Energiewende in Forstern: Anton Alexandru Steininger (l.) stellte beim Infoabend der Gemeinde das Konzept seiner Firma power2nature vor.
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Energiewende in Forstern: Anton Alexandru Steininger (l.) stellte beim Infoabend der Gemeinde das Konzept seiner Firma power2nature vor.

Eigener Strom aus Sonnenlicht

Einbau von Photovoltaikanlagen: Firma power2nature will Forsterner beraten

  • Henry Dinger
    vonHenry Dinger
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Die Gemeinde Forstern packt das Thema Energiewende an: Bei einem Infoabend stellte sich das Unternehmen power2nature vor, das künftig die Bürger beraten will.

Forstern – „Schön, dass es ein bisschen weitergeht in der Gemeinde“, begrüßte Bürgermeister Rainer Streu in der großen Turnhalle gut zwei Dutzend Interessenten. Die Gemeinde hatte zum ersten einer geplanten Reihe von Infoabenden zu den Themen „Energiewende“ und „Klimaschutz für Forstern“ eingeladen. Im Jahr 2013 habe man, so Streu, mit der Erarbeitung eines Klimaschutzkonzeptes „viel Papier produziert“, wirklich vorangegangen sei es aber nicht. Nun solle das Thema endlich in Angriff genommen werden. Ein erster Schritt sei die Photovoltaikanlage, die auf das Dach des Kinderhauses in Karlsdorf gesetzt wird.

Für den ersten Abend hatten die Klimareferenten Maria Feckl und Anton Oskar Alexandru Steininger eingeladen. Der Gründer und Geschäftsführer von „power2nature“ aus Forstinning stellte das Konzept seiner Firma vor. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde bietet Steiniger an, Forsterner Hausbesitzer bei der Installation einer Photovoltaikanlage (PV) zu unterstützen und beim Austausch einer alten Heizung zu beraten. Das Angebot sieht bei einem Vor-Ort-Termin eine genaue Bestandsaufnahme vor. Ermittelt wird, wie groß das Dach ist, wie hoch der bisherige Stromverbrauch, welches Potenzial für den Einsatz einer PV-Anlage vorhanden ist, ob ein Stromspeicher Sinn macht und welche Vorteile ein Austausch der alten Heizung bringen könnte. Nach der Bestandsaufnahme sollen die Nachfragen gebündelt und Angebote von regionalen Fachfirmen eingeholt werden. Das soll Preisvorteile bringen. Die eingehenden Angebote – Steininger spricht von zwei bis drei – sollen von den power2nature-Fachleuten geprüft werden. „Die unterschiedlichen Szenarien werden dann von uns detailliert vorgestellt“, so der Geschäftsführer. Dann kann der Hausbesitzer entscheiden, ob er eine der Offerten annimmt. Die Beratung und technische Planung sei kostenlos, da die Forstinninger Firma von den vermittelten Firmen Provision bekomme.

Zuvor hatte Steiniger die Folgen des Klimawandels und die Notwendigkeit des raschen Handels bei der Reduktion der CO2-Werte aufgezeigt. Deutschland sei mit seinen Emmissionen weltweit an sechster Stelle, den meisten Ausstoß verursachen Autos und Kohlekraftwerke. „Die Erzeugung einer Kilowattstunde Strom aus Steinkohle erzeugt ein Kilogramm CO2“, so Steininger. Jeder einzelne sei gefragt und im eigenen Haus könne man viel erreichen. So zum Beispiel die alte Öl- oder Gasheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen, deren Strom durch Sonnenenergie von der eigenen PV-Anlage erzeugt wird. „Jede Zehn-Kilowatt-PV-Anlage spart bis zu 4,9 Tonnen CO2 pro Jahr“, so der Energieexperte.

Die Energie aus Sonnenlicht könnte auch zum Laden eines E-Autos genutzt werden. Überschüssiger Strom wird ins Energienetz eingespeist und bringt dort bares Geld – zusätzlich zur Ersparnis, da man weniger Strom bezieht. Steiniger machte auch deutlich, dass sich die Installation eines Stromspeichers lohnt und dass der Einbau einer neuen Heizung bis zu 45 Prozent vom Staat gefördert wird. Nachdem Steininger Fragen aus dem Publikum beantwortet hatte, bedankte sich Rainer Streu für den Vortrag. „Ich hoffe auf viele, die da mitmachen“, so der Bürgermeister.

Weitere Infos

Interessenten können sich bei power2nature unter Tel. (01 72) 1 09 55 73 oder kontakt@ power2nature.de melden.

Henry Dinger

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