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Mit lustigen Smiley-Gesichtern wird schon an den Eingängen der Forsterner Schule erklärt, wann eine Maske zu tragen ist – und wann nicht.

Homeschooling an der Schule Forstern

„Alle machen das Beste aus der Situation“

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Die Schule Forstern wollte wissen, wie es Schülern und Eltern in den vergangenen Wochen mit dem Homeschooling ergangen ist. Dafür wurde eine anonyme Umfrage durchgeführt.

Forstern– Fast zehn Wochen Homeschooling liegen hinter Schülern, Eltern und Lehrern. Nach den Pfingstferien sollen alle Kinder wieder Präsenzunterricht bekommen – zumindest tageweise. Das Lernen daheim bleibt also weiter ein Thema. Wie es den eigenen Schüler und ihren Eltern bisher damit ergangen ist, wollte die Grund- und Mittelschule Forstern in einer anonyme Online-Umfrage herausfinden.

„Uns ist es wichtig, mit den Eltern in Kontakt zu bleiben und ehrliche Rückmeldungen zu bekommen“, erklärt Schulleiterin Annett Taubert. An der Umfrage haben 131 Eltern mit einem Kind und 32 Eltern mit mehreren Kindern, insgesamt 193 Kinder, teilgenommen – davon besuchen 77 die Mittel- und 116 die Grundschule.

Die meisten Schüler lernen täglich bis zu zwei Stunden

Die meisten Schüler arbeiten demnach wochentags bis zu 120 Minuten an den übermittelteln Aufgaben (77 Kinder), immerhin 35 investieren aber auch mehr als drei Stunden. Diesen Zeitumfang halten knapp 82 Prozent für angemessen. Fast die Hälfte (90 Kinder) zeigt sich sehr zufrieden mit der Organisation des Unterrichts durch die Lehrkraft, unzufrieden sind nur sechs. Dem Großteil der Kinder stehen vormittags Medien wie Smartphone, Tablet, PC und Drucker fürs Homeschooling zur Verfügung. Nur acht Kinder, allesamt Grundschüler, haben auf nichts davon Zugriff.

Erklärvideos und kreative Aufgabenstellungen kommen gut an

Danach gefragt, was am Unterricht daheim gut laufe, wurden zum Beispiel die Erklärvideos der Lehrer gelobt, dass sie für Fragen immer erreichbar und in ihren Auftragsstellungen sehr kreativ seien. Ein Resümee lautete: „Kontakt super, Aufgabenübermittlung prima, Lernen läuft meistens gut.“ Daneben erreichten die Schule auch Verbesserungsideen – etwa, dass Videokonferenzen auch in der 1. Klasse schön wären, damit sich Kinder und Lehrer untereinander sehen.

Grundschule: Aufträge in Form von Tages- und Wochenplänen

Die Grundschüler in Forstern bekommen fürs eLearning Aufträge in Form von Tages- und Wochenplänen. Mit Hilfe von persönlichen Lernvideos werden Inhalte veranschaulicht. Per Mail und Telefon findet Austausch zwischen Schülern, Eltern und Lehrern statt. „So lesen die Kinder der ersten Klasse etwa am Telefon ihren Lehrern auch vor“, sagt Taubert.

Gelernt und geübt wird schwerpunktmäßig in den Kernfächern Deutsch und Mathe, die Kinder erledigen aber auch gestalterisch-kreative Aufgaben. So haben sie sich zum Beispiel an der Aktion „Bunte Bilder für das Hilfskrankenhaus Erding“ beteiligt oder gestalten eine bunte Steinschlange. Die Lehrer bedanken sich vor allem bei den Eltern, die sie bei ihrer Arbeit engagiert unterstützen „und ihren Kindern eine großartige und manchmal auch geduldige Hilfe sind“.

Mittelschule: Schwerpunkt auf den Hauptfächern

Die Mittelschüler bekommen Wochen- oder Arbeitspläne per E-Mail. Die Lösungen gibt’s zur Selbstkontrolle, oder die Schüler schicken die Aufgaben an die Lehrkräfte zurück, die sie dann korrigieren. Die Lehrer bieten Telefonsprechstunden an und halten Videokonferenzen ab.

Im Prinzip werden alle Fächer so unterrichtet, wie in der Klasse auch sonst. Neue Inhalte werden zum Beispiel durch passende Videos zu Sachthemen oder kleine Lernvideos vermittelt. Auch die Fachlehrer senden Material, wobei der Schwerpunkt auf den Hauptfächern liegt. „Besondere Freude bereitet den Schüler und ihren Familien das Fach Soziales, wenn sie zu Hause kochen oder backen sollen“, sagt Taubert und fasst zusammen: „Es funktioniert wirklich gut, weil alle das Beste aus der Situation machen.“ Dennoch würden die meisten Schüler die Klassengemeinschaft vermissen und sich das Lernen im Klassenzimmer zurück wünschen.

Wechsel zwischen Präsenz- und Heimunterricht

Inzwischen sind neben den Abschlussschülern auch die Viert- und Achtklässler sowie seit Montag die Erst- und Fünftklässler an die Schule zurückgekehrt. Letztere beiden kommen in einer Art Wechselmodell, sodass jeder Schüler zwei oder drei Tage am Stück in der Schule ist. „Das ist noch mal eine andere Herausforderung als bisher, wenn immer nur ein Teil der Schüler im Präsenzunterricht ist und ein Teil daheim“, sagt Taubert.

Um die Abstände einhalten zu können, haben sie und Konrektor Andreas Preuschl mit Masken und Zollstock bewaffnet die Schule vermessen. Es wurden Plakate mit Hygieneregeln erstellt, die unter anderem auf die Maskenpflicht hinweisen. Sie gilt überall, wo die 1,50 Meter nicht komplett gewährleistet werden können – auf jeden Fall auf dem Weg ins Klassenzimmer, nicht aber am Platz selbst. Im Pausenhof wurden zudem Anstellpunkte für die Kinder aufgebracht, und die Klassen nutzen verschiedene Eingänge.

„Manchmal muss der Schulleiter einen Sprint hinlegen“

In den vergangenen Wochen war Taubert vor allem mit (Um-)Planungen beschäftigt, hinzu kamen immer neue Verordnungen vom Kulturministerium. „Das musste teilweise sehr schnell gehen, da muss man als Schulleiter schon mal einen Sprint hinlegen, um allen gerecht zu werden“, berichtet die Rektorin.

Neu terminiert werden mussten etwa die Qualiprüfungen. Der geplante Abschlussball mit Tanz fällt aus, bedauert Taubert: „Es ist sehr schade, dass wir die vielen Sachen, die Schule ausmachen, absagen mussten – Feste feiern, Begegnungen und Projekte, aber auch Sport-, Kunst- und Musikunterricht.“

vam

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