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Der neue Forsterner Bauhof (rechts) soll in L-Form entstehen. Diese Skizze zeigt den ersten Entwurf. Im Bild links ist das Feuerwehrhaus zu sehen, das sich bis zur Staatsstraße nach Westen hin erstreckt. Der Feldweg (ganz rechts neben dem Außenlager), der in der Verlängerung des Zehentstadels weiter in Richtung Norden führt, muss verschwenkt werden. Dies wird jedoch anders geschehen, als in dieser Skizze dargestellt.

Gemeinderat Forstern 

Erster Entwurf: Bauhof für 2,6 Millionen

Diese Zahl sorgte für überraschte Gesichter im Forsterner Gemeinderat: Der erste Entwurf für den neuen Bauhof geht von Kosten in Höhe von 2,6 Millionen Euro aus. Jetzt wird nach Einsparpotenzial gesucht.

Forstern– Beim neuen Feuerwehrhaus in Forstern sind die Planungen verhältnismäßig weit fortgeschritten. Nun nimmt auch der neue Bauhof allmählich Gestalt an. In der Gemeinderatssitzung präsentierte Detlef Brücklmeier vom Planungsbüro kplan den ersten Entwurf.

Dieser sieht den Bauhof in L-Form vor, mit einer Waschhalle im Norden, die auch von der Feuerwehr genutzt wird. Es soll eine Werkstatt, eine Warm- und eine Kalthalle geben, jeweils 15 Meter tief. Geplant sind Silos für den Winterdienst und ein eventuell überdachtes Freilager. Im Erdgeschoss sollen Umkleiden, Sanitärräume, Technikraum und Lagerflächen untergebracht werden, auch für die Vereine. Im Obergeschoss sind ein Aufenthaltsraum und Büros vorgesehen, auch für die Hausmeister.

Daneben soll eine separate Betriebsleiterwohnung entstehen. Diese Vorgabe hatte der Gemeinderat den Planern zwar gemacht, war jetzt aber doch von der Größe dieser Wohnung überrascht: 150 Quadratmeter mit Dachterrasse. Stefan Ganghofer (CSU) hielt das für überdimensioniert. „Lieber sollten wir noch einen weiteren Raum für eine andere Nutzung schaffen“, schlug er vor. Beispielsweise könne weiteres Equipment der Vereine unterkommen.

Unter anderem Rainer Streu (AWG) sprach sich dafür aus, zwei kleinere Wohnungen zu schaffen. „Das wäre ideal.“ Geschäftsführerin Christine Pettinger erklärte jedoch, dass dies zwar anfangs geplant gewesen, rechtlich in diesem Gebiet aber nur eine Wohneinheit zulässig sei. Die Idee von Simona Loupal (SPD/Die Grünen), einen Jugendraum ins Ensemble zu integrieren, wurde verworfen. Dies sei wegen der Haftung nicht möglich.

Bis auf die Größe der Wohnung gefiel dem Gemeinderat die Planung gut. Als Brücklmeier jedoch auf die errechneten Gesamtkosten von 2,6 Millionen Euro zu sprechen kam, war die Euphorie schnell verflogen. Für Herbert Berger (AWG) war dies „übers Ziel hinausgeschossen“, und Gerhard Eicher (CSU) meinte: „Diese Kosten sprengen jeden Rahmen.“

Alleine das Auffüllen des Geländes, um auf Straßenniveau zu kommen, koste rund 50 000 Euro. Um das Grundstück tauglich für Schwerlastverkehr zu machen und es zu entwässern, müsse man mit bis zu einer halben Million Euro rechnen. Hinzu kämen einige technische Besonderheiten – Ladestationen für E-Fahrzeuge, PV-Anlage oder Videoüberwachung zum Beispiel.

Für die Wohnung rechnet der Planer mit 1500 bis 1800 Euro pro Quadratmeter. Hier sah das Gremium das größtmögliche Einsparpotenzial. Brücklmeier muss also noch mal ran und eine neue Planung samt Kostenschätzung für einen Bauhof ohne Wohnung abliefern. Die Verwaltung soll unterdessen definitiv abklären, ob zwei Wohneinheiten nicht doch möglich wären.

Für Diskussionen sorgte auch die Fassadengestaltung von Feuerwehrhaus und Bauhof, die als eigener Punkt auf der Tagesordnung stand. Fürs Gerätehaus schlug Brücklmeier eine wärmegedämmte, vorgehängte und hinterlüftete Holzfassade vor. Sie wäre mit 195 000 Euro zwar teurer als ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) mit Mineralwolle (150 000 Euro), im Unterhalt jedoch günstiger.

Dass man nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) ein WDVS brauche, konnte Herbert Berger (AWG), als Zimmerermeister selbst vom Fach, nicht glauben. Schließlich werde ein Feuerwehrgerätehaus nicht in dem Umfang genutzt wie etwa ein Bürogebäude. Berger nannte es „puren Luxus, was wir hier machen“. Eine verputzte Mauer mit entsprechend starken Ziegeln koste nur halb so viel, sei aber genauso effektiv.

Den kürzeren L-Teil des Bauhofs hat Brücklmeier als Massivbau geplant, den Rest als Stahlskelettbau mit Sandwichelementen. Für beide Bereiche biete sich eine Metallfassade an, die den „technischen Charakter widerspiegelt, der im Bauhof herrscht“. Mehrere Ratsmitglieder schlugen für den kurzen Teil des L eine normale Putz-Fassade vor. Brücklmeier riet jedoch davon ab, für die Fassaden drei verschiedene Materialien zu verwenden.

Franz-Josef Obermaier (AWG), der sich als Bauunternehmer ebenfalls mit dem Thema auskennt, brachte spezielle, perlitgefüllte Ziegel ins Spiel und plädierte dafür, dass auch hierfür eine Berechnung erfolgen solle. Diesen Auftrag bekam Brücklmeier vom Gremium erteilt. Außerdem soll der Planer überprüfen, ob man die EnEV-Vorgaben nicht auch mit 50er-Ziegeln einhalten könne.

Vroni Macht

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