Leitet den Familienstützpunkt in Forstern: Christina Schultes.
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Leitet den Familienstützpunkt in Forstern: Christina Schultes.

Christina Schultes berät Familien in Forstern – Auch Corona spielt eine Rolle

Ein Jahr Familienstützpunkt Forstern

  • Veronika Macht
    vonVeronika Macht
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Neben Dorfen, Taufkirchen und Wartenberg ist in Forstern der vierte Familienstützpunkt im Landkreis. Die offene Beratung bietet Christina Schultes seit gut einem Jahr an. Zeit für eine erste Bilanz.

Forstern - Die Familienstützpunkte decken mehrere Bereiche ab. Neben der Begegnung – etwa Treffs und Gesprächsrunden – gehören dazu auch die Bildung durch Vorträge und Workshops, die Begleitung und Betreuung durch Freizeit-, Spiel- und Spaßangebote für die ganze Familie sowie die Beratung. Die offene Sprechstunde findet in Forstern immer donnerstags und nach Vereinbarung statt.

69 Beratungen hat Schultes im vergangenen Jahr durchgeführt. Nutzte sie dafür anfangs noch den Sitzungssaal im Rathaus, hat sie seit September am Gewerbering 3 einen eigenen Raum. „Nur leider kann ich den wegen Corona wenig nutzen“, bedauert die zweifache Mama, die in Walpertskirchen lebt. Dennoch würden die Beratungen sehr gut laufen – die meisten aufgrund der Beschränkungen per Telefon oder E-Mail. Dabei könne es durchaus sein, dass die Beratungen erst abends stattfinden, wenn die Kinder im Bett sind – manchmal bis nach 22 Uhr.

„Wir sind im Endeffekt für alle da“

Bisher hätten sich in erster Linie Forsterner an sie gewandt, berichtet Schultes. Da der Familienstützpunkt über das Landratsamt läuft und vom Landkreis bezuschusst wird, ist das Angebot jedoch auch für die Nachbargemeinden Isen, Buch und Pastetten gedacht. „Theoretisch kann aber auch jemand aus Erding anrufen, wir sind im Endeffekt für alle da“, sagt sie.

Zur Sprache kommen dabei ganz unterschiedliche Fragen und Probleme rund um die Themen Partnerschaft und Trennung, Erziehung oder Konfliktbewältigung. „Auch Corona spielt natürlich eine Rolle, gerade bei Eltern, bei denen Homeoffice nicht möglich ist, weil die Kinder zuhause sind. Und Kinderbetreuung kann man nicht einfach so nebenherlaufen lassen“, sagt Schultes.

Keine Eröffnungsfeier, kein Elterncafé

Sie bedauert, dass Vieles, was sie im vergangenen Jahr gerne umgesetzt hätte, wegen der Pandemie noch nicht möglich gewesen sei. Begegnungsangebote wie ein Elterncafé zum Beispiel, oder eine kleine Eröffnungsfeier in den neuen Räumen.

Immerhin aber konnten in Kooperation mit den anderen Stützpunkten und mit dem Zentrum der Familie Erding zwei Online-Vorträge zum Thema Geschwisterrivalität stattfinden. „Das wurde sehr gut angenommen. Wir hatten so viele Anmeldungen, dass spontan ein zweiter Termin stattfand“, berichtet Schultes. Für die Eltern sei dies via Internet schließlich praktisch: „Sie brauchen keinen Babysitter, um an der Gesprächsrunde teilnehmen zu können.“ Derartige Vorträge will man weiter anbieten, solange Präsenzveranstaltungen nicht möglich sind.

„Wundertüte to go“ für Familien

Ebenfalls stattfinden konnte vorigen Sommer – wenn auch in abgespeckter Form – das Ferienprogramm der Gemeinde. „Naturerlebnis Wald“ hießt Schultes’ Programmpunkt. „Das war sofort ausgebucht, auch ein zweiter Termin war schnell voll“, erzählt sie begeistert. Unter anderem wurden kleine Flöße aus Ästen gebaut und Äste mit Fingerfarben bemalt, die Kinder haben gesägt, gehämmert und Käfer mit der Becherlupe beobachtet. „Das kam so gut an, dass ich so einen Tag im Wald eigentlich einmal im Monat, an einem Samstag, für Familien anbieten wollte. Doch dann kamen die Kontaktbeschränkungen“, bedauert Schultes. „Ich plane aber, das Naturerlebnis Wald ab April regelmäßig anzubieten, sofern es dann wieder möglich ist.“

Um den Familien die Zeit bis dahin ein wenig zu versüßen, hat Schultes kürzlich die „Wundertüte to go“ ins Leben gerufen. „Ich wollte ein bisschen Abwechslung in den Alltag der Familien bringen und ihnen auch zeigen, dass ich weiter für sie da bin“, erzählt sie. Die ersten Wundertüten gab es vorige Woche kontaktlos am Rathaus zum Abholen. Ausmalbilder, ein Knetrezept, Beschäftigungsblätter oder auch ein Schneemann zum Basteln aus Watte waren darin enthalten. Die Kosten dafür – Schultes hat ein Budget für derartige Aktionen – habe sie so gering wie möglich gehalten.

„Gemeinsam schaffen wir alles“

Die Premiere kam so gut an, dass einige Kinder leer ausgegangen sind. Schultes bedauert dies sehr, arbeitet aber an einer Lösung. So soll es beim nächsten Mal doppelt so viele Tüten geben. Der genaue Termin nächste Woche steht noch nicht fest, wohl aber das Thema: Fasching.

„Die Tüte wird es in Kooperation mit anderen Einrichtungen in Forstern geben, die sich auch etwas dafür überlegen, und ich packe es mit dazu. Ich finde es sehr schön, dass wir etwas Gemeinsames entstehen lassen“, sagt Schultes. Solange der Lockdown anhält, will sie die Wundertüten alle zwei Wochen anbieten und danach, je nach Nachfrage, einmal im Monat. „Gemeinsam schaffen wir alles – bleiben wir in Frieden, Liebe und Dankbarkeit“, gibt Schultes den Familien mit auf den Weg durch diese außergewöhnliche Zeit.

Kontakt

Christina Schultes vom Familienstützpunkt ist unter Tel. (01 52) 36 41 69 43 und per E-Mail an familienstuetzpunkt@forstern.de erreichbar. Die allgemeine Beratung ist donnerstags von 9.30 bis 11 Uhr und von 16.30 bis 18 Uhr.

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