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Gemeinschaftsaktion am Wohncontainer: Die Asylbewerber, die Am Steinfeld in Forstern leben, haben im vorigen Jahr zusammen den Vorgarten auf Vordermann gebracht. Die Betreuung der Flüchtlinge und des Helferkreises ist eine der Aufgaben des sozialen Ansprechpartners Mathias Weigl.

Bilanz von sozialem Ansprechpartner Mathias Weigl 

Unersetzbar für Flüchtlinge und Obdachlose

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Mathias Weigl ist seit gut eineinhalb Jahren der soziale Ansprechpartner in Forstern. In der Gemeinderatssitzung zog der Sozialpädagoge eine erste Bilanz seiner Tätigkeiten.

Forstern– Seit 1. August 2015 ist Mathias Weigl in der Gemeinde Forstern als sozialer Ansprechpartner angestellt. „Er hat hier Fuß gefasst und ist in seinen Tätigkeitsfeldern unersetzbar geworden“, fasste Bürgermeister Georg Els (AWG) in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend zusammen. Was Weigl in seien 14 Wochenstunden leiste, sei beispielhaft.

Schwerpunktmäßig hat sich der Sozialpädagoge bisher um drei Arbeitsfelder gekümmert: Helferkreis Asyl, Obdachlosigkeit und Seniorenbeirat. Da vieles davon im Stillen passiere, berichtete Weigl nun den Gemeinderäten von seinen Tätigkeiten.

Eine Aufgabe, die Weigl von Beginn an in der Gemeinde übernommen hat, ist die Betreuung der Asylsuchenden und des Helferkreises. Aktuell leben in dem Haus an der Münchner Straße und in der Containeranlage Am Steinfeld sechs Familien aus Nigeria, Eritrea und dem Kongo. Sie bestehen aus neun Erwachsenen und 14 Kindern – die ältesten sind 14 Jahre alt, der jüngste Bub gerade drei Wochen. Daneben wohnen fünf somalische Frauen und zwei somalische Männer in Forstern.

„Sie fassen langsam Vertrauen und öffnen sich allmählich immer mehr“, berichtete Weigl, der so etwa erfahren habe, dass mindestens drei der Forsterner Flüchtlinge per Boot über das Meer nach Europa gekommen seien. Die Anhörungen hätten alle 16 Erwachsenen schon hinter sich. Vier seien bisher im Asylverfahren anerkannt, der Rest befinde sich im schwebenden Verfahren. „Bis auf vier Mütter mit kleinen Kindern sind mittlerweile alle in Arbeit, im Praktikum, in der Schule oder im Sprachkurs. Manche können schon so gut Deutsch, dass sie als Dolmetscher eingesetzt werden“, erklärte Weigl.

Zusätzlich dazu leben im ersten Obergeschoss der Container am Steinfeld 14 ehemals unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zwischen 19 und 21 Jahren, die aber vom Jugendamt personell betreut würden.

Um die weiteren Asylsuchenden kümmert sich der Helferkreis, dem derzeit 39 Ehrenamtliche angehören. Zu ihren Aufgaben zählen unter anderem Sprachkurse, Hausaufgabenbetreuung für die Kinder und die erste Begleitung zu Behörden und Ärzten.

Vor allem aber wolle man Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Weigl selbst ist Ansprechpartner für Flüchtlinge wie für Helfer. Er steht zudem in Kontakt zu Fachstellen wie dem Landratsamt oder der Caritas.

Ein weiteres Aufgabenfeld, das fast ausschließlich im Stillen passiere, ist die Obdachlosigkeit. „Man denkt vielleicht, dass es so etwas in einer Gemeinde im Speckgürtel von München nicht geben kann. Aber auch bei uns existieren Fälle von Obdachlosigkeit“, sagte Weigl und nannte aktuelle Fälle: So versuche man derzeit, den Wohnraum einer alleinerziehenden Mutter mit vier Kindern zu erhalten. Einen Mann habe man in der gemeindlichen Notunterkunft untergebracht, und auch eine Großfamilie mit zwei minderjährigen Kindern habe man vor der Obdachlosigkeit retten können.

„Solche Fälle kommen in Zukunft sicher öfter vor“, prophezeite Weigl, zu dessen Aufgaben in diesem Bereich vor allem Beratung, die Hilfe bei Behördengängen und der Kontakt zu Fachstellen gehört.

Eine gute Vernetzung spielt auch beim dritten Aufgabenfeld eine wichtige Rolle: Erst kürzlich wurde der Seniorenbeirat gewählt, der auch schon seine Arbeit aufgenommen hat. Weigl steht auch hier als Berater und Ansprechpartner zur Seite. Die Vorstellung des Beirats übernahm dessen Vorsitzender Reinhard Anger im Anschluss selbst (Bericht folgt).

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