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Solarstrom vom Kinderhausdach

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Von: Veronika Macht

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Einen Beitrag zur Energiewende will die Gemeinde Forstern beim neuen Kinderhaus in Karlsdorf leisten – in Form einer Solaranlage. Die kann entweder in Eigenregie oder in Form einer Bürgergenossenschaft betrieben werden.
Einen Beitrag zur Energiewende will die Gemeinde Forstern beim neuen Kinderhaus in Karlsdorf leisten – in Form einer Solaranlage. Die kann entweder in Eigenregie oder in Form einer Bürgergenossenschaft betrieben werden (Symbolbild). © dpa / Daniel Reinhardt

Einen Beitrag zur Energiewende will die Gemeinde Forstern beim neuen Kinderhaus in Karlsdorf leisten – in Form einer Solaranlage. Die kann entweder in Eigenregie oder in Form einer Bürgergenossenschaft betrieben werden.

Forstern – Mit der Solaranlage auf dem Kinderhausdach will Forstern nicht nur Strom selbst produzieren. Sie ist auch nötig, um die entsprechende KfW-55-Förderung zu bekommen. Eine Möglichkeit, diese Anlagen zu betreiben, ist die sogenannte Bürgerenergiegenossenschaft BENG, deren Vertreter Andreas Dathe das Projekt vorstellte. Gegründet 2011 mit 18 Investoren, sei BENG heute auf rund 300 Mitglieder angewachsen. Ein aktuelles Projekt ist zum Beispiel eine Dachanlage auf dem Feuerwehrhaus in Neuried.

Investitionssumme von rund 44 000 Euro

Auf dem Dach des Kinderhauses in Karlsdorf werde die Anlage komplett nach Süden ausgerichtet. Pro Jahr könne man 37 000 Kilowattstunden (kW/h) erzeugen, die Nennleistung betrage 37 kW Peak. 30 bis 40 Prozent der Energiemenge werde das Kinderhaus selbst verbrauchen, der Rest werde ins Netz eingespeist. Die Investitionssumme bezifferte Dathe mit rund 44 000 Euro. Die Genossenschaft würde die Anlage planen, finanzieren und bauen. Für den nicht direkt verbrauchten Strom gebe es eine EEG-Vergütung von 8,3 Cent pro kW/h. An die Gemeinde würde die Genossenschaft den Strom für 18,5 Cent verkaufen, wobei man bei der Preisgestaltung flexibel sei.

Forsterns Bürger können sich an dem Projekt beteiligen

Die Bürger Forsterns können sich gemäß dem Kirchturmprinzip an der PV-Anlage beteiligen, indem sie Mitglied der Genossenschaft werden. Dazu zeichnen sie Geschäftsanteile zu je 100 Euro und gewähren Nachrangdarlehen von in der Regel 900 Euro, mit denen letztlich die Photovoltaik-Anlage finanziert wird. Wer will, kann sich mit einer höheren Summe beteiligen. Geschäftsanteile und Darlehen werden jeweils verzinst.

Die Gemeinde könne günstigen Strom aus lokaler Erzeugung nutzen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Durch die Zusammenarbeit mit regionalen Firmen bleibe die Wertschöpfung vor Ort. „Und die Gemeinde macht sich zu einem gewissen Teil unabhängig vom Strompreis“, so Dathe.

Franz-Josef Obermaier (AWG): „Ein Speicher wäre besonders interessant“

Franz-Josef Obermaier (AWG) fehlte in der Präsentation eine Speichermöglichkeit. „Das wäre besonders interessant, weil das eine Tagesstätte ist“, meinte er, denn bisher ist geplant, dass in sonnenarmen Zeiten der Strom wie bisher bezogen wird. Laut Dathe ist ein Speicher möglich, solange er wirtschaftlich darstellbar ist. Aktuell könne man jedoch schwer abschätzen, wie hoch der Verbrauch sein wird und ob sich ein Speicher lohnt.

Bürger sollen bewusst beteiligt werden

Architekt Michael Jaksch erklärte, von der Statik her sei die PV-Anlage „überhaupt kein Problem“, und für einen Speicher sei im Technikraum noch Platz. Sebastian Klinger und Gerhard Eicher (beide CSU) beharrten darauf, dass man den Speicher gleich einplanen solle, immerhin gebe es jetzt Förderungen.

Anton Oskar (CSU) stellte die Frage, ob es nicht besser und rentabler wäre, wenn die Gemeinde die Anlage selbst betreiben würde. „Das ist die Entscheidung der Gemeinde“, meinte Dathe. Außerdem wolle man bewusst die Bürger beteiligen und deren Bewusstsein stärken. In diese Kerbe schlug auch Herbert Berger (AWG): „Es geht in erster Linie darum, CO2 einzusparen, und nicht darum, möglichst billig wegzukommen.“ Einstimmig votierten die Räte für eine Solaranlage auf dem Kinderhausdach. In welcher Form sie betrieben wird, wird noch entschieden.

vam

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