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In Gruppen aufgeteilt erarbeiteten die Forsterner Jugendlichen, was ihnen in ihrer Gemeinde gefällt und was fehlt. 

Erstes Jugendforum in Forstern 

Jugend wünscht sich Weiher und Treff

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Eine Bademöglichkeit in der Nähe, weitere Sportangebote, bessere Busverbindungen und ein Ort, an dem sie sich ungestört treffen können: Diese Wünsche stehen bei Forsterns Jugendlichen ganz oben auf der Liste.

Forstern – Wie zufrieden ist Forsterns Jugend mit der Gemeinde? Was gefällt – und was fehlt? Das wollten die Jugendreferenten Rainer Streu und Simona Loupal herausfinden. Gemeinsam mit Anja Baumann vom Kreisjugendring Erding hatten sie zum ersten Forsterner Jugendforum eingeladen.

Die Resonanz darauf sei gut gewesen, berichteten Streu und Loupal im Gemeinderat. Dort stellten sie die Ergebnisse des Forums vor, in dem sich der Nachwuchs einen Nachmittag lang Gedanken über seinen Wohnort machte. 29 Teenager zwischen zwölf und 17 Jahren hatten sich beteiligt, davon zwölf Buben und 17 Mädchen. Das sind etwa zehn Prozent der Eingeladenen.

„In Gruppen aufgeteilt, haben die Jugendlichen je Thema positive und negative Aspekte erarbeitet“, erklärte Loupal. Lob gibt es in erster Linie für das große Sportangebot unter anderem mit Fußball und Dirtpark sowie für die vielen öffentlichen Flächen wie Spielplätze und Hartplatz. „Auch der Edeka als Einkaufsmöglichkeit wurde immer wieder genannt“, erklärte Streu. Daneben erfreuen sich die Teenager auch am Dönerstand, an der Pizzeria und am Friseur.

Etwas länger fällt die Kritik-Liste aus. Den Jugendlichen fehlen ein Jugendzentrum – ein „Platz, wo man nicht weggeschickt wird“ – sowie öffentliches WLan und ein Dorfzentrum mit Eisdiele, Bänken, Drogerie und Schnellimbiss.

Jugendtreff: Alle wollen mithelfen

Sie bemängeln die schlechten Busverbindungen, besonders am Wochenende, und die überfüllten Schulbusse vor allem nach Erding. Auch Müll und Glasscherben auf Spielplätzen sind ihnen ein Dorn im Auge, ebenso der Genuss von Alkohol und Zigaretten auf dem Hartplatz sowie nicht angeleinte Hunde in diesen Bereichen. In Sachen Sport könnte noch mehr geboten sein, finden die jungen Forsterner – zum Beispiel Volleyball oder Beachvolleyball, Handball und Tischtennis.

„Besonders deutlich wurde, wie sehr ihnen eine Badegelegenheit in der Nähe fehlt“, erklärte Loupal. Wie berichtet, ist das Betreten des Kiesweiher-Geländes in Reithofen und das Baden in den Weihern verboten, nachdem im vergangenen Sommer Vandalen einen hohen finanziellen Schaden an dort abgestellten Baggern verursacht hatten. Ein Badeweiher mit Liegewiese steht daher ganz oben auf der Wunschliste – genauso wie ein Jugendraum.

Denn der fehlt in Forstern noch. Momentan trifft sich fast die Hälfte der befragten Jugendlichen zu Hause. Aber auch Hirschbachspielplatz, Hartplatz, Landjugendraum und Hohenlinden sind beliebte Treffpunkte. Ihren idealen Jugendtreff beschreiben die Teenager als gemütlich und mit freiem WLan, von der Aufteilung her ähnlich wie das Jugend- und Kulturhaus Sonic in Erding. Er sollte auch als privater Partyraum mietbar und Jugendlichen aus anderen Gemeinden zugänglich sein. Im Idealfall ist der Treff zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar und liegt an einem Ort, wo laute Musik niemanden stört.

„Es haben sich alle bereit erklärt, beim Aufbau und der Verwaltung eines Jugendtreffs zu helfen“, berichtete Loupal sichtlich erfreut. Auch den Bauwagen, den die Gemeinde vor einiger Zeit gekauft hat, würden sie gerne herrichten und aufstellen.

Dass es ihnen ernst damit ist, zeigten einige Teenager, die als Zuschauer zur Sitzung gekommen waren und dort Rederecht bekamen. „Wir wollen wirklich was voranbringen und einen Platz in Forstern haben, an dem wir sein können“, erklärte ein junger Mann. „Das alles sind vor allem Wünsche“, fasste Streu zusammen, „aber vielleicht entwickelt sich aus dem einen oder anderen ja etwas“.

Kiesweiher: Kaum Handlungsspielraum

Diesen Ball griff Bürgermeister Georg Els (AWG) auf. Er schlug ein Gespräch mit den Jugendreferenten und den Verantwortlichen des FC Forstern vor, um auszuloten, ob das Sportangebot des Vereins erweitert werden könnte.

Der Beschluss, WLan-Hotspots zu installieren, liegt längst vor. Getan hat sich in der Sache bisher aber noch nichts. Zu den beiden größten Wünschen erklärte Els, dass man im kleinen Kreis über einen geeigneten Standort für den Bauwagen nachdenken wolle. 

Das Problem mit dem fehlenden Badeweiher könne man allenfalls mittelfristig in den Griff bekommen. Für Sebastian Hohentanner (SPD/Die Grünen) ist das ein Thema, das alle angeht. Für Parkprobleme, Müll und Vandalismus könne man Lösungen finden, sodass die Weiher wieder zur Verfügung stünden, meinte er. Els wies jedoch darauf hin, dass diese in Privatbesitz sind und noch dazu außerhalb des Gemeindegebiets liegen. Der Handlungsspielraum sei entsprechend gering.

Das Jugendforum soll übrigens keine Eintagsfliege bleiben. „Alle Jugendlichen haben sich gewünscht, dass es wiederholt wird“, sagte Loupal. Mindestens alle zwei Jahre soll die Befragung künftig stattfinden.

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