Die offizielle Leihgabe der Exponate unterzeichneten (v. r.) Winfried und Belinda Läuger sowie Vereinsvorsitzender Ludwig Hiebinger im Beisein von Bürgermeister Rainer Streu.
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Die offizielle Leihgabe der Exponate unterzeichneten (v. r.) Winfried und Belinda Läuger sowie Vereinsvorsitzender Ludwig Hiebinger im Beisein von Bürgermeister Rainer Streu.

Leihgabe der Familie

Möbel der Familie Läuger offiziell Teil der Forsterner Heimatstube

  • Veronika Macht
    VonVeronika Macht
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Die Läuger-Stube im Eicher-Museum Forstern wurde offiziell eröffnet. Die Möbel, die der Forsterner Ehrenbürger Gottfried Läuger (1929-2015) einst geschreinert hat, sind eine Leihgabe der Familie.

Forstern – Mit mehr als einem Jahr coronabedingter Verspätung konnte der Verein für Gartenbau und Heimatpflege Forstern die Läuger-Stube im Eicher-Museum offiziell eröffnen. Die Stube umfasst ein ganzes Ensemble an Möbelstücken, die der Forsterner Ehrenbürger Gottfried Läuger (1929-2015) einst geschreinert hat. Auch eine Ausstellung über den französischen Pfarrer Abbé Marcel Cousin ist zu sehen.

Normalerweise trifft sich der Verein für Gartenbau und Heimatpflege im Eicher-Museum zur Jahreshauptversammlung. Dort befindet sich auch die Heimatstube, die der Verein betreut. Und genau dort hätte schon im März 2020 die Läuger-Stube eröffnet werden sollen. Wegen Corona fiel die Versammlung aus, und auch die offizielle Eröffnung fand nicht statt – bis jetzt.

Die Möbel in der Läuger-Stube sind rund 75 Jahre alt

Nun trafen sich die Mitglieder zur Versammlung in der kleinen Turnhalle. Mit dabei war auch Winfried Läuger mit seiner Gattin Belinda, Sohn und Schwiegertochter von Hildegard und Gottfried Läuger. Nach dem Tod der Eltern 2015 beziehungsweise 2019 war es an ihnen, deren Haus auszuräumen. Kurzerhand boten sie dem Verein an, die ehemalige Stube im Museum auszustellen.

„Ich habe in der Zeit, in der wir die Stube aufgebaut haben, viel gelernt und vieles an Erfahrung gesammelt“, blickte Vereinschef Ludwig Hiebinger zurück. Er ist noch immer ganz begeistert von dem Ensemble aus Tisch, Eckbank, Stühlen, Kanapee, Vitrine, Truhe und Anrichte – allesamt rund 75 Jahre alt, denn geschreinert wurden die Möbel im Jahr 1945 von Gottfried Läuger und seinem Vater Max. Es war quasi das Gesellenstück des damals jugendlichen Friedl Läuger, der eine Schreinerlehre absolviert hat. Mit Blick auf die Kindergeburtstage, Schafkopfabende und politischen Diskussionen, die bei den Läugers stattfanden, schwärmte Hiebinger: „Da ist Leben drin“ und gestand: „Ich bin so froh, dass wir das hingebracht haben, dass diese Stube jetzt steht und sie jeder anschauen kann.“

Winfried Läuger: „Da werden Erinnerungen wach und sind wieder greifbar“

Um die Leihgabe der Exponate offiziell zu machen, unterzeichneten Hiebinger sowie das Ehepaar Läuger ein entsprechendes Schriftstück. „Da werden Erinnerungen wach und sind wieder greifbar“, sagte Winfried Läuger beim Anblick der Fotos aus der Stube, die per Beamer an die Wand geworfen wurden. „Danke, dass die gute Stube jetzt einen neuen Platz hat. Wir sind froh, dass das so gut geklappt hat“, meinte Läuger.

Er plauderte bei der Gelegenheit auch ein bisschen aus dem Nähkästchen. „Das Kanapee ist furchtbar bequem“, erzählte Läuger aus eigener Erfahrung und ergänzte: „Aber da liegt man auch drunter gut.“ Als kleiner Bub nämlich, gerade zweieinhalb oder drei Jahre alt, habe er wohl etwas ausgefressen gehabt und sich unter dem Kanapee versteckt. Dabei müsse er eingeschlafen sein, denn die ganze Familie habe sich auf die Suche nach dem Kind gemacht. Der Opa habe ihn schließlich gefunden – friedlich schlummernd auf dem Boden unter dem Kanapee, erzählte Winfried Läuger.

Ihn freue es auch sehr, dass ebenfalls viele Stücke von Abbé Marcel Cousin ausgestellt seien, „denn er war sieben Jahre bei uns im Haus“. In der Nachkriegszeit habe seine Zeit in Forstern sehr zur Völkerverständigung beigetragen.

Öffnungszeiten

Die Heimatstube befindet sich im Eicher-Museum an der Hauptstraße in Forstern. Das Museum hat in der Regel samstags von 12 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 18 Uhr sowie an vielen Feiertagen geöffnet. Die jeweils gültigen Corona-Regelungen sind zu beachten. Alle aktuellen Informationen stehen auf www.eicherfreunde-forstern.de.

vam

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