Diskussion um Drainagen

Abwasserzweckverband will den Abfluss dicht machen

Anlieger versus AZV: Der Anschluss von Drainagen ans Leitungsnetz des Abwasserzweckverbandes Erdinger Moos ist per Satzung verboten. Doch bei vielen älteren Häusern in Tading war das viele Jahre gängige und unbeanstandete Praxis.

Forstern/Tading – Jetzt pocht der AZV darauf, die Satzung einzuhalten und bot den Betroffenen eine zweijährige Sondervereinbarung als Übergangslösung an. Falls für Einzelne nachweislich keine andere Möglichkeit als die Einleitung des Drainagenwassers in den AZV-Kanal bestehe, könne dies weiter gegen eine Gebühr geschehen.

In einer sehr gut besuchten Anliegerversammlung im Forsterner Schmankerlwerk, die der betroffene Gemeindebürger Donald Polzin organisiert hatte, forderten die Anwesenden in einer pauschalen Anrechnung des Fremdwassers mit einer dauerhaften Acht-Prozent-Regelung (20 Euro pro Jahr) eine wesentlich günstigere Gebühr, als die der Sondervereinbarung (monatlich 50 Euro ab 30 Kubikmeter, darunter zehn Euro). Die genaue Menge könne nur über den Einbau einer Pumpe mit Betriebsstundenzähler ermittelt werden. Enttäuscht zeigte sich Polzin darüber, dass kein AZV-Vertreter der Einladung gefolgt war. Die Forsterner Gemeinderäte mit Bürgermeister Georg Els konnten nicht teilnehmen, weil zeitgleich eine Gemeinderatssitzung stattfand.

Polzin erläutere die Historie. 40 Jahre sei alles gut gegangen: Hauseigentümer in Tading, deren Eigenheime mit Drainagen in der Baugrube versehen sind, hätten dieses Wasser zunächst über einen Privatkanal in den Hirschbach und ab 1976, nachdem der öffentliche Mischwasserkanal gebaut war, ins Abwassersystem eingeleitet. Diese Handhabe will der AZV nicht mehr dulden. Nach erfolglosen Gesprächen habe der Verband gedroht, die gefundenen Drainagen sofort zu verschließen.

Der anwesende Jurist Christian Braun schlug den Betroffenen vor, einen geologischen Gutachter überprüfen zu lassen, ob durch die vorherrschende Lehmschicht überhaupt zurückgestautes Schmutzwasser ins Grundwasser gelangen könne. Die Acht-Prozent-Regelung will man laut Polzin eventuell über eine Interessengemeinschaft erstreiten. 45 Personen hätten sich bereits gemeldet.

Im Gespräch mit der Heimatzeitung bestätigte AZV-Geschäftsführer Josef Schmittner die Kostenregelegung der Sondervereinbarung und verwies auf die Wirtschaftlichkeit. Er erläuterte, dass in einigen Fällen keine Drainagen nötig seien und problemlos verschlossen werden könnten. In diesem Fall hätten die Betroffenen rückwirkend zehn Euro monatlich zu bezahlen und ab Verschluss nichts mehr. „Die Leute sollen prüfen, ob sie die Drainagen wirklich brauchen.“ Eine „ökologisch sehr sinnvolle Lösung“ sei, das Drainagenwasser in einer Zisterne zu sammeln und zum Gartengießen zu verwenden. Bei einer Informationsveranstaltung unter Federführung der Gemeinde sei der AZV „selbstverständlich mit dabei“, nicht aber bei Treffen von Privatpersonen. Grundsätzlich stellte Geschäftsführer Schmittner klar: „Wir haben keine Verpflichtung, das Drainagenwasser aufzunehmen.“  vev

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