Gemeinderat Forstern

„Bildungscampus“ wieder im Gespräch

Forstern – Kann die Grundschule doch aufgestockt werden, um einen Kinderhort unterzubringen? Diese Frage beschäftigte den Forsterner Gemeinderat erneut. Jetzt will man per Gutachten die Brandschutzfrage klären.

Wie berichtet, hatte Architekt Martin Hubner in der Februar-Sitzung erklärt, dass eine Aufstockung nicht wirtschaftlich sei. Nun berichtete Bürgermeister Georg Els (AWG) von einem Treffen von Fraktionssprechern und Verwaltung, in dem verschiedene Varianten durchgespielt wurden. Man sei gemeinsam zu einem bereits bekannten Ergebnis gekommen: In den Rathausneubau in der Ortsmitte soll der Hort einziehen. Das sei die „schnellste und finanziell überschaubarste Lösung“, so Els, da der Baukörper so und so auf Gemeindegrund errichtet werde. Man habe sich mit den Fraktionssprechern auf diese Variante geeinigt, „wohl wissend, dass wir dann vielleicht aus der Städtebauförderung herausfallen“.

Jetzt brachte Franz-Josef Obermaier (AWG) die Aufstockung erneut ins Spiel. Er habe mit dem Statiker gesprochen, „weil mir das in der letzten Sitzung zu schnell abgehandelt wurde“. Laut Aussage des Experten sei die Statik machbar, jedoch müsse man das Gebäude in Sachen Brandschutz „ordentlich untersuchen“. Das sei bisher nur grob per Sichtprüfung geschehen. Er plädierte vor einem „Schnellschuss Rathaus plus Hort“ für eine eingehende Prüfung. Bisher sei nur bekannt, dass sich durch die Aufstockung für das Gebäude eine höhere Feuerwiderstandsklasse ergebe und man mehr Brandschutz brauche.

Rainer Streu (AWG) forderte Informationen darüber, welche Maßnahmen dafür nötig wären, und was diese kosten würden. Allerdings könnte es sein, dass die Schule alleine wegen der geplanten Generalsanierung in eine höhere Klasse rutscht. Immerhin soll sie nicht nur energetisch aufgemöbelt, sondern auch barrierefrei gemacht werden – unter anderem mit einem Aufzug. „Und in dem Augenblick, in dem wir etwas verändern, müssen wir auch den Brandschutz ertüchtigen“, sagte Els. Wenn das bei der Sanierung ohnehin passiere, „können wir uns überlegen, ob es nicht doch Sinn macht, die Schule aufzustocken. Das wäre schon eine Prüfung wert“, fand Franz Wintermayr (CSU).

Bei einigen Ratsmitgliedern sorgte die neuerliche Diskussion hingegen für Unmut. „Was kostet diese Untersuchung jetzt wieder? Ich bin davon ausgegangen, dass bereits eine Machbarkeitsstudie vorliegt“, sagte etwa Gerhard Eicher (CSU). Und Vizebürgermeister Sebastian Klinger (CSU) monierte: „Wenn wir jetzt nicht endlich weiterkommen mit der Planung, reden wir nächstes Jahr immer noch. Mich ärgert das dermaßen, weil wir uns extra zusammengesetzt hatten, und jetzt fangen wir wieder von vorne an.“

Anton Oskar (CSU) sorgte sich zudem um den Unterricht. „Die energetische Sanierung geht im laufenden Schulbetrieb, aber den Brandschutz zu verbessern wäre ein Riesenaufwand“, sagte er. Der Unterricht müsste ausgelagert werden, von rund zwei Jahren war die Rede, und auch die Mittelschule werde unter Lärm leiden.

„Mich stört, dass bis heute niemand davon erfahren hat, dass man sich über zusätzliche Untersuchungen Gedanken macht“, sagte Els in Richtung Obermaier. „Das Mindeste wäre es, dass man die Fraktionsspitzen und die Verwaltung informiert.“ Er schlug dennoch vor, „um nicht in die falsche Richtung zu reiten“, ein Konzept darüber erstellen zu lassen, welche Qualität der Brandschutz für eine Aufstockung haben müsste. „Das kostet uns zwei Monate, das ist nicht die Welt“, sagte Els. Parallel dazu werde der Plan für den Rathausneubau geändert, so dass dort ein Hort ebenfalls möglich wäre.

Das Forsterner Gremium votierte gegen die Stimmen von Klinger und Oskar für diese Verfahrensweise. „Vielleicht ergibt sich bei dem Gutachten auch, dass eine Brandschutzsanierung überhaupt nicht wirtschaftlich ist und ein Abriss samt Neubau besser wären“, meinte Els. Erwin Nominacher (SPD/Die Grünen) stimmte zu. „Dann hätten wir einen neuen Bildungscampus, alles komplett an einem Ort. Das gefällt mir“, sagte er.

Vroni Macht

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