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Feuerwehren im Landkreis Erding: Nach der Corona-Delle wieder im Aufwind

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Von: Bernd Heinzinger

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Verdiente Feuerwehrmänner ehrten Landrat Martin Bayerstorfer (r.) und Kreisbrandrat Willi Vogl (l.): Richard Obermaier, Franz Ganslmaier, Josef Schmidt, Andreas Pröschkowitz, Andreas Maier und Harry Roth (ab 2. v. l.).
Verdiente Feuerwehrmänner ehrten Landrat Martin Bayerstorfer (r.) und Kreisbrandrat Willi Vogl (l.): Richard Obermaier, Franz Ganslmaier, Josef Schmidt, Andreas Pröschkowitz, Andreas Maier und Harry Roth (ab 2. v. l.). © Bernd Heinzinger

Die Feuerwehren im Landkreis Erding haben die Corona-Zeit gut gemeistert. Nach eine deutlichen Mitgliederrückgang im Jahr 2020 verzeichnen die 69 Landkreis-Wehren jetzt einen neuen Rekord.

Forstern – Die Feuerwehren aus dem Erdinger Raum meisterten die durchaus vorhandene Corona-Delle und stehen weiterhin bestens da. Das durfte Kreisbrandrat Willi Vogl bei der Kreisverbandsversammlung in Forstern berichten, wo sich die Feuerwehrleute im erst 2020 fertiggestellten Gerätehaus trafen.

Eigentlich sei damals eine große Einweihungsfete geplant gewesen, berichtete Forstens Bürgermeister Rainer Streu, selbst aktiver Feuerwehrler: „Immerhin können wir uns heute zu diesem Anlass hier treffen.“

Die Pandemie schlug aber nicht nur bei den Veranstaltungen zu, sondern auch bei den Feuerwehrmitgliedern im Landkreis. Vogl berichtete von einem deutlichen Rückgang auf 3491 im Jahr 2020, zwölf Monate davor lag der Stand noch bei 3624 Frauen und Männern. „Aber anschließend hatten wir wieder einen großartigen Zuwachs“, sagte Vogl: Die Zahl stieg 2021 auf einen neuen Rekord von 3704 Mitgliedern bei den Feuerwehren im Landkreis.

Bei den Einsätzen war der Rückgang noch deutlicher. Von 4206 im Jahr 2019 sanken sie erst auf 2820 (2020), bevor sie wieder auf 3469 (2021) stiegen. Vogl meinte lachend: „Corona hat die Leute wohl gesünder und selbstständiger gemacht.“ Inzwischen seien sie wohl aber wieder kränker geworden, was die vermehrten Einsätze der First Responder zeige. 40 000 Stunden arbeiteten die Feuerwehrler im Jahr 2021, das entspreche ungefähr 25 Arbeitskräften in Vollzeit, rechnete der Kreisbrandrat vor.

Vom Kreisfeuerwehrverband geehrt wurden durch Kreisbrandrat Will Vogl (r.): Franz Ganslmaier, Anton Grill, Lorenz Huber, Andreas Pröschkowitz, Sepp Perzl, Peter Lex und Martin Angermaier (v. l.).
Vom Kreisfeuerwehrverband geehrt wurden durch Kreisbrandrat Will Vogl (r.): Franz Ganslmaier, Anton Grill, Lorenz Huber, Andreas Pröschkowitz, Sepp Perzl, Peter Lex und Martin Angermaier (v. l.). © Bernd Heinzinger

Erfreulich sei die Entwicklung beim Nachwuchs, in den Jugendfeuerwehren gab es Ende des Jahres 2021 619 junge Leute, die mit dem Ehrenamt starteten: „Die Jugend ist unser Kapital für morgen“, freute sich Vogl. Auch die stetige Steigerung der Zahl an Feuerwehrfrauen sah er sehr positiv.

Dass viele Übungen, Aus- und Fortbildungen ins Wasser fielen, das befand Vogl als einigermaßen besorgniserregend: „In diesem Jahr ist zum Glück wieder ein komplettes Programm geplant.“

Schatzmeister Anton Grill berichtete über die finanzielle Entwicklung in den vergangenen drei Jahren. So gab es 2019 bei Einnahmen von 15 001 Euro und Ausgaben von 15 165 Euro ein knappes Minus, in 2020 bei Einnahmen von 29 632 Euro und Ausgaben von 26 584 Euro dagegen ein deutliches Plus. Ein Minus von 6343 Euro wies die Bilanz im Jahr 2020 aus (Einnahmen: 12 578 Euro, Ausgaben: 19 921 Euro). Der Kassenbestand sank damit auf 21 661 Euro, so Grill.

Große Teile der Ausgaben flossen in den neuen Informationsanhänger der Kreisfeuerwehr, der bei der Versammlung feierlich in Dienst gestellt wurde. Die Feuerwehren können den Anhänger künftig für Werbemaßnahmen ausleihen, ihnen steht dabei ein großer interaktiver Bildschirm und zusätzlich reichlich Material zur Verfügung.

Begeistert zeigte sich Landrat Martin Bayerstorfer vom Zustand seiner insgesamt 69 Feuerwehren: „Die Einsätze sind weiter auf hohem Niveau, die Zahl der Aktiven steigt. Ich danke euch allen dafür, was ihr für die Sicherheit der Bürger leistet.“ Die Feuerwehren stünden jedoch im Mitgliederwettbewerb mit vielen anderen Organisationen oder Vereinen: „Eine hohe Attraktivität ist daher immens wichtig, in bin aber von einer guten Zukunft überzeugt.“

Ehrungen dürfen in einer Verbandsversammlung freilich nicht fehlen. Auszeichnungen durch Bayerstorfer erhielten Harry Roth, Richard Obermaier (beide 20 Jahre Mitglied der Kreisbrandinspektion), Andreas Pröschkowitz, Franz Ganslmaier (beide 30 Jahre Kreisbrandinspektion), Andreas Maier (Kommandant Isen, 20 Jahre Feuerwehrdienst) und Josef Schmidt (ehemaliger Kommandant Eittingermoos, 30 Jahre Feuerwehrdienst).

Vom Kreisfeuerwehrverband erhielten Lorenz Huber, Sepp Perzl und Peter Lex jeweils das Ehrenkreuz in Silber am Band der Bayerischen Feuerwehr. Das Ehrenkreuz in Gold am Band wurde Andreas Pröschkowitz, Franz Ganslmaier, Andreas Grill und Martin Angermaier überreicht. Über die bayerische Feuerwehr-Ehrenmedaille freute sich zum Abschluss sichtlich Landrat Bayerstorfer selbst.

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