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Als die Gemeinde Forstern in Tading einen alten Bebauungsplan aufgehoben hat, hat sie unbeabsichtigt auch Baurecht aufgehoben. Das stellt sie mit dem Bebauungsplan „An der Pfarrer-Huber-Straße“ jetzt wieder her.

Bebauungsplan „An der Pfarrer-Huber-Straße“ jetzt als Satzung

Forstern stellt Baurecht in Tading wieder her

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Als die Gemeinde Forstern in Tading einen alten Bebauungsplan aufgehoben hat, hat sie unbeabsichtigt auch Baurecht aufgehoben. Das stellt sie mit dem Bebauungsplan „An der Pfarrer-Huber-Straße“ jetzt wieder her.

Forstern – Der Forsterner Gemeinderat hat nach einer weiteren Auslegungsrunde den Bebauungsplan „An der Pfarrer-Huber-Straße“ in Tading als Satzung gefasst. Für den Gemeindeteil bestand jahrzehntelang der Bebauungsplan „Westlich von Tading“. Voriges Jahr wurde er aufgehoben, da die festgesetzten Bauflächen fast vollständig ausgenutzt waren.

Baurecht unbeabsichtigt aufgehoben

Dabei wurde jedoch übersehen, dass der Bereich südlich der Pfarrer-Huber-Straße erhebliches Bebauungspotenzial bot, das noch nicht annähernd ausgeschöpft war: Für diese Flurstücke waren in den Jahren 1993 und 2004 durch Bebauungsplanänderungen Möglichkeiten der Nachverdichtung geschaffen worden, die bis heute nicht umgesetzt wurden. Durch die Aufhebung wurde das damals geschaffene Baurecht ebenfalls aufgehoben, was die Gemeinde nicht beabsichtigt hatte. Zur Wiederherstellung des ursprünglichen Rechtszustands beschloss der Gemeinderat deshalb die Aufstellung des Bebauungsplans „An der Pfarrer-Huber-Straße“.

Gebietskategorie von Dorf- in Wohngebiet geändert

Wie Bürgermeister Georg Els (AWG) in der Gemeinderatssitzung berichtete, wurde die Kategorie von Dorf- in Wohngebiet geändert, weil sich die Nutzung der Grundstücke in der Zwischenzeit verändert habe. Deshalb fand nochmals ein verkürztes Beteiligungsverfahren statt.

Dabei teilte der Bayerische Bauernverband (BBV) mit, dass aus seiner Sicht die Flächen wie geplant als Dorfgebiet ausgewiesen werden sollten, „da in einem Dorfgebiet die Belange der Landwirtschaft besonders berücksichtigt werden müssen“. Um die Betriebe in der Umgebung zu schützen und nicht einzuschränken, fordert der BBV eine Rückkehr zum Dorfgebiet.

Im Plangebiet ist kein landwirtschaftlicher Betrieb mehr

„Das können wir so natürlich nicht berücksichtigen“, sagte Els, „weil in dem Plangebiet kein landwirtschaftlicher Betrieb mehr drin ist“. Die südlich gelegenen landwirtschaftlichen Flächen könnten indes unabhängig von der Gebietskategorie weiterhin uneingeschränkt bewirtschaftet werden. Der einzige in direkter Nachbarschaft befindliche Betrieb habe von sich aus und schon vor der Aufstellung des Bebauungsplans die Tierhaltung aufgegeben, Stallungen zurückgebaut und plane jetzt Wohn- beziehungsweise Kleingewerbenutzung. Ein Nachteil für die Landwirtschaft könne aus der Planung nicht abgeleitet werden.

Gemeinde soll eine Entwässerungsstudie erstellen

Der Abwasserzweckverband (AZV) Erdinger Moos wies darauf hin, dass die Grundstücke in seinem Entwässerungsgebiet im Systembereich A (volles Mischsystem) liegen. Im Zuge der Konkretisierung der Planung solle die Gemeinde eine Entwässerungsstudie erstellen, „mit der die Machbarkeit der ordnungsgemäßen Abwasserbeseitigung im bestehenden Kanalnetz nachgewiesen wird“. Grundsätzlich sollte dabei die ortsnahe Versickerung des Niederschlagswassers angestrebt werden. Rückhalte- und Versickerungsanlagen seien von den Bauherren zu erstellen. Alternativ könnte – falls möglich – das Niederschlagswasser an die Regenwasserableitung der Gemeinde angeschlossen werden.

Versickerung von Oberflächenwasser in den Untergrund sehr schwierig

Laut Els hat die Gemeinde bereits in der ersten Beteiligungsrunde darauf hingewiesen, dass eine Versickerung von Oberflächenwasser in den Untergrund aufgrund der Bodenbeschaffenheit sehr schwierig sei, was auch der Grund für den öffentlichen Mischwasserkanal in Tading sei. Im Bereich der Pfarrer-Huber-Straße verlaufe eine Regenwasserableitung der Gemeinde – vom großen Auffangbecken am östlichen Ortsrand von Tading bis zur Einleitung in den Hirschbach durchgängig als verrohrter Kanal.

Ingenieur prüft Aufnahmereserve des Kanals

Im Zuge der Umsetzung des Hochwasserschutzkonzepts und in weiteren Bauleitverfahren prüfe ein Fachingenieur die Aufnahmereserve des Kanals und die Erstellung einer Retentionsfläche an der Tadinger Straße. Sollten beide Untersuchungen positiv ausfallen – und danach sehe es derzeit aus – stehe einer Einleitung von Schmutz-/Niederschlagswasser in den kommunalen Regenwasserkanal nichts entgegen. Derzeit sei aber die Einleitung in den Mischwasserkanal des AZV die einzig praktikable Lösung. 

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