Ziel erreicht: Peter Sedlmeier, Egon Eicher und Eicher-Vertriebsleiter Vijendra Gupta am Khardung La (Bild oben, v. l.).
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Ziel erreicht: Peter Sedlmeier, Egon Eicher und Eicher-Vertriebsleiter Vijendra Gupta am Khardung La (Bild oben, v. l.).
Die Abenteurer waren fünf Wochen in Indien, davon 20 Tage auf den Traktoren. Sie fuhren 1800 Kilometer von Chandigarh nach Leh und zurück – in der Spitze mit 30 km/h, teilweise auch nur mit fünf km/h. Dabei eröffneten sich ihnen teils grandiose Ausblicke
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Die Abenteurer waren fünf Wochen in Indien, davon 20 Tage auf den Traktoren. Sie fuhren 1800 Kilometer von Chandigarh nach Leh und zurück – in der Spitze mit 30 km/h, teilweise auch nur mit fünf km/h. Dabei eröffneten sich ihnen teils grandiose Ausblicke
Mit dem Traktor im Himalaya unterwegs waren (v. l.) Egon Eicher, Vorsitzender der Eicherfreunde Forstern, und sein Sohn Jonas Eicher. Auf einer Expedition überquerten sie unter anderem den Rohtang Pass auf 3978 Metern Höhe über dem Meeresspiegel – eine der gefährlichsten Straßen der Welt.
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Mit dem Traktor im Himalaya unterwegs waren (v. l.) Egon Eicher, Vorsitzender der Eicherfreunde Forstern, und sein Sohn Jonas Eicher. Auf einer Expedition überquerten sie unter anderem den Rohtang Pass auf 3978 Metern Höhe über dem Meeresspiegel – eine der gefährlichsten Straßen der Welt.
Mit dabei war auch Egon Eichers Sohn Jonas mit dem Fahrrad.
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Mit dabei war auch Egon Eichers Sohn Jonas mit dem Fahrrad.

Egon Eicher auf Indien-Expedition 

Mit Eicher-Traktoren im Himalaya

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Egon Eicher ist etwas gelungen, was vor ihm niemand gemacht hat: Der Vorsitzende der Eicherfreunde Forstern ist über den Khardung La im Nordwesten Indiens gefahren, der als höchster befahrbarer Gebirgspass der Welt gilt – mit dem Traktor. Welches Fabrikat? Freilich ein Eicher.

Von Vroni Macht

Forstern– Mit vier Traktoren und einem Fahrrad auf die höchste befahrbare Passstraße der Welt: Dieses einzigartige Abenteuer haben fünf Männer diesen Sommer gewagt. Einer von ihnen ist Egon Eicher, Vorsitzender der Eicherfreunde Forstern und Nachkomme der legendären Traktoren-Bauer. Gemeinsam mit seinem Sohn Jonas (33) sowie drei weiteren Eicherfreunden begab sich der 67-Jährige auf Expedition in den Himalaya.

Wirklich geplant war die Tour so nicht. Die Idee dazu sei eher durch Zufall entstanden, sagt Eicher, bei einem Besuch in Indien im Dezember 2016. Sein indischer Freund Ravi Inder Singh, der vor einigen Jahren eine kleine Traktorenfabrik aufgebaut hat, bot ihm an, zwei Fahrzeuge für eine derartige Expedition zur Verfügung zu stellen. „Wir haben dann bei der Firma Eicher angefragt, ob sie uns ebenfalls zwei Traktoren geben könnte“, erzählt Eicher, denn in Indien werden nach wie vor Schlepper unter diesem Namen produziert – allerdings in Rot.

Bald stand fest, dass das Team tatsächlich mit vier Traktoren auf Expedition gehen kann: mit zwei Eicher und zwei Agri King, 40 bis 55 PS stark. Für die Teilnehmer – neben Vater und Sohn auch die Eicherfreunde Peter Sedlmeier (53), Franz Leipfinger (52) und Holger Götze (42) – stand damit ein Höhentauglichkeitstest an, da sie mehrere Wochen über 4000 Metern verbringen würden. „Und das ist nicht ganz ohne“, sagt der Unternehmer.

Die größte Gefahr in dieser Höhe seien lebensbedrohliche Hirn- oder Lungenödeme. Sie hätten mit der richtigen Akklimatisierung sowie Medikamenten zur Blutverdünnung vorgebeugt, berichtet Eicher. Die eine oder andere Beschwerde sei trotzdem nicht ausgeblieben – vom Nasenbluten über Kopfschmerzen bis zum Schwächeanfall.

Über den Leichenberg

Das Abenteuer startete Mitte Juli in Chandigarh, in der Traktorenfabrik von Ravi Inder Singh, wo täglich zwischen sechs und neun Agri King vom Band laufen. Eigens für die Expedition wurden zwei Schlepper mit Kabinen und einem Anhänger für Ausrüstung, Wasser und Lebensmittel sowie Kanistern für gut 120 Liter Diesel ausgestattet – denn auf der Strecke gibt es auf 350 Kilometern keine Tankstelle.

Bevor die Männer jedoch starteten, wurde ihnen noch eine große Ehre zuteil: Sie waren beim Ministerpräsidenten von Punjab zum Essen eingeladen. Im gepanzerten Fahrzeug ging’s zur Residenz. „Der Ministerpräsident war sehr auf unser Wohlergehen bedacht“, erzählt Eicher. So habe er den Kommandeur der Himalaya-Streitkräfte über die Expedition informiert, „sodass wir uns im Notfall auf die Unterstützung durch das Militär verlassen konnten“.

Ebenso beeindruckend sei die Abschiedszeremonie in einer Schule gewesen. Die Bürgermeister des Landkreises und jede Menge Presse schickten das Team, begleitet von Technikern und Fotografen, auf die Reise nach Manali, wo es die beiden Eicher-Traktoren in Empfang nahm. Auch hier gab es eine große Verabschiedung, bevor die vier Traktoren und das Fahrrad, mit dem Jonas Eicher unterwegs war, los rollten in Richtung Leh.

Auf der Strecke dorthin sind pro Jahr nur 3000 Privatfahrzeuge zugelassen. „Wir mussten also Genehmigungen einholen“, sagt Eicher und berichtet, dass die Straße nur vier Monate im Jahr geöffnet sei. In dieser Zeit müssten die Bewohner Lehs und 60 000 Soldaten an der Grenze zu China für das ganze Jahr versorgt werden.

Zu bewältigen galt es den berüchtigten Rohtang-Pass, mit 3978 Metern eine der gefährlichsten Gebirgsstraßen der Welt. Davon zeugt auch der Name – „Rohtang“ heißt im Deutschen Leichenberg, wegen der vielen Unfälle dort. „Da fährt man streckenweise schon sehr knapp am Abgrund vorbei“, erzählt Eicher. „Auf dem Traktor nimmt man das gar nicht so wahr.“

Zum Essen Dhal – oder Tütensuppe

Sein Sohn habe jedoch Bilder mit einer Drohne gemacht. „Und da merkt man erst, wie gefährlich das ist.“ Erst später erfuhren die Männer zudem, dass es wenige Stunden, nachdem sie eine Stelle passiert hatten, dort einen verheerenden Erdrutsch gegeben habe, bei dem viele Menschen gestorben waren.

Kein Wunder also, dass die Firma Eicher zur Sicherheit einen Schlepper mit einem GPS-Sender ausgestattet hatte. „Es war vereinbart, dass wir dreimal einen großen Kreis fahren, wenn wir Hilfe brauchen“, erzählt Eicher. Doch nach dem Überqueren des Rohtang-Passes konnte das GPS-Signal nicht mehr empfangen werden, und auch die Telefonverbindung brach ab, was für einige Unruhe beim Unternehmen gesorgt habe, erzählt Eicher.

Die weiteren Tagestouren waren akribisch geplant, „denn wir wollten aufgrund der Höhe immer an einer tieferen Stelle übernachten“, sagt Eicher. Geschlafen wurde in den mitgebrachten Zelten oder auch in Zeltlagern – gerne mal bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Dafür gab es dort für kleines Geld auch immer ein warmes Essen. „Meistens war das Dhal mit Reis, ein typisch indisches Gericht aus Linsen. Oder als einzige Alternative: Tütensuppe“, sagt Eicher lachend.

Höhe gut weggesteckt

Tag für Tag tuckerten die Traktoren durch abgeschiedene Natur, manchmal wüstenartig, manchmal bergig. Die Straßen waren teilweise sehr gut, oft aber auch katastrophal. „Da musste man auf alles vorbereitet sein“, berichtet Eicher. Insgesamt hätten die Traktoren die Höhe sehr gut gemeistert. „Wir hatten schon befürchtet, dass die Leistung bei nur 30 Prozent Sauerstoff dramatisch abnehmen würde. Aber sie haben das gut weggesteckt.“

So erreichten die Fahrer schließlich ihr Ziel – den Khardung La. Zwar streiten sich Experten darum, ob er wirklich, wie offiziell angegeben, auf 5602 Metern liegt. In jedem Fall gehört er zu den höchsten befahrbaren Gebirgspässen der Welt. Und der wurde nun erstmals mit Traktoren bezwungen.

Von der Himalaya-Reise

hat Egon Eicher bereits zweimal berichtet. Ein dritter Termin ist am Freitag, 24. November, ab 18 Uhr im Eicher-Museum in Forstern. Der Eintritt von 5 Euro (Mitglieder: 3 Euro) geht als Spende ans Museum. Für 6,50 Euro gibt es Kostproben aus der indischen Küche. Da die Plätze begrenzt sind, ist eine Anmeldung unter Tel. (01 72) 5 67 71 32 nötig. Zum Jahresende soll es ein Fotobuch und eine DVD über die Reise geben. Dafür werden gut 5000 Fotos und Filme bearbeitet. Alle Infos stehen auf www.eicherfreunde-forstern.de.

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