Einstimmiger Beschluss des Gemeinderats 

Auch Forstern will die Deutsche Glasfaser

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Auch die Gemeinde Forstern möchte vom Glasfaser-Ausbau durch die Firma Deutsche Glasfaser (DG) profitieren.

Forstern Das Unternehmen Deutsche Glasfaser (DG) war in den vergangenen Wochen mehrfach im Landkreis zu Gast. Wie berichtet, will das Unternehmen mit holländischen Wurzeln in Deutschland insgesamt 1,5 Milliarden Euro in die Verbesserung des Glasfasernetzes investieren. Im Erdinger Land hat die DG die Gemeinden Pastetten, Finsing, Forstern, Neuching, Isen und Berglern im Blick.

Nach unter anderem Pasteten, Finsing und Isen hat nun auch der Forsterner Gemeinderat beschlossen, dass der für den Ausbau notwendige Kooperationsvertrag weiter erarbeitet werden soll. Vorangegangen war eine gut eineinhalbstündige Diskussion, in der DG-Vertreter Arnold Dietrich ordentlich Werbung für sein Unternehmen machte.

Er berichtete, dass sein Konzern in Holland bereits rund 2,5 Millionen Glasfaser-Anschlüsse gebaut habe. „Wir wissen also, was wir tun.“ Daneben erläuterte Dietrich, wie die Arbeiten ablaufen würden – von der Detaillierung des Projekts über die Suche nach Vertriebspartnern und den „exzessiven Vertrieb“ bis hin zur Aktivierung des Netzes. Insgesamt rund ein Jahr würde dieser Prozess dauern.

Die Gemeinderäte interessierten sich darüber hinaus unter anderem dafür, wie die Leerrohre, in die später die Glasfaser eingeblasen wird, verlegt werden sollen. Laut Dietrich ist dies in den Gehsteigen per Spülbohrungen oder Fräsen in einer Tiefe von – je nach Situation vor Ort – 40 bis 80 Zentimetern geplant. Das war einigen Räten nicht tief genug. Sie fürchteten, dass die Glasfaser bei Bauarbeiten beschädigt werden könnte. „Genau um so etwas zu vermeiden, gibt es ja einen Spartenplan, in dem genau festgelegt ist, wo welche Leitungen liegen“, erklärte Dietrich. Sollte dennoch eine Leitung etwa von einer Baggerschaufel beschädigt werden, gebe es durchaus Möglichkeiten, diese zu flicken.

„Gibt es Alternativen zur Deutschen Glasfaser?“, wollte Annett Taubert (CSU) wissen. Ein eindeutiges „Nein“ kam dazu von Bürgermeister Georg Els (AWG) und Breitbandpatin Gerlinde Wimmer. Beide bekräftigten, ein Angebot mit ähnlich guten Konditionen existiere auf dem deutschen Markt derzeit nicht. So bietet die DG etwa ein sogenanntes symmetrisches Privatkundenprodukt mit mindestens 100 Mbit/s sowohl im Up- als auch im Download an – „als einziger Anbieter in Deutschland“, so Dietrich.

Franz Wintermayr (CSU) meinte, letztlich entscheide ja der Bürger, ob die DG in Forstern ausbaut oder nicht. Denn nur wenn mindestens 40 Prozent der Hauseigentümer – in Gewerbegebieten sind es mindestens 50 Prozent – einen Anschluss wollen, rentiert es sich für den Konzern.

Einstimmig votierte das Gremium dafür, die Vertragsverhandlungen voranzutreiben. Anfang Juni findet laut Els ein weiteres Treffen der sechs Gemeinden statt. Auf Anregung von Peter Feckl (AWG) soll zudem geklärt werden, wie eine bessere Versorgung des Gewerbegebiets erreicht werden kann.

Rubriklistenbild: © Jan Woitas/dpa

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