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„Jeder ist einzigartig, und doch gehören wir zusammen“

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Von: Veronika Macht

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Prämierte Kunstwerke: Bürgermeister Rainer Streu, Schulleiterin Annett Taubert, Mathilde und Rosalie Schmid, Jakob B., Xaver Jahrstorfer, Ferdinand Wauthier, Aurelia Klute, Luca Hinkelmann, Lea Rode (hinten), Tara Baiker, Josefa Haug (hinten), Leonie Fischer, Tim Maier, Lehrerin Juliane Rötzer und Schulsozialpädagogin Sabine Wendt (v. l.). Gutscheine und ein Eis für die Sieger
Prämierte Kunstwerke: Bürgermeister Rainer Streu, Schulleiterin Annett Taubert, Mathilde und Rosalie Schmid, Jakob B., Xaver Jahrstorfer, Ferdinand Wauthier, Aurelia Klute, Luca Hinkelmann, Lea Rode (hinten), Tara Baiker, Josefa Haug (hinten), Leonie Fischer, Tim Maier, Lehrerin Juliane Rötzer und Schulsozialpädagogin Sabine Wendt (v. l.). Gutscheine und ein Eis für die Sieger © . Vroni Macht

Die Grund- und Mittelschule Forstern wird „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Pate ist Bürgermeister Rainer Streu. Die Projektgruppe hatte kürzlich die Idee, einen Kunstwettbewerb auszuloben. Jetzt wurden in kleinen Feierstunden – einmal für die Grund- und einmal für die Mittelschüler – die besten Arbeiten prämiert.

Forstern – Schulleiterin Annett Taubert berichtete, dass der Wettbewerb „Meine friedliche Grundschule Forstern“ ursprünglich nur für die Erst- bis Viertklässler gedacht gewesen sei. Doch dann hätten auch Mittelschüler mitmachen wollen. „Ich finde es super, was ihr gemacht habt. Eigentlich seid ihr alle Gewinner, weil ihr euch alle für dieses Thema einsetzt“, wandte sich Sozialarbeiterin Sabine Wendt an die Schüler.

„In unserer Schule gibt es keinen Platz für Ausgrenzung oder Rassismus, es soll Vielfalt, Freundschaft und Frieden geben. Alle Kinder sollen sich wohlfühlen“, sagte Taubert: „Uns ist wichtig, dass wir unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht und Herkunft wertschätzend miteinander umgehen.“

Sie erinnerte an die Abstimmung vorigen Dezember, bei der jeder Schüler und jeder Mitarbeiter selbst entschieden habe, ob er diesen Weg mitgehen will. „Da haben wir 95,22 Prozent erreicht, worüber wir sehr stolz sind“, hatte Taubert kürzlich in der Schulverbandsversammlung des Mittelschulverbands berichtet. Wichtig sei, dass jetzt immer wieder Aktionen dazu stattfinden – wie der Wettbewerb.

In der Grundschule hatten die Lehrerinnen je Klasse die besten drei Bilder ausgesucht. Die Entscheidung traf dann eine Jury, bestehend aus Wendt, Taubert, Streu, Lehrerin Juliane Rötzer und zwei Vertretern der Projektgruppe. Sie entschieden nach verschiedenen Kriterien, aber ohne zu wissen, wer die Bilder gemalt hat.

Und so kam es, dass zwei Schwestern auf dem Siegertreppchen landeten: Mathilde Schmid (1b) schaffte es mit einer Menschenkette rund um eine Weltkugel auf Platz vier, ihre Schwester Rosalie (4a) sicherte sich mit zwei Händen, die ein Herz formen, den dritten Platz. Platz zwei räumte ein buntes Gemeinschaftswerk der Klasse 4b ab, und ebenfalls aus dieser Klasse landete Jakob B. mit einem Peace-Zeichen auf Platz eins.

Für die Einzelgewinner gab es kleine Sachpreise sowie Gutscheine für Therme und Kino, gesponsert von der Sparkasse Erding–Dorfen. Die Klasse 4b darf sich als Gewinn auf eine Doppelstunde Freispiel im Sport freuen.

Bei den Mittelschülern überzeugte eine Gemeinschaftsarbeit aus der 8b die Jury am meisten. Sie hatten kleine Figuren gebastelt, versehen mit Botschaften wie „Wir sind alle gleich viel wert“ oder „Du bist wunderschön“. Auf Platz zwei landete eine große Skulptur der 6a, geschaffen aus den Anfangsbuchstaben der Schüler. Die Botschaft dahinter: „Jeder ist einzigartig, und doch gehören wir zusammen.“ Und auf Platz drei folgte eine gebastelte Szene der 9a. Die Klassen bekamen dafür Pokale, und der Bürgermeister legte spontan noch ein Eis drauf.

„Ich finde es super, wie sich schon junge Meschen dafür einsetzen, dass Ausgrenzung, Hass und Rassismus keine Chance haben“, sagte er und erzählte, dass er in seiner eigenen Kindheit auch damit konfrontiert gewesen sei. Als er 1986 in Forstern zur Schule ging, sei er der Einzige mit roten Haaren gewesen, „und einige andere Kinder wollten mich deswegen ärgern“. Doch er habe schnell Freunde gefunden, die ihn unterstützt haben. Streu riet deshalb den Schülern: „Geht offen auf andere zu, auch wenn sie anders aussehen als ihr.“

Die Kunstwerke werden im Schulhaus ausgestellt. Das offizielle „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“-Schild, soll im nächsten Jahr überreicht werden, vielleicht im Rahmen eines Schulfestes. Zum Ende dieses Schuljahres ist noch ein interkulturelles Essen geplant.

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