Ein Schild weist auf eine Schulbushaltestelle hin
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Die Schulbussituation von Forstern nach Erding ist seit vielen Jahren ein Thema in der Gemeinde. Um in Pandemiezeiten übervolle Fahrzeuge zu vermeiden, sind derzeit mehr Busse unterwegs. In Forstern hat das zumindest am ersten Schultag nicht geklappt wie geplant (Symbolbild).

Von Forstern fährt Verstärker, doch regulärer Gelenkbus fällt aus

Bus-Panne gleich am ersten Schultag

  • Veronika Macht
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Die Schulbussituation von Forstern nach Erding ist seit vielen Jahren ein Thema in der Gemeinde. Um in Pandemiezeiten übervolle Fahrzeuge zu vermeiden, sind derzeit mehr Busse unterwegs. In Forstern hat das zumindest am ersten Schultag nicht geklappt wie geplant.

Forstern – „Wie erwartet, waren die Schulbusse nach Erding überfüllt. Viele Eltern haben daher entschieden, ihre Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen“, schildert ein Mann in der Forstern-Gruppe auf Facebook die Situation am Dienstag, die eine rege Diskussion nach sich zog. „Ich halte das für ein Totalversagen der Organisatoren“, lautet sein Fazit.

Abends in der Gemeinderatssitzung sprach Jugendreferentin Marlene Pawelczyk (AWG) das Problem an, für sie ein „Herzensthema“: „Es ist traurig, dass Kinder teilweise früher aufstehen müssen und zur ersten Haltestelle gehen, um dem Stress beim Einsteigen zu entgehen.“ Es sei auch nicht tragbar, dass Kinder in Erding stehen gelassen würden, wenn der Bus überfüllt sei. Pawelczyk appellierte an die Eltern, die Einladung des Landratsamts anzunehmen und Probleme zu melden. Wie berichtet, erreichen Betroffene die Behörde werktags ab 7.15 Uhr unter Tel. (0 81 22) 58 12 15 oder per E-Mail an bus@lra-ed.de.

Bürgermeister und Jugendreferentin machen sich vor Ort ein Bild

Pawelczyk und Bürgermeister Rainer Streu (AWG) hatten sich am Morgen an der Bushaltestelle bei der Schule selbst ein Bild von der Situation gemacht. Laut Streu setzt das Landratsamt zunächst diese und nächste Woche einen Verstärkerbus auf der Linie nach Erding ein. „Leider ist am Dienstag aber der reguläre Gelenkbus in Hohenlinden ausgefallen“, erklärte Streu. Deshalb sei nur mit einem zusätzlichen normalen Linienbus gefahren worden. Streu: „Was eigentlich hätte entzerren sollen, hat sich dadurch so dargestellt wie immer.“

Streu berichtete von seinen Beobachtungen an der Haltestelle, dass zwar im ersten Bus fünf Kinder gestanden, im zweiten Bus hingegen noch einige Sitzplätze frei gewesen seien. Mittags wiederum hätten alle Kinder einen Sitzplatz bekommen.

Laut Larcher bietet der Gelenkbus, der normalerweise im Einsatz ist, 125 Plätze, davon 65 Sitze. Wenn das Landratsamt einen Bus beplane, würden nur rund 80 Prozent der Kapazität angesetzt, der Bus werde also nicht ganz voll gemacht, so Streu. Larcher jedoch fahre eigenwirtschaftlich – und mache den Bus deshalb auch voll.

Feckl moniert Ungleichbehandlung bei den Fahrtkosten

Das Landratsamt hat laut Streu angeboten, gemeinsam das Gespräch mit der Firma zu suchen und zu schauen, ob Verbesserungen erreichbar seien. „Ich glaube, das wird sich mit dem Verstärker in den nächsten Tagen entzerren“, meinte Streu.

Er wies außerdem darauf hin, dass die Gemeinden auf der Linie keinen eigenen Bus fahren lassen dürften. Und er betonte, dass für die Schülerbeförderung in diesem Fall weder die Gemeinde, noch der Landkreis zuständig sei, sondern die Regierung von Oberbayern.

Maria Feckl (Grüne) sprach zudem die in ihren Augen „extreme Ungleichbehandlung“ der Schüler an, was die Fahrtkosten angehe. Wer mit dem MVV nach Erding in die Schule fahre, könne das 365-Euro-Ticket nutzen. Larcher-Tickets seien im Vergleich dazu um einiges teurer. Feckl bat Streu darum, dieses Thema in weiteren Gesprächen anzubringen. Der Bürgermeister wiederum spielte den Ball an Feckl zurück: Sie solle sich auch als Kreisrätin dafür einsetzen.

„Wir Gemeinden haben außerdem die Stellungnahme abgegeben, dass bei der Verlängerung der Konzession für uns maßgeblich ist, dass das MVV-Ticket von der Firma Larcher anerkannt wird“, sagte Streu. Nun müsse man abwarten, was das Busunternehmen dazu sagt und was die Regierung, wenn die Konzession neu vergeben wird.

vam

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