Die Staatsstraße 2331, hier im Bereich der Forsterner Ortsmitte beim Rathaus, wirkt als Barriere. Hier will die Gemeinde im Rahmen der Städtebauförderung aktiv werden.
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Die Staatsstraße 2331, hier im Bereich der Forsterner Ortsmitte beim Rathaus, wirkt als Barriere. Hier will die Gemeinde im Rahmen der Städtebauförderung aktiv werden.

Städtebauförderung in Forstern wird konkreter – Neugestaltung der Ortsdurchfahrt eine große Maßnahme

Ein Projekt für mindestens 15 Jahre

  • Veronika Macht
    vonVeronika Macht
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Die Städtebauförderung ist ein langwieriger Prozess. Mindestens 15 Jahre muss man für die Sanierungen rechnen. In Forstern wird das Projekt jetzt konkreter.

Forstern – Wer in den Genuss der Städtebauförderung kommen will, braucht einen lagen Atem. Und auch die Sanierung selbst geht nicht von heute auf morgen. Mindestens 15 Jahre müsse man dafür rechnen, erklärte Stadtplaner Jochen Gronle vom Büro Plankreis im Forsterner Gemeinderat. Der ist jetzt bei diesem Thema einen Schritt vorangekommen: Nachdem die vorbereitende Untersuchung abgeschlossen ist, die Sanierungsziele und -anlässe erarbeitet sind, stand nun die Beteiligung von Behörden und Öffentlichkeit an.

Zum weiteren Ablauf erklärte Gronle, dass in einer der nächsten Sitzungen das Sanierungsgebiet förmlich über eine Satzung festgelegt wird, dann folgt die eigentliche städtebauliche Sanierung. „Sie ist erst einmal über einen Zeitraum von 15 Jahren festgesetzt“, so der Stadtplaner. In dieser Zeit werden die aufgedeckten Missstände abgearbeitet, der Maßnahmenkatalog wird jedes Jahr fortgeschrieben und jeweils zur Förderung angemeldet. Nach 15 Jahren wägt man ab, ob alle Ziele erreicht wurden, und hebt je nach Ergebnis das Sanierungsgebiet wieder auf oder macht weiter.

Missstände in Forstern: Von der Ortsdurchfahrt als Barriere bis zur unzureichend ausgeprägten Ortsmitte

Laut Gronle ist die Satzung „ein weiteres Steuerungsinstrument für städtebauliche Entwicklung“. Zum Beispiel könne man festlegen, dass die Gemeinde jedes Bauvorhaben im Sanierungsbereich auch aus sanierungsrechtlicher Sicht genehmigen muss. „Da wird dann kontrolliert, ob die festgelegten Ziele eingehalten werden.“

Wie berichtet, hatte Plankreis neben Stärken und Qualitäten Forsterns auch Missstände festgestellt. Dazu gehört etwa die städtebaulich unzureichend ausgeprägte Ortsmitte entlang der Hauptstraße sowie im Bereich der Pfarrkirche, aber auch teilweise fehlende Fuß- und Radwegeverbindungen. Ein großer Kritikpunkt ist die Ortsdurchfahrt. Es herrsche hoher Durchgangsverkehr, die Fahrbahn wirke als Barriere, die Verkehrssicherheit für Radler und Fußgänger sei mangelhaft.

Gemeinderat Nominacher: „Allmählich sollte man in die Umsetzungsphase starten“

Diesen Bereich will die Gemeinde bekanntermaßen schnell anpacken. Jedoch sind ihr in gewisser Weise die Hände gebunden, denn als Staatsstraße liegt die Ortsdurchfahrt im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Bauamts Freising. Bürgermeister Rainer Streu (AWG) verlas in der Sitzung die Stellungnahme der Behörde, laut der mindestens bis 2024 in diesem Bereich nichts passieren werde. Um die gemeindliche Zielsetzung unter anderem gegenüber Bauamt und betroffenen Bürgern kommunizieren zu können, soll jedoch ein Rahmenplan ausgeschrieben werden, um kritische Stellen, stark frequentierte Querungen oder zu schmale Geh- und Radwege zu kennzeichnen und Lösungsansätze aufzuzeigen. Zudem seien erste Gespräche mit Grundstückseigentümern zu führen, die gegebenenfalls Grund zur Verbesserung der Situation zur Verfügung stellen müssten.

Das Gremium arbeitete die weiteren Stellungnahmen im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung ab. Erwin Nominacher (SPD) wollte wissen, wenn die Satzung bald stehe, ob man dann heuer noch ein Projekt anschieben könne. „Es sind jetzt fast sechs Jahre ins Land gegangen, allmählich sollte man in die Umsetzungsphase starten.“

Streu meinte, er könne dies verstehen, „die Bürger wollen was sehen, der Gemeinderat will was sehen“. Erstes Projekt sei deshalb die Gehwegsituation am Kriegerdenkmal. „Unser Ziel wäre es, im Frühjahr 2022 mit dieser Maßnahme zu beginnen.“ Ob noch mehr möglich sei, da wollte Streu angesichts der Personalsituation im Rathaus keine falschen Hoffnungen wecken.  

vam

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