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„Am 15. März Grün wählen“ – klare Ansage der Kandidaten für den Forsterner Gemeinderat (v. l.): Angelika Groß, Sissi Marhauser, Sina Kiel, Anette Scharmatinat, Gudrun Huber-Kagerer, Thorsten Scharmatinat, Peter Konrad, Christofer Lübcke, Spitzen- und Bürgermeisterkandidatin Maria Feckl, Nachrückerin Anna-Lena Feckl, Jana Petri, Markus Seltmann, Benjamin Lerchner, Claudia Eiermann-Cester, Albert Cester, Monika Maria Huber und Gaby Klöckner-Polzin.

Maria Feckl (54) kandidiert für Forstern

Wird sie die erste grüne Bürgermeisterin im Landkreis?

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Wird sie die erste grüne Bürgermeisterin? Der Ortsverband Forstern hat Maria Feckl (54) zur Kandidatin gekürt und die Liste für die Gemeinderatswahl aufgestellt.

Forstern– Sie könnte die erste grüne Bürgermeisterin im Landkreis werden: In Forstern wurde am Mittwochabend Maria Feckl (54) zur Bürgermeisterkandidatin ernannt und machte in ihrer Vorstellungsrede gleich klar: Ohne Klimaschutz geht’s bei ihr nicht.

Der Grünen-Ortsverein Forstern ist erst im April 2018 gegründet worden. Jetzt geht er mit eigener Liste und eigener Bürgermeisterkandidatin ins Rennen. Das Interesse daran war groß: Neben den 17 Stimmberechtigten waren zahlreiche Neugierige in den Hirschbachwirt gekommen, darunter auch amtierende Gemeinderäte von CSU, SPD und Alter Wählergemeinschaft (AWG).

Nach dem Abitur Krankenschwester, dann Studium der katholischen Theologie

Maria Feckl ist in der Gemeinde keine Unbekannte. Seit 25 Jahren ist sie ehrenamtlich engagiert, unter anderem im Helferkreis Asyl. Aufgewachsen ist sie in einer Großfamilie auf einem kleinbäuerlichen Betrieb in Grüntegernbach. Nach dem Abitur wurde die heute 54-Jährige Krankenschwester, später hat sie katholische Theologie studiert: „Ich wollte Pastoralreferentin werden.“

Dann kam die Liebe dazwischen: Am Ende des Studiums lernte sie Peter Feckl kennen – er sitzt aktuell für die AWG im Gemeinderat. Nach der Hochzeit stieg sie in dessen Maschinenbaubetrieb in Forstern ein, bildete sich zur Betriebswirtin weiter. „Mehr als 20 Jahre habe ich die Firma mitgeleitet“, sagte Feckl. Knapp drei Jahre war sie zudem beim Erzbischöflichen Ordinariat München, wo sie inzwischen für den Wahlkampf gekündigt hat. Ihr seien Verwaltungsstrukturen bekannt, und sie wisse, wie mit gesetzlichen und bürokratischen Anforderungen umzugehen sei.

„Ich will das Gesicht, die Entwicklung, die Zukunft Forsterns mitprägen.“

„Ich habe vier Kinder und ich will, dass sie wie alle Kinder eine gute Zukunft haben“, sagte Feckl und erklärte: „Wir leben mitten im Klimawandel. Wir sind gefordert, unseren Beitrag zu leisten. Und wir müssen jetzt anfangen – hier bei uns in Forstern.“ Die Gemeinde und die Menschen seien ihr außerordentlich wichtig. „Ich will in den vielfältigen Funktionen des Bürgermeisteramts das Gesicht, die Entwicklung, die Zukunft Forsterns mitprägen.“

Immerhin stehe die Gemeinde vor zahlreichen Herausforderungen – Dorfzentrum, Seniorenpflegeheim, Bauhof, Schulsanierung. „Im Zentrum aller Entscheidungen muss der Klimaschutz stehen“, machte Feckl klar und zitierte den früheren US-Präsidenten Barack Obama: „Wir sind nicht die letzte Generation, die den Klimawandel erleben wird, aber wir sind die letzte Generation, die etwas gegen den Klimawandel tun kann.“

„Wir brauchen einen Klimaschutzplan“

Vor diesem Hintergrund formulierte Feckl drei Schwerpunkte: Erstens soll die Kommune bis 2035 klimaneutral sein. „Dafür brauchen wir einen Klimaschutzplan, einen Klimaschutz- und Energieausschuss und einen Klimaschutzmanager mit den Nachbargemeinden“, sagte Feckl. Zweitens will sie eine Mobilitätswende für
Forstern herbeiführen. Geh- und Radwege gehörten ausgebaut, die Gemeinde solle der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern beitreten und für zuverlässige Busverbindungen kämpfen.

Drittens wolle sie eine lebendige Gemeinde, in der die Menschen zusammenhalten. „Dafür haben wir hier in Forstern eine sehr gute Grundlage durch die Vereine, sei es die Feuerwehr oder der Sportverein.“ Dieses Engagement wolle sie weiter fördern. „Starten wir gemeinsam in eine klimaneutrale Zukunft, mit Zuversicht und Mut“, rief sie die Anwesenden auf und bekam dafür viel Applaus.

Junge und ältere Kandidaten, Alteingesessene wie Neubürger

Ähnliche erste Ziele formulierten die Kandidaten auf den Listenplätzen zwei bis vier, die einzeln gewählt wurden. Die Bewerber auf den Plätzen 5 bis 16 bestimmte die Versammlung im Block. Es sind junge und ältere Kandidaten dabei, von Anfang 20 bis um die 60, Alteingesessene wie Neubürger, und auch von den Berufen sind die Bewerber bunt gemischt – vom Grundschullehrer bis zur Großtierärztin. „Das ist eine tolle Liste mit ganz unterschiedlichen Menschen“, sagte Kreisverbandssprecherin Helga Stieglmeier und freute sich besonders, dass sich sogar mehr Frauen als Männer um ein Mandat bewerben.

Die Kandidaten auf der Grünen-Liste

in der Listenreihenfolge: Maria Feckl, Thorsten Scharmatinat, Sina Kiel, Benjamin Lerchner, Anette Scharmatinat, Christofer Lübcke, Sissi Marhauser, Markus Seltmann, Angelika Groß, Peter Konrad, Claudia Eiermann-Cester, Albert Cester, Gaby Klöckner-Polzin, Gudrun Huber-Kagerer, Monika Maria Huber, Jana Petri und Anna-Lena Feckl (Nachrückerin).

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