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„Themen viel lieber persönlich klären als schriftlich“ will Forsterns CSU-Bürgermeisterkandidat Sebastian Klinger (r.)., Dies machte er bei der Vorstellung des Wahlprogramms im Hirschbachwirt deutlich.   

CSU-Bürgermeisterkandidat Sebastian Klinger: Ein Teamplayer mit Führungsanspruch

Sebastian Klinger (CSU)  ist Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Forstern und hat Lust auf mehr. Als neuer, hauptamtlicher Rathauschef möchte er nicht nur die Mobilität verbessern.

Volles Haus beim Hirschbachwirt: Viele Bürger und Parteifreunde interessierten sich für die Vorstellung der CSU-Gemeinderatsliste und besonders für Klinger. Unter den Gästen war auch Maria Feckl von den Grünen, die neben Klinger und Rainer Streu (AWG) für die Nachfolge von Georg Els (AWG) kandidiert.

Klinger hat Erfahrung in der Kommunalpolitik. Seit 2002 sitzt er im Gemeinderat, 2003 übernahm er den CSU-Ortsvorsitz. 2008 kandidierte er schon einmal für das Bürgermeisteramt und freute sich letztlich über 34 Prozent der Wähler-Stimmen. Seit 2014 ist der 61-Jährige Els’ Stellvertreter und hat an dessen Posten neuen Gefallen gefunden. „Ich habe nun noch mal andere Einblicke erhalten. Die Tätigkeit fasziniert und begeistert mich. Ich sehe mich für diese Aufgabe in der Lage.“

Der zweifache, verheiratete Familienvater würde als Bürgermeister unvoreingenommen die Arbeit aufnehmen und nicht nur das Klima im Rathaus verbessern wollen. „Ich stehe für Transparenz, Objektivität, Offenheit und Wertschätzung. Ich werde nichts versprechen, das ich nicht halten kann“, sagte Klinger. Mit dem Gemeinderat wolle er als geschlossenes Team zusammenarbeiten und auch andere Meinungen akzeptieren. Durch seinen Job (seit 40 Jahren bei BMW) und seine elfjährige Gruppenleiter-Tätigkeit habe er Erfahrung in der Arbeit und Leitung eines Teams.

Die 16-köpfige Bewerberliste bezeichnete der Kfz-Meister als gute Mannschaft. Die amtierenden Räte Anton Oskar, Gerhard Eicher, Stefan Ganghofer und Franz Wintermayr folgen Klinger auf den Plätzen zwei bis fünf, Gemeinderätin Dr. Annett Taubert auf Rang acht. Sie alle betonten die Wichtigkeit eines offenen, transparenten Umgangs im Gemeinderat. Zum Thema Bildung sagte Taubert, die die örtliche Grund- und Mittelschule seit vier Jahren leitet, in Forstern müsse noch einiges getan werden: „Wir sind eine der wenigen Schulen, die keine digitalen Tafeln haben, sondern noch Projektoren.“ Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung laufe schleppend. Dabei sei es auch für den Wechsel auf weiterführende Schulen wichtig, die Kinder früh mit modernen Medien zu erziehen. Zwingend notwendig sind laut Taubert auch Planungen für einen Um- oder Neubau der Schule.

Klinger nannte als weitere Ziele die Umsetzung eines Pflegeeinrichtungskonzeptes in Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat. Das Kulturangebot möchte er ausbauen, Projekte für den Nachwuchs wie Ferienbetreuung oder Jugendtreff weiterführen. Neue Baugebiete sollen entstehen, ein bedarfsgerechtes Einheimischenmodell, sozialer Wohnungsbau, Geh- und Radwege, mehr Sitzgelegenheiten für Spaziergänger.

Ein Anliegen ist Klinger auch die Mobilität. Die geplante Ruftaxi-Linie vom südlichen Landkreis nach Erding unterstützt er. Zusätzlich will er mit anderen Gemeinden einen Bürgerbus einführen –unter dem Motto „Bürger fahren Bürger“. „Das könnte ein richtig gutes Zusatzangebot werden, wenn man es richtig bewirbt“, meinte Klinger. Er habe soweit schon alles vorbereitet und wolle das Thema bald – am liebsten als Gemeindechef – vorstellen. Den Bürgern will Klinger „offen zuhören und für jeden im Rathaus Zeit finden“.

Die Fragen der Bürger drehten sich vor allem um den Bürgerbus, die Anzahl der Kiesgruben im Ort und den Ausbau oder die Sanierung von Straßen. Gegenüber einem etwas verärgerten Zuhörer gab Klinger zu: „Stimmt, die Außenorte werden wirklich oft etwas vergessen oder nicht so priorisiert.“ Eine staubfreie, verbesserte Straße nach Kipfing sieht aber auch er als sehr notwendig an. (Markus Ostermaier)

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