Alpakas begeistern mit ihrem freundlichen Aussehen Kinder wie Erwachsene. Hier im Bild zu sehen ist Xaverl.
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Alpakas begeistern mit ihrem freundlichen Aussehen Kinder wie Erwachsene. Hier im Bild zu sehen ist Xaverl.

Wandern mit Alpakas liegt im Trend – Gabi Krieg aus Karlsdorf züchtet die Tiere

Unterwegs mit flauschigen Weggefährten

  • Veronika Macht
    vonVeronika Macht
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Große Kulleraugen, kleine Köpfe, flauschiges Fell, freundlicher Blick: Mit ihrem Aussehen begeistern Alpakas Groß und Klein. Auch Gabi Krieg aus Karlsdorf ist den Tieren, die ursprünglich aus den südamerikanischen Anden stammen, verfallen: Auf dem Hof der Familie züchtet die 48-Jährige Alpakas.

Karlsdorf – Der Krieghof steht seit den 1930er Jahren in Karlsdorf. Über all die Jahre war er ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Rinderhaltung und Ackerbau, 30 Jahre lang wurden auch Pferde gehalten. Rösser gibt es auf dem Hof inzwischen keine mehr, und den Milchviehbetrieb mit 20 Kühen wird die Familie in den nächsten Jahren aufgeben. Und so kam vor einiger Zeit Gabi Kriegs Mama Anne auf die Idee, Alpakas zu halten. Die Gebäude sind da, die Weideflächen auch – warum also nicht?

Eine Zufallsbegegnung mit einer Züchterin aus Neuburg an der Donau gab schließlich im Jahr 2017 den Ausschlag. „Sie hat gesagt, dass Alpakas relativ pflegeleicht sind. Also haben wir mit zwei tragenden Damen angefangen“, erzählt Krieg. Inzwischen ist die kleine Herde aus eigener Zucht auf neun Tiere angewachsen. Die beiden jüngsten Alpakas, Heidi und Wiggal, sind im vorigen April nach rund einem Jahr Tragezeit zur Welt gekommen.

Der Zufall brachte Gabi Krieg zu Alpaka-Wanderungen

Um Inzucht zu vermeiden, hält Krieg nur Weibchen und Wallache auf ihrem Hof. Heuer will sie wieder drei ihrer Tiere decken lassen, ihr Ziel ist eine Herde von 15 bis 16 Alpakas. „Ich will keine Tiere dazukaufen, sondern weiter züchten, damit ich sie selber aufziehen kann“, sagt Krieg, die in etlichen Pastettener Vereinen, von Feuerwehr bis Theaterverein, aktiv ist.

Wenn Gabi Krieg das Belohnungsfutter rausholt, gibt’s kein Halten mehr. Da würde auch das Shetlandpony am liebsten mitmischen.

Durch Zufall brachte sie vor einiger Zeit ein Bekannter dazu, eine Alpaka-Wanderung mit seiner Familie zu machen. So entstand die Idee, dieses Erlebnis auch anderen anzubieten. Alpaka-Wanderungen sind seit einiger Zeit voll im Trend. Mit ihnen spazieren zu gehen, sie fressen zu sehen – das soll eine beruhigende Wirkung haben.

Leittier Enna sorgt für Ruhe in der Herde

Außerdem sind die Tiere sehr friedlich und geduldig. Streicheln sei kein Problem, sagt Krieg, solange man sie nicht am Kopf und am Hinterteil anfasst, sondern nur an den Seiten. Spucken würden Alpakas zwar auch, aber vornehmlich untereinander und nur in Ausnahmefällen auf Menschen. All das mache sie vor allem bei Kindern beliebt, zum Geburtstag oder im Ferienprogramm – aber auch Erwachsene hätten ihre Freude an den Tieren.

„Einer unserer Besucher ist an Krebs erkrankt und wollte die Tiere eigentlich nur anschauen. Dann sind wir aber doch gegangen, und am Ende hat er gesagt, dass ihm das sehr gutgetan habe. Er war inzwischen schon viermal bei uns“, erzählt Krieg.

Für Ruhe in der Herde sorge Leittier Enna, die meistens voran gehe und als Therapietier zudem Erfahrung im Umgang mit Kindern habe. Für die Wanderungen sind, je nach Gruppe, kürzere und längere Strecken im Angebot, ebenso Wege, die für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer geeignet sind. Denn auch mit Kindern mit Behinderung und Seniorengruppen ist Krieg schon unterwegs gewesen.

Alpaka-Wandern ist wie ein gemütlicher Spaziergang

Alpaka-Wandern könne man mit einem gemütlichen Spaziergang vergleichen, der für Jung und Alt geeignet sei. Die Tiere seien sehr neugierig und gingen ohne Ziel spazieren. „Sie bleiben manchmal stehen, schauen oder fressen ein paar Grashalme. Oder ein Tier will Pause machen und legt sich hin. Jede Wanderung ist anders, und die genaue Gehzeit bestimmen letztendlich die Alpakas.“

Nicht zuletzt ist Krieg mit ihren Tieren auch auf Hochzeiten unterwegs. Voriges Jahr etwa überraschte sie ihren Neffen bei dessen Trauung in Pastetten mit den geschmückten Tieren. „Ich hätte heuer auch schon vier Hochzeiten, aber wer weiß, ob das möglich ist“, sagt Krieg. Sie ist eigentlich gelernte Bäckerin, arbeitet aber seit etlichen Jahren im Pastettener Gasthaus Zum Rauch. Momentan freilich wegen Corona nicht, und auch die Alpaka-Wanderungen sind gerade nicht möglich. „Aber das ist für uns ja in erster Linie ein Hobby, und wir machen es auch gerne“, sagt Krieg. Sie freut sich dennoch, dass sie über Weihnachten sehr viele Gutscheine verkaufen konnte.

Alpakas sind sehr genügsame Tiere

Im Übrigen seien Alpakas sehr genügsame Tiere. Sie fressen hauptsächlich Gras und Heu, dazu gibt’s Mineralfutter und ab und zu Pellets zur Belohnung. „Die sind eigentlich immer draußen, auch im Winter reicht ihnen ein Unterstand“, weiß Krieg. Nur wenn es extrem regnet und windet, das mögen die Tiere, die zur Familie der Kamele gehören, nicht. Dagegen lieben sie es, sich auf Tannennadeln zu wälzen oder sich an einem Besen zu kratzen, den Krieg mitten auf der Weide angebracht hat.

Geschert werden sie einmal im Jahr, das Fell am Kopf schneidet Krieg selber, ebenso die Klauen. Aus der Wolle lässt sie Kissenfüllungen herstellen. Gerade vor Weihnachten seien Leseknochen mit Alpaka-Füllung, also spezielle Nackenkissen, sehr gefragt gewesen.

vam

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