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Trommeln für Integration: Der Begegnungsabend in Forstern war ein voller Erfolg.

Begegnungsabend des Helferkreises Asyl 

Fingerfood und Freundlichkeit

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Forstern – Sich gegenseitig kennenlernen, Vorbehalte abbauen, neue Helfer gewinnen: Das waren die Ziele des ersten Begegnungsabends des Helferkreises Asyl in Forstern. Am Mittwochabend kamen so viele Menschen in die Turnhalle, dass laufend neue Stühle aufgestellt werden mussten.

Die Asylbewerber, die in Forstern leben, halfen beim Aufbau kräftig mit, um für alle rund 100 Interessierte einen Sitzplatz zu schaffen. Sie waren schon vorher an den Vorbereitungen beteiligt und hatten viele Leckereien aus ihren Heimatländern zum Fingerfood-Buffet beigetragen. „Wir alle haben gekocht“, erzählt Maazim. Er ist einer von 14 Schutzsuchenden aus Somalia, Nigeria und Eritrea, die derzeit an der Münchner Straße leben. Darunter ist neben einigen Frauen und Kindern auch ein sechs Monate altes Baby.

„Ein Kind geht in die Krippe, ein Bub besucht ab Herbst die Grundschule und das älteste Mädchen ist in der dritten Klasse“, erzählt Matthias Weigl, sozialer Ansprechpartner der Gemeinde und zuständig für den Helferkreis. Dieser nutzte den Abend, um Werbung für sich zu machen. Die Percussiongruppe African Earth, Asylbewerber in Moosinning, legte an ihren Trommeln los und ließ auch gleich die Forsterner Kinder mitmusizieren und -tanzen.

Brigitte Hamel, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats der Pfarrei Forstern-Tading, und Pfarrer Roland Fritsch von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Erding boten im Namen der Kirche ihre Hilfe an. „Es ist wichtig, in den Kommunen dafür zu sorgen, dass dem menschenfreundlichen Gesicht Deutschlands nicht die Gesichtszüge entgleiten, weil die Leute den braunen Rattenfängern auf den Leim gegangen sind“, spornte Fritsch die Helfer an.

Auch Bürgermeister Georg Els zeigte sich überwältigt von der Resonanz der Interessierten, in deren Reihen auch Vertreter der Helferkreise aus Hohenlinden und Pastetten waren. „Sie alle setzen ein Zeichen dafür, dass Nächstenliebe nicht nur in der Bibel vorkommt“, lobte Els.

„Je mehr ich mich einbringe, umso mehr bekomme ich zurück“, sagte Max Ochsenkühn. Der Isener hatte seine Ausstellung „Fremd ist nur der Fremde“ mitgebracht. Forstern könne eine solche Schau nachahmen, regte Ochsenkühn an, um die eigenen Asylbewerber vor Ort besser bekannt zu machen. Das schlug auch Willi Dräxler vor. Man müsse den Menschen ein Gesicht geben, denn „die vielen großen Zahlen sind beängstigend“, sagte der Referent für Migration beim Caritasverband München und Freising. Integration funktioniere nicht in 14 Tagen, sagte Dräxler. Den Helfern gab er den Rat, die richtige Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden. Zugleich dürften sie ihre Klientel nicht glorifizieren. „Schlawiner gibt’s überall“, meinte Dräxler.

Nicht zuletzt sollte die Arbeit den Ehrenamtlichen auch Spaß machen. „Und das tut sie“, versicherte Weigl. Auch wenn sich schon viele im Helferkreis engagieren: „Wir suchen dringend noch Helfer für den ersten Kontakt“, sagte Weigl, wenn voraussichtlich Anfang April die ersten von insgesamt 40 Flüchtlingen in die Container Am Steinfeld einziehen.  

Vroni Macht

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