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Fleeceshirts fürs Kochtopf-Team zum zehnjährigen Bestehen des Angebots (stehend, v. l.): Organisatorin Katrin Gesellensetter, die Fahrer Martin Maurer, Georg Maier und Hans Mielach, Koch Günter Helfenbein, die Fahrer Fritz Steinberger, Hannelore Möwes und Tine Winkler sowie (sitzend, v. r.) Fahrer Johannes Wilms bekamen von Vorsitzender Helga Wilms auch edle Tropfen überreicht. Bürgermeister Georg Els grat ulierte.

Forstern 

Nachbarschaftshilfe: Mehr als 31 000 Essen in zehn Jahren

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Mit zwei warmen Mittagessen in der Woche ist im April 2008 der Forsterner Kochtopf gestartet. Zehn Jahre später sind es zu Spitzenzeiten bis zu 28 Mahlzeiten am Tag, die beim Essen auf Rädern ausliefert werden. Die Geschichte eines Erfolgsmodells.

Forstern– Wenn der Kochtopf-Fahrer an der Haustür klingelt, liefert er nicht nur ein warmes Mittagessen. Mit dabei haben die Ehrenamtlichen der Forsterner Nachbarschaftshilfe auch immer einen kurzen Ratsch und ein paar nette Worte. Seit zehn Jahren gibt es das Essen auf Rädern inzwischen, bei dem Senioren, die nicht mehr so mobil sind, für je 5,90 Euro ein warmes Mittagessen bestellen können.

Gestartet ist der Kochtopf am 1. April 2008. Forsterns Bürgermeister Georg Els war auf ein solches Angebot angesprochen worden und hatte diesen Wunsch an die Nachbarschaftshilfe herangetragen, die sofort im Boot war. „Dann ging die erste Woche vorbei, und keiner hat angerufen“, erinnerte sich Helga Wilms in der Jahreshauptversammlung im Hirschbachwirt.

Es sollte eine Woche vergehen, bis sich die erste Kundin meldete – eine Frau, die dem Kochtopf viele Jahre treu geblieben ist. Und so konnte am 9. April das erste Essen ausgeliefert werden – von der Vorsitzenden Wilms höchstpersönlich. Die zweite Lieferung hatte Birgid Holzheimer übernommen, die sich bis 2015 um die Organisation des Angebots kümmerte. Seitdem ist Katrin Gesellensetter dafür zuständig.

Wilms blickte auf die Anfänge des Kochtopfs zurück. Hatte man sich zu Beginn der Küche angeschlossen, in der auch für Kindergarten und Mittagsbetreuung gekocht wurde, übernahm Ende 2009 die Firma Oskar Catering das Kochen. Knapp drei Jahre lang später wurde im Gasthaus Rauch in Pastetten gekocht, vor einem Jahr übernahm Günter Helfenbein vom Forsterner Hirschbachwirt diese Aufgabe. „Und wir sind sehr froh, dass das so unkompliziert geklappt hat“, freute sich Wilms.

Mit Ludwig Kloo und Johannes Wilms fanden sich gleich zu Beginn zwei engagierte Fahrer, die die Auslieferung übernahmen. Wilms ist heute noch an Bord. 2011 stieß Richard Scherer zum Team. Er half beim Ausfahren, bis er im vergangenen Jahr bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben kam. Seit fünf Jahren gehört Georg Maier zum Fahrerstamm, inzwischen sind auch Martin Maurer und Hans Mielach hinzu gekommen. Sie wechseln sich ab, weitere Hilfe ist aber willkommen.

Mit der Nachbarschaftshilfe in Pastetten besteht seit rund dreieinhalb Jahren eine Kooperation. Dort sind Fritz Steinbauer, Tine Winkler und Hannelore Möwes für die Kochtopf-Kunden auf der Straße.

„Wir haben über die Jahre immer mehr Kunden gewonnen“, berichtet Wilms. So mussten schon bald nach der Gründung neues Geschirr und Tablettwagen sowie weitere Speisenbehälter angeschafft werden, um alle versorgen zu können.

Insgesamt wurden in den vergangenen zehn Jahren 31 655 Mahlzeiten ausgeliefert. Die Ehrenamtlichen haben dafür 5813 Stunden aufgewendet und 73 251 Kilometer zurückgelegt – bis vorigen Sommer übrigens in den privaten Fahrzeugen. Seit Mitte Juli steht ihnen dafür ein Ford Transit mit umgebautem Kofferraum zur Verfügung (wir berichteten). Hier finden 26 Tabletts und Suppenbehälter Platz. „Das ist wirklich eine große Erleichterung, denn hier ist alles gut und sicher verstaut“, sagte Wilms.

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