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Die Forsterner Ortsdurchfahrt war eines von vielen Themen, die in der Bürgerversammlung zur Sprache kamen.

Fragen in der Bürgerversammlung

Die Forsterner haben viele Anliegen: Von vollen Schulbussen bis Facebook

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Starker Durchgangsverkehr, viel zu volle Schulbusse, mangelnde Präsenz der Gemeinde in sozialen Medien: Die Liste der Anfragen in der Forsterner Bürgerversammlung war lang.

Forstern– Starker Durchgangsverkehr, viel zu volle Schulbusse, mangelnde Präsenz der Gemeinde in sozialen Medien: Die Liste der Anfragen in der Forsterner Bürgerversammlung war lang.

Bushalt in Erding

Reinhard Anger, Vorsitzender des Seniorenbeirats Forstern, sprach die Endhaltestelle der Busverbindung 465 nach Erding an. „Der Bus endet und beginnt am S-Bahnhof Erding ungeschützt ohne Dach und ohne Sitzmöglichkeit.“ Die Senioren, teilweise mit Rollator, müssten also im Freien auf ihre Busabfahrt warten. Der Bus bleibe nur relativ kurz stehen und trete dann die Rückfahrt an. Deswegen würden sich die Senioren nicht trauen, gegenüber unter dem Dach zu warten, „weil sie es schlicht nicht schaffen, rechtzeitig den Bus zu erwischen“. Die Seniorenbeiräte aus Forstern, Pastetten, Forstinning und Hohenlinden würden es deshalb begrüßen, wenn an dieser Endhaltestelle ein seniorengerechtes Warten geschaffen wird. Landrat Martin Bayerstorfer signalisierte zumindest zustimmendes Nicken.

Staatsstraße

Auch nach Eröffnung der A 94 herrsche noch starker Durchgangsverkehr in Forstern und damit eine Gefahr für die vielen Kinder, die über die Staatsstraße zu Schule und Kindergarten gehen, sagte ein Bürger. Er wollte wissen, ob man nicht auf Tempo 30 beschränken könne.

„Das haben wir bei der Münchner Straße versucht, die Behörden haben es aber abgelehnt, weil die Schule nicht direkt anliegt, sondern eine Häuserzeile dazwischen ist“, sagte Bürgermeister Georg Els. Bayerstorfer gab zu bedenken, dass es sich bei der Ortsdurchfahrt um eine Staatsstraße handle, „und da haben wir als Landkreis nichts zu entscheiden“. Wohl aber wolle man unterstützen, versprach er. Die Gemeinde will nochmals Kontakt zum Straßenbauamt aufnehmen. Vielleicht könne man im Zuge der Straßenraumgestaltung Verbesserungen mit Querungshilfen erreichen und möglicherweise im Bereich, wo das Dorfzentrum und Bushaltestellen entstehen, eine 30er-Reduzierung erreichen.

Schulbus nach Erding

Ein Vater sprach die vollen Schulbusse nach Erding an: „Es gibt Eltern, die fahren ihre Kinder zu anderen Haltestellen, damit sie einen Platz bekommen.“ Vor einigen Wochen seien an der Haltestelle am Keltenhof in Erding mehrere ältere Kinder ausgestiegen, um jüngere einsteigen zu lassen. Die Aussteiger habe der Busfahrer einfach stehen gelassen. „Die Situation ist katastrophal. Das darf nicht sein.“ Bayerstorfer erklärte, dass diese Linie eine Privatlinie mit eigener Konzession sei. „Da können wir nur bedingt einwirken. Allerdings haben wir die Möglichkeit, dass die Konzession nicht mehr erteilt wird, wenn so etwas öfter vorkommt.“ Denn wenn die Plätze nicht mehr ausreichen, müsse der Busunternehmer dafür sorgen, dass ein Verstärker eingesetzt wird. Der Landrat versprach, sich um diesen Fall zu kümmern.

Gemeinde-Homepage

„Eine Katastrophe“: Rudi Püchner wird nicht müde, auf den schlechten Internetauftritt der Gemeinde hinzuweisen. Schon in der Bürgerversammlung 2018 hatte er die Homepage bemängelt. „Wir haben derzeit gar keine Internetseite, sondern nur eine Übergangsseite, weil gerade die neue Homepage erstellt wird“, sagte Els dazu. In der Gemeinderatssitzung am Dienstag verkündete er nun, dass die Homepage laut der Firma zu 95 Prozent fertig sei. Als nächstes werde sie dem Gemeinderat präsentiert und „noch vor Weihnachten online gehen“.

Facebook-Gruppe

Ebenfalls von Püchner kam der Hinweis auf die Facebook-Gruppe „Forstern“, auf der auch die Gemeindepolitik fleißig kommentiert werde. „Da bilden sich Vorurteile, da wird der Gemeinderat diffamiert“, so Püchner und forderte die Kommune auf, aktiver zu werden. Dem erteilte Els derzeit eine Abfuhr. Entweder man habe einen Spezialisten für diesen Bereich, oder man lasse es bleiben. „Insofern machen wir da im Moment gar nichts.“ Über kurz oder lang müsse man sich aber wohl Gedanken machen, weil die Gemeinden für dieses Medium noch nicht richtig aufgestellt seien.

Kiesabbau

Püchner wollte auch wissen, wie es mit der versprochenen Renaturierung des Kiesabbaugebiets im Süden Forsterns weitergeht. Laut Els soll ein Teil verfüllt und ein Teil zur Seenlandschaft werden. „Die Firma ist jetzt im Zugzwang und muss die Planung vorlegen. Denen muss man auf die Finger klopfen, damit es weitergeht“, so Els.

Christkindlmarkt

Er verlas zudem schriftlich eingegangene Anträge, unter anderem auf einen Christkindlmarkt eventuell beim Sportheim. Letzteres habe man sich überlegt, wolle aber keine Konkurrenz zum Glühweinstandl am Feuerwehrhaus schaffen.

vam

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