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So sieht der erste Grobentwurf für den Forsterner Edeka-Markt an der Staatsstraße 2331 aus. Rechts unterhalb der Parkplätze ist das neue Feuerwehrhaus zu sehen.

Zeitplan steht, erste Pläne vorgestellt

Der neue Edeka in Forstern soll vor Weihnachten 2021 eröffnen

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Größer, moderner, fußläufig besser zu erreichen: Der neue Edeka in Forstern soll zum Weihnachtsgeschäft 2021 eröffnen.

Forstern– In der Gemeinderatssitzung stellten Investor Manfred Singer aus St. Wolfgang, Architekt Fritz Gerstl vom Architekturbüro Mitschelen + Gerstl aus Passau, Edeka-Regionalleiter Michael Zauner und Marktbetreiberin Astrid Schmidmüller im Gemeinderat die ersten Pläne vor. Die gefielen den Räten gut, aber sie hatten auch einige Anmerkungen.

Singer erklärte, der bestehende Markt sei nicht mehr zeitgemäß und viel zu klein. Mit dem Neubau neben dem Feuerwehrhaus wolle sich Edeka für den Wettbewerb der nächsten Jahre aufstellen. So soll die Verkaufsfläche 1200 Quadratmeter betragen, zusätzlich ist ein Getränkemarkt mit 650 Quadratmetern geplant, im Eingangsbereich ein Bäcker und Café oder Imbiss. Dafür ist ein 55 auf 40 Meter großes Gebäude mit rund sieben Metern Traufhöhe geplant. „Das ist schon ein riesiges Gebäude“, kommentierte Erwin Nominacher (SPD/Die Grünen).

Bürgermeister Els: „Das soll als Ensemble wirken“

Genaue Skizzen hatte Gerstl noch nicht dabei, dafür eine Draufsicht mit den Umrissen von Markt und Parkplätzen. Hier wollten die Gemeinderäte weitere Ansichten, vor allem um das Gebäude im Vergleich zum Feuerwehrhaus zu sehen. An dessen Fassadengestaltung solle sich der Markt anpassen, forderten die Räte. „Das soll als Ensemble wirken, nicht als Fremdkörper“, sagte Bürgermeister Georg Els (AWG). Dieses Ziel habe auch Edeka, versicherte Zauner. Bei der Gestaltung sei man sehr flexibel: „Wenn Sie wollen, bauen wir von der Fassade her ein zweites Feuerwehrhaus.“

Sebastian Klinger (CSU) regte zum Thema E-Mobilität an, Ladesäulen anzubieten. „Wir haben das auf dem Schirm“, so Zauner. Um dem Flächenfraß entgegen zu wirken, schlug Klinger zudem vor, zumindest eine Betriebsleiterwohnung über dem Einkaufsmarkt zu schaffen. Architekt Gerstl erklärte, dass eine Wohnung unter dem Dach das Gebäude um einige Meter anwachsen lasse, man jedoch das Feuerwehrhaus nicht überragen wolle. Klassisches Wohnen sei im Gewerbegebiet ohnehin nicht möglich. Wohl aber seien im Obergeschoss Sozial- und Technikräume geplant. Herbert Berger (AWG) schlug vor, den Markt gleich so zu bauen, dass man in einigen Jahren aufstocken könnte.

Tiefgarage und Verkauf auf zwei Stockwerken?

Franz-Josef Obermaier (AWG) regte mit Verweis auf den Flächenverbrauch sogar eine Tiefgarage und einen Verkauf auf zwei Stockwerken an, damit in die Höhe statt in die Fläche gebaut werde. Zauner erklärte, dass sich Tiefgaragen für kleinere Objekte nicht lohnen, man für Rollsteig und Rampen viel Platz brauche und die Kunden Garagen oft nicht annehmen würden. Das bestätigte Schmidmüller: Die Garage beim SemptPark in Aufhausen etwa werde meist nur bei Regen oder Schnee genutzt, erklärte die Fachfrau, die als Bezirksleiterin für diesen Markt zuständig war. Einen Verkauf auf zwei Stockwerken bezeichnete sie als „Albtraum für den Betreiber“, allein von der Logistik her.

Damit der Markt gut erreichen ist, wird bekanntermaßen von Tading her ein Weg geschaffen. Außerdem soll der Gehweg auf der Ostseite der Staatsstraße 2331 von der Tankstelle her verlängert und eine Querungshilfe zur Westseite gebaut werden.

Was passiert mit dem alten Edeka?

Gerhard Eicher (CSU) wollte wissen, was nach dem Neubau mit dem alten Edeka passiert. Laut Els gilt dafür eine Festsetzung als Einzelhandel. Der Eigentümer könne also neu vermieten oder eine Nutzungsänderung beantragen.

Zum Zeitplan erklärte Singer, dass man im nächsten Jahr mit der Realisierung beginnen wolle, als Eröffnungstermin nannte er den 15. Oktober 2021. „Sagen wir mal vor Weihnachten 2021“, relativierte Zauner diese Zeitangabe, immerhin steht ein langes Verfahren bevor.

Bitte an den Investor: „auf minimaler Fläche das Maximalste rausholen“

Die Planungvorstellung nahm der Gemeinderat zur Kenntnis. In der nächsten Sitzung wird der Aufstellungsbeschluss gefasst und ins vorhabenbezogene Bebauungsplanverfahren eingestiegen. In dessen Rahmen kann der Gemeinderat Vorgaben machen, etwa dass abgeklärt wird, ob Nutzungen im Obergeschoss oder vielleicht in einem Keller möglich wären.

Die Diskussion beendete Obermaier mit „einer Bitte an den Investor“. Er solle „auf minimaler Fläche das Maximalste rausholen, dass es ein zukunftsorientierter, nachhaltiger Markt wird, wo wir am Ende alle sagen können: ,Gut ist er geworden.‘“ „So mach ma’s“, sagte Singer zu.

vam

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