13,7 Millionen Euro

Forsterner Rekord-Haushalt

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Forstern – Den wohl größten Haushalt in ihrer Geschichte hat die Gemeinde Forstern für 2017 verabschiedet. Insgesamt ist er 13,72 Millionen Euro schwer.

Das hat Bürgermeister Georg Els (AWG) schon mehrfach gesagt. Jahr für Jahr nennt er den Haushalt seiner Gemeinde „den wohl umfänglichsten, den wir je hatten“. Und tatsächlich ist der Forsterner Etat seit 2007 fast kontinuierlich gewachsen. Seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht er im kommenden Jahr mit einer Gesamtsumme von 13,72 Millionen Euro, wobei fast genau die Hälfte davon jeweils auf Verwaltungs- (6,857 Millionen Euro) und Vermögenshaushalt (6,858 Millionen Euro) entfällt.

Das Ende der Fahnenstange könnte damit aber noch nicht erreicht sein, denn 2017 beginnen viele Maßnahmen, die sich noch in die Folgejahre ziehen werden. Außerdem ist Forstern laut Els weiter auf Wachstumskurs, was zu mehr finanziellen Herausforderungen etwa bei Personal und Infrastruktur der Kinderbetreuung führt. „Da kann man nicht immer nur sparen“, sagte Els. „Die Einrichtungen der Daseinsversorgung muss man pflegen.“

In der Gemeinderatssitzung gab der Bürgermeister einen Überblick über die wichtigsten Einnahme- und Ausgabearten. Hervorzuheben sind dabei die Kreisumlage mit rund 1,6 Millionen Euro und die Personalausgaben für die 75 Beschäftigten in allen kommunalen Einrichtungen, die im kommenden Jahr fast 2,48 Millionen Euro betragen werden. „Damit sind wir der zweitgrößte Arbeitgeber in der Gemeinde“, sagte Els.

Kämmerer Jochen Goldammer rechnet zudem mit einem steigenden Gemeindeanteil an der Einkommensteuer – um knapp 136 000 auf 2,55 Millionen Euro. Dies führt Els unter anderem auf die „solide Kinderbetreuung und das gut aufgestellte Gewerbe“ in Forstern zurück, das auch zahlreiche Teilzeit-Arbeitsplätze für Mütter biete.

Größter Posten im Vermögenshaushalt 2017 ist der Neubau des Feuerwehrgerätehauses. 650 000 Euro sind dafür im Etat, die Erschließung wird zusätzlich Kosten von rund 150 000 Euro verursachen. Für fünf Stellplätze rechnet die Gemeinde mit einem Zuschuss von 300 000 Euro. 100 000 Euro sind für die Planungen und den Bau des neuen Bauhofs angesetzt, der bekanntermaßen direkt neben dem Feuerwehrhaus entsteht.

Teuer wird auch das neue Rathaus mit integriertem Hort. An Planungskosten ist hierfür eine halbe Million Euro eingestellt. Weitere 200 000 Euro sind in diesem Zusammenhang für den Abriss des Wörlsaals vorgesehen. Für die Schulhaussanierung hat der Gemeinderat 200 000 Euro an Planungskosten berücksichtigt. Diese Maßnahme wird sich über mehrere Jahre erstrecken und mit insgesamt rund zwei Millionen Euro zu Buche schlagen.

Nicht zuletzt stehen auch die Schaffung von Bauland und der soziale Wohnungsbau auf der Agenda. Um diese Projekte umsetzen zu können, muss der Flächennutzungsplan geändert und viele neue Bebauungspläne aufgestellt werden. Diese allgemeine Bauleitplanung findet sich mit 195 000 Euro im Haushalt wieder.

Damit alle wichtigen Investitionen refinanziert werden können, nimmt Forstern ein Darlehen in Höhe von rund 1,255 Millionen Euro auf. Der Schuldenstand wächst damit von 4,14 Millionen Euro am Ende dieses Haushaltsjahres auf 4,60 Millionen Euro Ende 2017. Das entspricht bei 3850 Einwohnern einer Pro-Kopf-Verschuldung von knapp 1200 Euro. Stabil bleiben in 2017 die Realsteuern und der Wasserpreis.

„Das ist anspruchsvoll und muss auch wieder gesenkt werden“, sagte Els. Er verwies erneut auf die zahlreichen Projekte der nächsten Jahre, aufgrund derer es auch ab 2018 schwierig sein werde, Rücklagen zu bilden. Sei all das aber erst erledigt, gerate die Gemeinde wieder in ruhigeres Fahrwasser.

Rubriklistenbild: © dpa

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