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Dass der Busunternehmer auf der MVV-Regionalbuslinie 469 Preisendorf/Ort nur noch bei jeder zweiten Fahrt anfahren will, gefällt nicht jedem. Am Mittwoch entscheidet der Strukturausschuss des Landkreises darüber (Symbolbild).

Gemeinderat Obermaier macht seinem Ärger Luft

Nur noch jede zweite Fahrt über Preisendorf? „Damit bin ich absolut nicht einverstanden“

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Dass der Busunternehmer auf der MVV-Regionalbuslinie 469 Preisendorf/Ort nur noch bei jeder zweiten Fahrt anfahren will, gefällt nicht jedem. Am Mittwoch entscheidet der Strukturausschuss des Landkreises darüber.

Forstern – Die Busse der MVV-Regionalbuslinie 469 von Ebersberg nach Markt Schwaben fahren bislang über die Haltestelle Preisendorf/Ort. Laut dem Busunternehmen ist diese Linie jedoch verspätungsanfällig. Um die Fahrzeit zu verkürzen „und dennoch nur geringe Abstriche bei der Bedienqualität zu machen“, schlägt das Unternehmen deshalb vor, Preisendorf nur mehr auf jeder zweiten Fahrt anzufahren. Wie berichtet, hatte der Forsterner Gemeinderat dazu im August seine Zustimmung signalisiert.

Franz-Josef Obermaier: „Damit bin ich absolut nicht einverstanden“

Urlaubsbedingt nicht anwesend war dabei Franz-Josef Obermaier, der jetzt seinem Ärger Luft machte. „Damit bin ich absolut nicht einverstanden. Man kann nicht in der heutigen Zeit, in der man schauen muss, dass die öffentlichen Verkehrsmittel mehr werden, das Angebot hier zurückfahren“, echauffierte sich der AWG-Rat, der selbst in Preisendorf wohnt. Preisendorf sei ein wachsender Ort, und jetzt solle diese Buslinie gekürzt werden.

Das Argument, man könne zu Fuß eine rund 900 Meter entfernte andere Bushaltestelle nutzen, lasse er nicht gelten. Ähnliche Entfernungen gebe es zwischen vielen Haltestellen, da könne man doch gleich weitere einsparen, meinte er süffisant. „So viele Busse waren es ohnehin nicht. Es ist keine Tragik, dass die Busse weiterhin über Preisendorf fahren“, befand Obermaier. Und: „Selbst wenn nur ein einziger einsteigt – der ist dann auch darauf angewiesen.“

Bürgermeister Georg Els: „Es gibt auch wirtschaftliche Grenzen“

Bürgermeister Georg Els (AWG) meinte, er gebe ihm grundsätzlich recht, dass man den ÖPNV stärken müsse, um den Individualverkehr einzudämmen. „Aber es gibt auch wirtschaftliche Grenzen.“ Gerade in Preisendorf registriere man „extrem wenig“ Zu- und Ausstiege: Nur auf rund der Hälfte der Fahrten gebe es Bewegungen.

Els brachte erneut die Alternative ins Spiel, die zweite Fahrt bei Bedarf anzubieten. „Für Leute, die in Preisendorf einsteigen wollen, bringt das aber nichts“, warf Obermaier ein: Der Busfahrer könne ja nicht wissen, dass jemand an der Haltestelle wartet.  

Der Ausschuss

für Struktur, Verkehr und Umwelt des Landkreises befasst sich am morgigen Mittwoch, 18. September, mit dem Jahresfahrplan 2020 und den einzelnen Fahrplanwünschen. Beginn ist um 14 Uhr im Großen Sitzungssaal des Landratsamts.

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