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Der Firmengründer ist Geschäftsführer, seine Frau Maria Feckl Prokuristin.

Firmenportät: Peter Feckl Maschinenbau GMBH

Von Forstern bis ins Weltall

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Forstern – Die Peter Feckl Maschinenbau GmbH aus Forstern erledigt Aufträge weltweit – und sogar darüber hinaus.

Wenn im kommenden Jahr von Kasachstan aus ein Satellit ins Weltall geschossen wird, dann fliegt auch ein Stück Forstern in die unendlichen Weiten. Der so genannte Spektrum-Röntgen-Gamma-Satellit enthält ein Teleskop, an dessen Bau die Peter Feckl Maschinenbau GmbH aus Forstern beteiligt war. „Wir haben spezielle Spiegelhalterungen dafür gebaut“, erklärt Geschäftsführer Peter Feckl. Doch das Teleskop ist bei weitem nicht das erste im wahrsten Sinne des Wortes außerirdische Projekt des mittelständischen Unternehmens: Seit 1990 schon steuert es Bauteile für die Ariane-Trägerraketen bei.

2020 mit Roboter auf den Mars

Voraussichtlich 2020 fliegen zudem Forsterner Fabrikate auf den Mars: Feckl ist mit Bauteilen für die Bodenprobenentnahme an einem Marsroboter beteiligt. „Es ist toll, die Chance zu haben, an solchen Projekten mitzuwirken“, schwärmt der 57-Jährige.

„Wir haben uns schon immer gerne technischen Herausforderungen gestellt. Das ist wie ein Hobby“, erzählt Feckl, dessen Frau Maria Feckl (51) als Prokuristin ebenfalls in der Firma arbeitet. In der Branche herrsche, gerade bei internationalen Projekten, „ein harter Preiskampf. Aber auch der Qualitätsstandard ist sehr hoch“, sagt Feckl. Die Kunden wollten einen zuverlässigen Partner – nicht unbedingt den billigsten, dafür aber einen, der mitdenkt. Denn bei Milliardenprojekten in der Luft- und Raumfahrt müsse jedes kleine Teil reibungslos funktionieren.

Das setzen die Kunden freilich auch in allen anderen Bereichen voraus. Bei Bahnschwellen zum Beispiel ist das Unternehmen ebenfalls international unterwegs. Schwellenwerke etwa in Spanien, Polen oder England wurden mit Formen und maschineller Ausrüstung aus Forstern ausgestattet. „Wenn man irgendwo im europäischen Ausland, zum Teil auch darüber hinaus, mit dem Zug unterwegs ist, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Schwellen in einer Form aus Forstern gegossen wurden“, sagt Feckl nicht ohne Stolz.

Etwas Besonderes sind für die Peter Feckl Maschinenbau GmbH in Forstern die Projekte im Bereich der Luft- und Raumfahrt.

Offshore-Windkraftanlagen, Chiphandling, Automatisierungstechnik, Messgeräte für Gammastrahlen – die Bandbreite der Branchen ist groß. Darüber hinaus hat sich Feckl in einem Bereich einen Namen gemacht, der so gar nichts mit Forschung zu tun hat: die Kunstszene – doch nicht etwa selbst als Künstler, sondern als Realisierer kreativer Ideen. „Kunst am Bau“ heißt diese Sparte. „Wir helfen bei der technischen Umsetzung“, erklärt Feckl – ob beim überdimensionalen Schattenriss eines Kopfes oder einer 25 Quadratmeter großen Stahlplastik, inspiriert von einem Stadtplan.

Diese Platik wurde in Forstern umgesetzt. "Solche Skulpturen sind immer wieder eine Herausforderung, weil sie technisch interessant und anspruchsvoll sind", sagt Peter Feckl.

„Wir waren schon immer vielschichtig“, erzählt der Preisendorfer, der sein Unternehmen 1983 mit drei Mitarbeitern in Kreith bei Hohenlinden gestartet hat. In einem leer stehenden Bauernhof lag der Schwerpunkt zunächst auf der Fertigung von Hydraulikanlagen, auf Formen- und Sondermaschinenbau.

Mit gerade 23 Jahren hat sich Feckl damals selbstständig gemacht. „Ich habe nach der Ausbildung die Mittlere Reife nachgeholt und früh meinen Meister gemacht“, berichtet Feckl von seinem Werdegang. Sieben Jahre nach der Firmengründung zog das Unternehmen nach Forstern. Dort kamen neue Kunden und damit neue Branchen hinzu, unter anderem Fertigungsteile für Formel-1-Motore und Rotorenbau. Der jetzige Firmensitz Am Steinfeld entstand im Jahr 2002. Hier sind heute 70 Mitarbeiter beschäftigt – „ausschließlich Facharbeiter“, betont Feckl.

Drei bis vier Azubis pro Jahr

Dabei setzt er auf Eigengewächse. Seit der Gründung bildet sein Unternehmen aus – drei bis vier Feinwerkmechaniker und Metallbauer pro Jahr. „Bisher konnten wir immer alle Lehrstellen besetzen. Doch das erfordert viel Aktivität. Man muss Werbung machen“, erklärt Feckl – bei Berufsinfotagen vor Ort, Ausbildungsmessen und Schulbesuchen.

Dass eine fundierte Lehre der Grundstein für ein erfolgreiches Berufsleben ist, davon ist Feckl überzeugt. „Nur Theorie alleine bringt nichts. Leider wird die praktische Erfahrung nicht mehr so hoch bewertet wie theoretische Bildung. Beides muss sich aber die Waage halten“, findet er.

Diese Erkenntnis will Feckl seinen Kindern mitgeben, zwei Mädchen und zwei Buben zwischen zwölf und 21 Jahren. Beide Söhne haben Abitur gemacht, sich danach aber zunächst gegen ein Studium und für eine Ausbildung zum Industriemechaniker beziehungsweise Mechatroniker entschieden.

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