Auf Höhe des Baums beim Eicher-Verwaltungsgebäude (r.) sollte das Tempolimit durch Forstern idealerweise gelten, findet der Gemeinderat.
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Auf Höhe des Baums beim Eicher-Verwaltungsgebäude (r.) sollte das Tempolimit durch Forstern idealerweise gelten, findet der Gemeinderat.

Gemeinderat beantragt 30 km/h für Teilbereich der Ortsdurchfahrt – Zeitlich beschränkt

Forstern will das Tempolimit

  • Veronika Macht
    VonVeronika Macht
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Der Gemeinderat Forstern gibt seine Bemühungen, auf der Ortsdurchfahrt Tempo 30 durchzusetzen, nicht auf. Obwohl es dafür erst kürzlich eine offizielle Abfuhr der zuständigen Behörde gegeben hat, versucht man es nochmals mit einem Antrag.

Forstern – Dass dem Ort eine Begrenzung auf 30 km/h auf der Staatsstraße 2331 gut tun würde, darüber waren sich die Räte am Dienstagabend einig. Auch, dass man es erneut mit einem Antrag versuchen will, das Tempolimit zu bekommen. Diskutiert wurde lediglich, für welchen Bereich der Hauptstraße man dies beantragen sollte.

Grüne und SPD/parteifreie Bürger hatten beantragt, dass die Gemeinde „unverzüglich“ einen Antrag auf Geschwindigkeitsbegrenzung stellen solle. Tempo 30 solle demnach von der Einmündung der Straße Am Alten Brunnen im Süden bis zur Einmündung in die Lindenstraße gelten – also für die komplette Ortsdurchfahrt bis zum Gewerbegebiet. Als Gründe werden die nahe gelegene Schule und der Kindergarten genannt, ebenso diverse Gefährdungslagen für Radfahrer und Fußgänger wie der schlechte Zustand von Straße und Gehwegen sowie die Lärm- und Schadstoffbelastung der Anwohner.

Landratsamt: Einer Tempo-30-Zone wird nicht zugestimmt

All das haben wir bei der Verkehrsschau auch schon angeführt“, erinnerte Bürgermeister Rainer Streu (AWG). Doch die Stellungnahme des Landratsamts sei eindeutig gewesen: Einer Tempo-30-Zone wird nicht zugestimmt.

Deshalb bezweifelte Franz-Josef Obermaier (AWG), dass der Antrag in der vorliegenden Form Erfolg haben werde. Stattdessen schlug er namens seiner Fraktion vor, ein Tempolimit nur für einen Teilbereich zu beantragen – von der Einmündung in die Münchner Straße bis zum Hirschbachweg. Rathaus, Bank, Parkplatz, Apotheke – all dies liege in diesem Bereich, wo die Straße zudem am schmalsten sei.

Vorschlag der AWG: Tempo 30 probeweise für ein Jahr beantragen

Zusätzlich plädierte Obermaier dafür, die Beschränkung als „Pilotprojekt“ zu beantragen – auf ein Jahr befristet und zeitlich begrenzt zu den Hauptverkehrszeiten. „So habe ich Hoffnung, dass es genehmigt wird“, sagte er und nannte als weiteres Argument den (Schul)Bus, der auf der Straße ohne Haltebucht halten müsse.

Sebastian Klinger (CSU) sah es ähnlich, schlug jedoch einen Geltungsbereich von der Eicher-Siedlung, von wo viele Kinder in Richtung Schule gehen würden, bis zur Apotheke vor. Dem schloss sich Sina Kiel (Grüne) an. Sie beobachte als Schulweghelferin regelmäßig, dass gerade der schmale Gehweg auf Höhe der Post die größte Gefahrenstelle für die Kinder sei. „Und die meisten davon kommen aus dem Eicher-Park.“ Deshalb sei eine Begrenzung erst ab der Münchner Straße nicht sinnvoll.

Maria Feckl (Grüne) freute sich, dass sich das Gremium einig sei, grundsätzlich einen Antrag auf Tempo 30 stellen zu wollen. Sie pochte jedoch darauf, dass diese Begrenzung den Kernbereich abdecken müsse – vom Eicher mindestens bis zur Tankstelle. Fürs Eicher-Verwaltungsgebäude als Beginn der Beschränkung plädierte auch Stefan Ganghofer (CSU), immerhin habe man dort seit Jahren Probleme mit dem Ende des Radwegs.

In welchem Bereich soll das Tempo 30 gelten?

Georg Els jun. (AWG) wiederholte seinen Hinweis aus der vorangegangenen Sitzung, dass der Antrag so formuliert sein müsse, dass auch Aussicht auf Erfolg bestehe. Eine sinnvolle räumliche und zeitliche Begrenzung bilde da eine vernünftige Argumentationsgrundlage.

Streu warnte angesichts der viele Vorschläge für einen Geltungsbereich: „Je weiter wir das ausdehnen, umso aussichtsloser ist es.“ Er hielt einen Bereich zwischen der Einfahrt in den Eicher-Wohnpark und dem Feldweg, etwa auf Höhe der Bäckerei, für sinnvoll. Ab dort könne der Kies-Radweg genutzt werden.

Erwin Nominacher (SPD) ärgerte sich, dass man auf Höhe von Apotheke/Bäckerei eine „fiktive Grenze“ ziehen wolle. Auch die Bürger, die weiter nördlich wohnen, hätten ein Recht auf Lärmschutz. Er plädierte deshalb für einen Geltungsbereich von Eicher-Gebäude bis Feuerwehrhaus.

Letztlich einigte sich das Gremium mehrheitlich darauf, dass das Tempolimit idealerweise beim Baum am Eicher-Verwaltungsgebäude beginnen und auf Höhe Feldweg enden sollte. Dies soll als Diskussionsgrundlage mit dem Landratsamt dienen. Die Begrenzung will man für ein Jahr befristet beantragen sowie zeitlich beschränkt zwischen 7 und 17 Uhr. Gegen eine solche Begrenzung stimmte lediglich Simona Loupal (SPD/parteifrei) – mit Verweis auf den Lärmschutz, der auch außerhalb dieser Zeiten gelten müsse.

vam

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