Forsterns Bürgermeister zur Kirche in Sachen Ortsmitte

„Da fehlt es an Ernsthaftigkeit“

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In Forsterns Ortsmitte tut sich nichts. Die Kirche hüllt sich in Schweigen. Bürgermeister Georg Els (AWG) hat inzwischen die Geduld verloren.

ForsternEnde Februar hat das Amarillo’s zugesperrt, einen Monat später musste es geräumt sein. Damals ging man davon aus, dass die Gebäude kurz darauf abgerissen werden und die Arbeiten für die Ortsmitte starten. Bekanntermaßen gehört das ehemalige Wörl-Areal teils der Kirche, teils der Gemeinde. Doch bislang tut sich dort nichts. Das Ordinariat schweigt sich über die Hintergründe aus. Auf mehrere Fragen, die unsere Redaktion an die Pressestelle geschickt hat – darunter auch, warum das Amarillo’s schließen musste, wenn die Abrissarbeiten bis heute nicht begonnen haben – teilt diese lediglich mit: „Das Projekt befindet sich in der Entwurfsphase. Der Abbruch des Bestandsgebäudes soll baldmöglichst stattfinden, hierzu laufen intern bereits alle Vorbereitungen.“

Auch der Gemeinde, die mit der Kirche zusammenarbeiten wollte, ist nicht mehr bekannt. Bürgermeister Georg Els (AWG) hat inzwischen die Geduld verloren. Er spricht von einer „Lachnummer“ und stellt klar: „Da fehlt es an jeglicher Ernsthaftigkeit.“ Die Projektbetreuer hätten mehrfach gewechselt, man erfahre kaum Neues, über Monate herrsche Funkstille. Immerhin: Am kommenden Montag soll ein Treffen unter anderem mit dem aktuellen Projektplaner stattfinden, erzählt Els. Worum es gehen wird? „Ich weiß es nicht genau.“ Laut dem Rathauschef ist das Treffen anberaumt worden, nachdem der Bauausschuss Ende Juli dem Antrag der Kommune, den Hort für zunächst zwei Jahre um weitere Container zu erweitern, zugestimmt und diesen auch dem Ordinariat vorgelegt hatte.

Auf die Kirche will sich die Kommune nicht mehr verlassen. Die erste Konsequenz hat der Gemeinderat bereits gezogen: Forstern wird sich am geplanten Pfarrsaal nicht mehr beteiligen. Els: „Der Beschluss ist da. Wir sind raus.“ Außerdem hat die Gemeinde im Frühjahr, wie berichtet, eine Vorkaufsrechtssatzung für das Wörl-Areal erlassen. „Ich will auf keinen Fall, dass damit spekuliert wird“, erklärt Els diesen Schritt. Ihren Teil der Arbeiten will die Gemeinde schnellstmöglich voranbringen. „Wenn es zeitlich und finanziell geht, fangen wir an. Mit oder ohne Kirche.“ Zwar hätten der Neubau von Feuerwehrhaus und Kindergarten eine höhere Priorität. Doch ewig schieben könne man den Rathausneubau auch nicht. Es mangele an Platz, etwa für Praktikanten. Nach der Sommerpause soll es eine Schlussbesprechung mit den Projektanten geben. Ein Zeichen will der Rathauschef noch im Herbst mit dem Abriss des Schlachthauses im hinteren Bereich des Areals setzen.

Die Enttäuschung in der Bevölkerung, dass nichts vorangehe, sei groß, sagt Els. „Es ist fast schon dramatisch, dass die Kirche nie über ihre Planungen informiert.“ Er bedauert zudem, dass die Ortsmitte schon so lange brach liege: „Das ist eigentlich ein richtiger Schandfleckgeworden.“ Der Bürgermeister vermutet, dass sich daran wohl so bald nichts ändern werde.

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