Suche nach einem solchen begeben, berichtete Loupal. Fündig wurde sie in Sinsöd: „Dort steht ein Bauwagen, eingerichtet mit kleinem Ofen, Couch, Holzbank, Tisch und Lichtanlage. Die Jugendlichen, die ihn privat genutzt haben, wollten ihn verkaufen“, erklärte Loupal. Da habe die Gemeinde nicht lange gefackelt und sich den Wagen für 3500 Euro gesichert, sagte Bürgermeister Georg Els (AWG).

Er brachte als möglichen Standort den Platz zwischen Tennisheim und Sportanlage ins Spiel. Suchen und festlegen müsse den Standplatz jedoch der Arbeitskreis des Gemeinderats, der sich mit der Jugendarbeit beschäftigt. Er hat inzwischen mehrfach getagt, unter anderem mit Barbara Huber, Geschäftsleiterin der Brücke Erding. Die Jugendhilfeeinrichtung wäre als Träger der offenen Jugendarbeit denkbar. Auch darum wird sich der Arbeitskreis kümmern. Außerdem sollen bei den Haushaltsberatungen für 2017 Gelder für die Jugendarbeit eingestellt werden.

Einig war man sich im Gremium, dass es einen Jugendraum nur geben könne, wenn die sozialpädagogische Begleitung stehe. Bevor diese also nicht organisiert sei, könne der Treff nicht starten, sagte Els. „In jedem Fall müssen wir das organisatorisch auf die Reihe bekommen“, meinte der Bürgermeister, der auch zugab, man habe das Thema in jüngster Zeit „etwas schleifen lassen“.

Sebastian Klinger (CSU) zeigte sich eher unzufrieden mit dem Bauwagen: „Das ist für mich zu klein. Ist ein Jugendraum zielführend, in den nur zehn, 15 Leute reinpassen?“ Peter Feckl (AWG) hingegen fand, ein Bauwagen „hat seinen Charme. Das ist ganz gut für den Start.“ Sebastian Hohentanner (SPD/Die Grünen) betonte, dass der Wagen lediglich als Provisorium gedacht sei.

Herbert Berger (AWG) hatte grundsätzlich nichts gegen einen neuen Treff. Er erinnerte jedoch daran, dass es „schon viele Versuche und schlechte Erfahrungen“ in Sachen Jugendraum gegeben habe – beispielsweise im Wörlsaal.

Feckl betonte, dass bei aller Betreuung die jungen Leute auch selbst Verantwortung übernehmen müssten. Dass das klappt, daran hegte Loupal keine Zweifel. Sie berichtete von Jugendlichen, die sich bereits beim Bürgermeister für den Müll rund ums Schulgelände entschuldigt und selbst dort sauber gemacht hätten. Zudem hätten schon einige Interessierte zugesagt, eine Jugendleiterausbildung zu absolvieren.

Vroni Macht

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