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Die Forsterner Bürgerversammlung im Sportheim war so gut besucht wie lange nicht mehr.

Els‘ letzte Bürgerversammlung als Rathauschef

Gemeinde Forstern: Auf den neuen Bürgermeister warten viele Aufgaben

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In seiner letzten Bürgerversammlung als Rathauschef zog Georg Els noch einmal Bilanz. Die Forsterner Verwaltung startet wieder mit voller Personalstärke ins neue Jahr.

Forstern– Seit 1996 hat Georg Els die Forsterner Jahr für Jahr in der Bürgerversammlung über Aktuelles aus der Gemeinde informiert. Am Samstagnachmittag trat er zum letzten Mal als Rathauschef vor seine Bürger. Vor vollem Haus im Sportheim – derart gut besucht war die Versammlung lange nicht – verkündete der Mann der Alten Wählergemeinschaft (AWG) fast schon beiläufig zwischen seinem Bericht und dem des Landrats, dass er nicht mehr kandidieren werde. „Die Bürger haben mich gewählt, sie sollen es als Erste erfahren“, erklärt Els im Gespräch mit der Heimatzeitung, warum er diesen Rahmen gewählt hat.

Bürgermeister Els: „Das vergangene halbe Jahr war durchaus schwierig“

Rund eine Stunde lang hatte er zuvor die Anwesenden umfassend informiert – über die Gemeindefinanzen, über die Projekte im zu Ende gehenden Jahr, über zukünftige Herausforderungen.

In seiner letzten Bürgerversammlung als Bürgermeister von Forstern zog Georg Els Bilanz über das zu Ende gehende Jahr.

Das vergangene halbe Jahr sei durchaus schwierig gewesen, gab er zu – „ohne Geschäftsleitung und mit dramatischer Unterbesetzung in der Verwaltung“, an der diese Situation nicht spurlos vorübergegangen sei. Els dankte den Mitarbeitern, die erhebliche Mehrbelastungen auf sich hätten nehmen müssen, und entschuldigte sich zugleich bei den Bürgern, wenn so manches Anliegen länger liegen geblieben sei, als man es erwarten dürfe.

Diese Zeiten sind bald vorbei: Ab 1. Januar ist die Verwaltung wieder in vollständiger Personalstärke. Bereits seit Mitte Oktober arbeitet ein neuer Mitarbeiter im Bereich Liegenschaften, in einem Monat fangen eine neue Kassenleitung und ein neuer Geschäftsleiter an, der 25 Jahre Erfahrung habe.

Das neue Feuerwehrhaus ist fast fertig

Auch wenn nicht voll besetzt, so hatte die Gemeinde heuer dennoch zahlreiche Projekte zu bearbeiten. Els nannte das Feuerwehrhaus, das fast fertig sei und Anfang 2020 eingeweiht werde. Forstern ist der Wasserversorgung Anzing-Forstinning beigetreten, erst kürzlich habe das Landratsamt Ebersberg die notwendigen Genehmigungen erteilt. Els kündigte an, dass der Wasserpreis im kommenden Jahr zunächst wieder sinken werde – von bisher 1,14 Euro auf 1,01 Euro. Danach werde er vermutlich sukzessive ansteigen, aber im Rahmen des bisherigen Preises bleiben.

Der Jugendraum wird mit Leben erfüllt

Ein lange gewünschtes Projekt konnte ebenfalls umgesetzt werden: ein eigener Jugendraum. Der Vertrag dafür läuft seit 1. Oktober. Derzeit werde der Raum mit Leben erfüllt, im Februar soll er dem Gemeinderat vorgestellt werden. In diesem Zusammenhang ging Els auf eine „bemerkenswerte Besonderheit“ in seiner Gemeinde ein. Als Ansprechpartner stehen hier gleich vier Fachkräfte parat: Sozialpädagoge Mathias Weigl, Schulsozialpädagoge Kilian Schmid, Erzieher Dominik Rehbein und Christina Schultes, Leiterin des neuen Familienstützpunkts.

Beim Dorfzentrum dauert‘s noch

Nicht weitergekommen ist man bei der Gestaltung des Dorfzentrums. Hier werde eine Korrektur des Bebauungsplans nötig, „weil ein kleiner Teil dieser Fläche zwischenzeitlich nicht mehr im Eigentum der Kirche steht“.

Die große Sanierung der Schule müsse ebenfalls der neue Gemeinderat anpacken, denn sie werde sich über mehrere Jahre hinziehen. Erfreulich seien jedoch die Schülerzahlen: 276 Mädchen und Buben besuchen derzeit die Einrichtung, davon 146 Grund- und 130 Mittelschüler. Letztere Zahl sei innerhalb eines Jahres um fast 20 angewachsen, was man der Offenen Ganztagsschule und deren Lehrern verdanke.

Beim Breitbandausbau läuft‘s nicht ganz rund

Nicht ganz so rund läuft es beim Breitbandausbau. Aus dem Bundesprogramm habe man zwar einen Förderbescheid bekommen, die Ausschreibung aber habe für die Gemeinden Forstern und Isen zu einem Vergabeverstoß geführt. Das Ausschreibungsverfahren werde deshalb teils neu aufgerollt. Els rechnet dennoch damit, dass im Laufe des kommenden Jahres das gesamte Gemeindegebiet erschlossen werden könne. Wie berichtet, übernimmt im Hauptort das Unternehmen Deutsche Glasfaser den eigenwirtschaftlichen Ausbau. Da soll es nach dem Winter losgehen.

Senioreneinrichtung als großes Projekt in den kommenden Jahren

Als weitere Großprojekte, die Forstern auch 2020 beschäftigen werden, nannte Els die Sanierung des Kindergartens Villa Regenbogen, den Neubau des Kinderhauses in Karlsdorf und die Schaffung von Pflegeplätzen in Form einer Senioreneinrichtung. Er gehe davon aus, dass dieses Projekt im kommenden Jahr zumindest planungsrechtlich abgewickelt werden und der Bau 2021 starten könne.

Damit zusammen hängt auch die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt – ein Thema, zu dem es auch eine Bürgerfrage gab.

vam

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