Gemeinderat Forstern 

Kinderbetreuung wird nicht teurer

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Gute Nachrichten für Eltern in Forstern: Die Gebühren für die Betreuung in den gemeindlichen Kindertageseinrichtungen bleiben 2018/19 unverändert.

Forstern– Eltern in der Gemeinde Forstern müssen sich im Betreuungsjahr 2018/19 nicht auf steigende Gebühren einstellen. Einstimmig fiel im Gemeinderat der Beschluss, heuer nicht an der Kostenschraube zu drehen. Wie Bürgermeister Georg Els (AWG) erklärte, waren erst 2017 die Gebühren angehoben worden. Im Kindergartenausschuss, der eine Woche zuvor getagt hatte, wie auch im Gemeinderat war man sich einig, das heuer nicht zu tun.

Dabei weisen die kommunalen Einrichtungen jedes Jahr ein nicht gerade geringes Defizit auf. Insgesamt geht es in Kinderhaus, Kindergarten und Krippe um rund 374 000 Euro. „Dieses Defizit kommt von den Personalkosten, denn wir haben einen sehr guten Anstellungsschlüssel“, erklärte Els. „Das ist es dem Gemeinderat auch wert, denn wir wollen nicht, dass bei uns so etwas passiert wie in Erding, wo beinahe eine Gruppe geschlossen werden musste“, sagte der Rathauschef mit Blick auf die Personalprobleme im Altenerdinger AWO-Kinderhaus .

Laut der aktuellen Gebührensatzung kostet die Betreuung im Kindergarten 1,40 Euro pro Stunde. In der Krippe werden 1,99 Euro fällig und eine Stunde Betreuung im Hort kostet 1,63 Euro. Diese Gebühren, vor allem für Kindergarten und Hort, seien im Vergleich zu umliegenden Gemeinden sehr hoch, sagte Geschäftsleiterin Christine Pettinger. „Dafür bieten wir Betreuungssicherheit und einen sehr guten Personalschlüssel.“ Dieser liegt aktuell in den drei Einrichtungen bei 1:9 bis 1:9,5. „1:10 muss man haben, da sind wir also ein bisschen besser“, erklärte Pettinger.

Die Frage von Anton Oskar (CSU), wie die Defizite bei anderen Einrichtungen im Landkreis aussehen, konnte sie nicht beantworten. „Das kann man nicht sagen, da es kaum noch Kindergärten in kommunaler Hand gibt.“

Die Nachbargemeinde Pastetten etwa hat vor gut zwei Jahren die Trägerschaft an die AWO Ebersberg übergeben. Der Grund war damals akuter Personalmangel über viele Monate. „Wir waren nicht mehr in der Lage, genug Personal zu rekrutieren, um mehrere Krankheitsfälle und Schwangerschaften auszugleichen“, hatte Bürgermeisterin Cornelia Vogelfänger (CSU) damals erklärt.

Zwar war das Personal bisher in Forstern kein Thema. „Wir konnten nie nachvollziehen, dass die anderen Gemeinden solche Probleme bei der Suche haben“, gab Pettinger zu. Bis jetzt. Denn das Kinderhaus Villa Wirbelwind hat eine Mitarbeiterin in eine Einrichtung in ihrer Heimatgemeinde verlassen, und auch im Hort wird neues Personal gesucht. Die Stelle im Kinderhaus konnte zum 1. September nachbesetzt werden, für den Hort schaue es ebenfalls gut aus. „Aber der Markt ist wirklich leer gefegt, und jede Ausschreibung kostet viel Geld“, berichtete die Geschäftsleiterin.

Zwar habe die Gemeinde via Internet viele Direktbewerbungen etwa aus Serbien oder Bosnien bekommen. „Aber da weiß man nicht, wie der Sprachlevel ist und ob der Bewerber anerkannt ist. Das ist ein riesiger Aufwand“, sagte Els. In seinen Augen ist es die beste Lösung, selbst auszubilden, denn die eigenen Fachkräfte blieben meist in der Einrichtung. In jedem Fall zahle sich der gute Anstellungsschlüssel aus: „Zum Glück haben wir insgesamt viel Personal, sodass wir jonglieren können, wenn jemand ausfällt“, erklärte Pettinger.

Ob das Defizit in Zukunft weiter steigen wird, was Erwin Nominacher (SPD) wissen wollte, konnte sie nicht beantworten. In jedem Fall werde man je nach Ergebnis der laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst im kommenden Jahr die Gebühren wieder angleichen.

Annett Taubert (CSU) sprach in diesem Zusammenhang an, wie wichtig ein Schulkindergarten in der Gemeinde wäre. „Es werden bei der Einschulung immer Kinder zurückgestellt“, berichtete die Leiterin der örtlichen Grund- und Mittelschule. Bisher müssen diese Kinder – je nach Platzverfügbarkeit – den Schulkindergarten in Hörlkofen oder Erding besuchen. Das soll sich ändern, sobald das neue Kinderhaus in Karlsdorf steht. Wie berichtet, werden dann Hort und Schulkindergarten in der bestehenden Villa Wirbelwind unterkommen.

Rubriklistenbild: © dpa / Monika Skolimowska

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