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Verbund besiegelt (v. l.): Thomas Grögler, Geschäftsführer der Wasserversorgung Anzing-Forstinning, sowie die Bürgermeister der beteiligten Gemeinden, Franz Finauer (Anzing), Rupert Ostermair (Forstinning) und Georg Els (Forstern). 

Gebühren werden sich „annähern“

Forstern tritt Zweckverband bei: Für mehr Sicherheit beim Wasser

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Die Gemeinde Forstern wird zum 1. Januar 2020 formell der Wasserversorgung Anzing-Forstinning beitreten. Dieser Schritt dient der Sicherheit beim Wasser, betonen die beteiligten Bürgermeister.

Forstern/Anzing/ForstinningFormen der technischen und gebührentechnischen Kooperation hatte es zwischen dem Verband und der Kommune schon seit 2011/12 gegeben.

Neu ist, dass Forstern nun Vollmitglied werden wird. Dadurch erhält die interkommunale Wasserversorgung gleich auch einen neuen Namen: Wasserversorgung Forst-Nord wird sie dann heißen und Wasser für rund 15 000 bis 16 000 Einwohner liefern können.

Forstern: Beschluss in nichtöffentlicher Sitzung

Die Weichen für den Zusammenschluss hatte für Anzing und Forstinning die Verbandsversammlung gestellt, für Forstern gab es vorige Woche einen nichtöffentlichen Ratsbeschluss. In den alten Kooperationsverträgen war, so sagte am Dienstag Forsterns Bürgermeister Georg Els im Pressegespräch, als Zielvorgabe bereits so etwas wie ein echter Verbund der drei Gemeinden angelegt. Man vollziehe mit dem neuen Vertrag ab 2020 im Grunde das, worauf die Zusammenarbeit in den letzten Jahren ohnehin zielte – die Forsterner Vollmitgliedschaft.

Ziel: „Wasserversorgung langfristig und sicher in kommunaler Hand behalten“

Oberste Zielsetzung der drei Gemeinden ist es laut Verbandsvorsitzendem Rupert Ostermair, „die Wasserversorgung langfristig und sicher in kommunaler Hand zu behalten“. Mit dem Zusammenschluss werde genau das erreicht. Die neue Wasserversorgung Forst-Nord sei aber nicht nur eine Form administrativer Zusammenarbeit, sondern erfolge auch technisch-physikalisch. Im Bereich des Grenzwegs bei Neupullach kommen sich die jetzt schon bestehenden Leitungen von Anzing/Forstinning und Forstern auf einer Länge von 500 Metern bis auf fünf Meter nahe. Hier sei auch der Punkt, an dem sich die bislang komplett autarken Wasserleitungsnetze verbinden lassen.

Bestehende Leitungen müssen aufgeweitet werden

Mit einer Fünf-Meter-Stichleitung ist das allerdings nicht getan, erklärte Thomas Grögler, Geschäftsführer der Wasserversorgung mit Sitz in Anzing. Um einen optimalen Austausch der jeweiligen Wässer zu gewährleisten, müssen die bestehenden Leitungen entsprechend aufgeweitet werden. Die Planungen dafür laufen bereits, auch mit Fördermitteln wird gerechnet. Eine technische Fertigstellung der Verbundleitung soll im Laufe des Jahres 2021 erfolgen.

Die neue Konstellation erhöhe insbesondere die Versorgungssicherheit in beiden Netzen. Im Normalfall würden die bestehenden Leitungsnetze weiter betrieben wie bisher. Ein etwaiger Wasseraustausch werde dann erfolgen, wenn es zu Notlagen kommen sollte. Das könnten Rohrbrüche zu den Hochbehältern sein, Pumpenschäden, Qualitätsverluste beim Trinkwasser oder ein schwerer Unfall etwa auf der nahen B 12. Aber auch auf etwaige Verbrauchsspitzen könne man so schnell reagieren.

Auch Hohenlindener und Markt Schwabener Bürger indirekt profitieren

Els betonte, dass von dem Zusammenschluss der Leitungen auch die Hohenlindener und Markt Schwabener Bürger indirekt profitierten, die Notverbünde von Anzing/Forstinning mit der Marktgemeinde und Forstern mit Hohenlinden blieben bestehen.

Wie sich der neue Verbund preislich auswirken wird, muss noch kalkuliert werden, so Ostermair im Pressegespräch. In Anzing/Forstinning werden zurzeit 1,01 Euro/Kubik verlangt, in Forstern 1,14 Euro. „Das wird sich annähern und wird angepasst“, so Els. Erst Anfang des Jahres hatte Forstern die Gebühren angehoben - von 55 Cent auf 1,14 Euro und damit um mehr als 100 Prozent.

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